Spezial Female Leadership: Die Schule des Lebens

Lebenslanges Lernen als neuer Standard

Wie arbeiten Computerhacker? Und wie fühlt es sich auf einer virtuellen Schaukel an? In ihrer Good School hilft Simone Ashoff Managern, Digitalisierung (neu) zu begreifen. Eine Frau, die das Digitale liebt und lebt.

Simone Ashoff lehrt in ihrer Good School seit zehn Jahren Digitalisierung
Simone Ashoff
lehrt in ihrer Good School seit zehn Jahren Digitalisierung (Foto: PR)

Wissen ist Macht: Wenn nicht schon der englische Philosoph Francis Bacon das Copyright auf dieses geflügelte Wort hätte, müsste es Simone ­Ashoff beantragen. Die studierte Germanistin leitet seit zehn Jahren die Good School in Hamburg. Mit ihr bildet sie digitale Denker aus, bislang 4.000 Chefs und Führungskräfte aus mehr als 320 Unternehmen. Dabei ist sie mit einer besonderen Herausforderung konfrontiert: „Was mich umtreibt, ist, dass die Halbwertszeit unseres Wissens unfassbar kurz ist und immer kürzer wird. Gerade wenn es um die Digitalisierung oder davon betroffene Bereiche geht, sind es derzeit etwa 18 Monate. Dann ist die Hälfte all dessen, was wir glauben zu wissen, schon wieder passé. Aber das Schlimmste ist: Wir wissen noch nicht einmal, welche Hälfte.” Lebenslanges Lernen ist die Konsequenz.

Digitale Bildung als Schlüssel

Doch Simone Ashoff stellt sich dem stetigen Wandel. So hat sich ihre Akademie im Laufe der Zeit selbst transformiert – von einer „Schule für digitale Kommunikation” zur „Schule für digitale Transformation und Künstliche Intelligenz”. „KI ist in den letzten paar Jahren aus dem Forschungsstadium hinaus in die Implementierungsphase eingetreten. Sie ist auf dem Markt. Und bringt damit die digitale Revolution noch einmal neu in Schwung – gemütlich gesagt. Das schafft für all unsere Good-School-Themen noch mal ganz neue Relevanz, Druck und Speed”, ist sich Ashoff sicher. Und was hält die Frau, die schon seit 25 Jahren eng mit dem Internet verbunden ist – sie konzipierte zum Beispiel die ersten Websites für BMW und MTV –, von der Digitalisierung als Karrieretool? Kann die technologische Revolution Female Leadership fördern? „Erst mal gar nicht, sieht man von dem ab, was ins Auge fällt: Homeoffice und Jobsharing. Damit wird al­lerdings nur die Perfek­tionierung des klassischen Rollenbilds gefördert. Durch Vernetzung und neu gewonnene New-Work-Freiheiten können schlussendlich Haus-, Kinder- und Berufsbedarfe perfekt miteinander kom­biniert und abgedeckt werden”, so Ashoff.

Neue Freiheiten gestalten

Aber eine Chance sieht sie dennoch – geht man mit Köpfchen vor: „Ich mag das Bonmot der brasilianischen UBS-Chefin Sylvia Coutinho: ‚Die Digitalisierung ist für Frauen so etwas, wie es die Pille in den Sechzigerjahren war: Sie eröffnet alle möglichen Freiheiten.‘ Stimmt. Nur müssen diese Freiheiten genutzt und gestaltet werden. Um das zu tun, brauchen Frauen an allererster Stelle digitale Bildung. Nach zehn Jahren Good School freue ich mich, dass heute endlich genauso viele Frauen wie Männer an unseren Programmen teilnehmen.” Und wie lautet ihre ganz persönliche Erfolgsformel? „Echt sein, man selbst bleiben und sich nicht in eine Rolle zwingen lassen. Und das gilt für jedes Geschlecht.”