Spezial Female Leadership: „Kommunikation lässt uns näher zusammenrücken”

Werte klar und transparent vermitteln

Als Director Communications and Investor Relations gestaltet Veronika Bunk-Sanderson aktiv das Fremd- und Selbstbild von Telefónica Deutschland. Ein Gespräch über Diversität, persönliche Herausforderungen und das Bauen von Brücken.

Veronika Bunk-Sanderson ist Director Communications and Investor Relations
Veronika Bunk-Sanderson
ist Director Communications and Investor Relations (Foto: PR)

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Sie vereinen in Ihrer Funktion interne Kommunikation, Presse­arbeit und Finanzkommunikation. Worin liegt Ihre größte Herausforderung?

Veronika Bunk-Sanderson: Es gibt in der Tat nur wenige Großunternehmen, die diese Funktionen zusammengeführt haben. Sie bedienen stark unterschiedliche Zielgruppen, die diverse Erwartungen und Bedürfnisse haben. Diesen gilt es, gerecht zu werden. Aus der Integration der Funktionen entstehen aber natürlich auch Chancen. Wir konzipieren das Fremd- und Selbstbild des Unternehmens als Einheit und schaffen hier eine erzählerische Konsistenz. Würde ich rein nach Zielgruppe organisieren, entstünden dabei massive Abstimmungen, Übergabeorgien und Ineffizienzen. Für den einzelnen Kommunikator ist das eine gewaltige Herausforderung in der Breite der Zielgruppen, aber auch eine tolle Entwicklungschance. Und solche Entwicklungschancen machen einen Arbeitgeber zunehmend attraktiv.

Ist die richtige interne Kommunikation in einem Telekommunikationsunternehmen naheliegender als andernorts?

Bunk-Sanderson: Kommunikation ist die Kerndisziplin für Tele­fónica Deutschland. Es ist letztlich der Nukleus unserer Dienstleistung als Telekommunikationsanbieter. Wir wissen nicht nur um die zentrale Relevanz der Kommunikation für unsere Kunden. Gleiches gilt nach innen in die Organisation. Wir müssen unsere Werte klar und transparent vermitteln, an unsere Mitarbeiter, unsere Kunden und natürlich auch an unsere Aktionäre. Letzteres liegt mir historisch besonders am Herzen, da ich als ehemalige Bankerin selbst schon einige Perspektivwechsel vollzogen habe. Kommunikation spielt aber letztlich in jeder Funktion – ganz besonders als Führungskraft – immer eine zentrale Rolle.

Das Thema Diversity hat in der öffentlichen Wahrnehmung an Bedeutung gewonnen. Wie erleben Sie das in Ihrem Alltag?

Bunk-Sanderson: Wir sind als deutsches Unternehmen mit spanischen Wurzeln bereits sehr international aufgestellt – bei uns arbeiten 8.800 Menschen aus 74 Nationen. Darüber hinaus setzt Telefónica vermehrt auf agile Arbeitsweisen in interdisziplinären Teams. Als Kommunikatoren bauen wir auch über unsere internen Kanäle gern Brücken zwischen Mitarbeitern und rücken so alle näher zusammen. Diversity in Kombination mit gemeinsamen Zielen ist eine unschlagbare Kombination. Wobei Diversität als Nationalität gedacht viel zu kurz greift. Letztlich geht es um gedankliche Diversität: Ich brauche verschiedene Sichtweisen, um zunehmend komplexe Zusammenhänge in einer vernetzten Welt zu erkennen.

Telefónica möchte bis 2020 auf einen Frauenanteil von 30 Prozent kommen. Wie sieht Ihr Traumszenario aus?

Bunk-Sanderson: Ich freue mich über jede qualifizierte Frau, die wir für uns gewinnen können. Dabei zählt für mich der gleichberechtigte Zugang auf allen Ebenen. Wer seine Sache gut macht, der soll gesehen werden – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Nationalität. Ich kenne viele erfolgreiche Frauen, die sich gegen den Vorwurf der „Quotenfrau“ zur Wehr setzen müssen. Wenn wir die richtigen Voraussetzungen schaffen, brauchen wir vielleicht irgendwann die Quote gar nicht mehr.