Spezial Female Ledership: „Menschen folgen Menschen“

Tijen Onaran vernetzt Frauen

„Making the world more digital and female“ – mit diesem Claim möchte die Gründerin von Global Digital Woman, Tijen Onaran, Frauen zusammenbringen – auch um das Scheitern zu zelebrieren.

Tijen Onaran setzt sich als CEO von Global Digital Woman für Frauen in der Digitalwirtschaft ein
Tijen Onaran
setzt sich als CEO von Global Digital Woman für Frauen in der Digitalwirtschaft ein (Foto: PR)

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Mit dem Netzwerk Global Digital Woman wollen Sie Frauen weltweit zusammenbringen. Ist das also ein exklusiver Frauenklub?

Tijen Onaran: Es ist ein Frauennetzwerk, aber nicht exklusiv. Jeder, der sich mit Geschlechterdiversität auseinandersetzen oder das Thema in Unternehmen fördern will, ist willkommen. Zudem stellen wir bei unseren Veranstaltungen bewusst die Digitalisierung in den Vordergrund, was ja ein geschlechterübergreifendes Thema ist – und wo die unterschiedlichen Perspektiven umso spannender sind.

Würden Sie sagen, Frauen können weniger gut netzwerken als Männer?

Onaran: Das kann man nicht pauschalisieren. Was ich aber feststelle, ist, dass das Thema Netzwerken in Deutschland noch relativ vorsichtig vonstatten geht – aufseiten beider Geschlechter. Es hat immer noch ein negatives Image. Während in den USA etwa ein kollaborativer Ansatz von Anfang an vorhanden ist, spricht man in Deutschland untereinander weniger über Erfolge, sowohl am Tisch als auch in sozialen Netzwerken. Dabei ist es sehr fruchtbar, sich auszutauschen, Erfolge zu teilen und mit anderen zu zelebrieren. Das gilt auch fürs Scheitern.

Sie sagten einmal, die Digitalwirtschaft hat ein Imageproblem. Warum?

Onaran: Ich denke, sie ist oft nicht greifbar, weil sie so breit gefächert ist. Viele wissen gar nicht, wie weit andere Branchen, vor allem vermeintlich analoge, wirklich sind. Deshalb ist mein Anliegen, die digitalen Vorbilder hinter den Unternehmen transparent zu machen. Denn Menschen folgen Menschen – und lassen sich von ihnen inspirieren