Spezial Female Leadership: „Gründergeist in die Schulen“

Deutschland braucht mehr Unternehmergeist

Sarna Röster, die Nachfolgerin des Familienbetriebs Karl Röser & Sohn, macht sich als Vorsitzende des Verbands DIE JUNGEN UNTERNEHMER 
für den Nachwuchs stark. Im Interview erklärt sie warum sie gegen eine Frauenquote ist und wie sich die Lage für junge Unternehmerinnen und Unternehmer in Deutschland verbessern muss.

Sarna Röser ist Bundesvorsitzende des Verbands DIE JUNGEN UNTERNEHMER
Sarna Röser
ist Bundesvorsitzende des Verbands DIE JUNGEN UNTERNEHMER BU2: Die Baden-Württembergerin ließ sich von der Unternehmerleidenschaft ihrer Eltern anstecken. Seit über 95 Jahren gibt es die Zementrohr- und Betonwerke Karl Röser & Sohn
(Foto: PR)

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Steigen wir gleich mit einer entscheidenden Frage ein: Finden Sie, dass die Bundespolitik junge Unternehmerinnen und Unternehmer genügend unterstützt?

Sarna Röser: Nein. Wir brauchen weniger Bürokratie, gerade in den Anfangsjahren einer Unternehmensgründung. Außerdem ist Deutschland traurige Spitzenklasse bei der Steuerbelastung. Unser Standort verliert so deutlich an Attraktivität. Eingriffe in die Autonomie der Geschäftsführung seitens der Bundesregierung verschlimmern die Situation noch.

Dann sind Sie wohl auch keine Verfechterin der Frauenquote in der Unternehmensführung?

Röser: Das stimmt. Eine Frauenquote halte ich nicht für sinnvoll. Stattdessen sollte Unternehmertum in Schulen öfter zur Sprache kommen, und zwar positiv.Mädchen und Jungs sollten lernen: Wer etwas Eigenes erschaffen will, kann Unternehmerin oder Unternehmer werden.

Sie sind Nachfolgerin in einem Familienunternehmen, das in dritter Generation geführt wird. Passen Start-up-Kultur und Traditionsbetrieb zusammen?

Röser: Beide Seiten können enorm von einer Zusammenarbeit profitieren. Der Mittelstand ist der Motor der deutschen Wirtschaft. Das klingt altbacken, ist aber nach wie vor so. Mittelständische Unternehmen sind entscheidend für Wachstum und Wohlstand unserer Volkswirtschaft. Gleichzeitig liefern Start-ups neue Ideen und Impulse für den Mittelstand. Zusammen ergibt das eine ziemlich gute Mischung.

Die 5G-Debatte beschäftigt die Republik. Wird für die digitale Infrastruktur mittlerweile genug getan, um Schritt halten zu können?

Röser: Ein schneller Ausbau von 5G und Glasfasernetz ist die Voraussetzung dafür, dass wir unseren wirtschaftlichen Wohlstand in den nächsten Jahren halten. Wichtig ist, dass der flächendeckend ist und nicht nur Metropolen zugutekommt. Viele Unternehmen und Hidden Champions befinden sich nämlich im ländlichen Raum.

Was planen Sie als Nächstes für Ihren Verband?

Röser: Ich möchte noch mehr Menschen für Unternehmertum begeistern. Vor allem möchte ich mehr Frauen ermutigen, als Nachfolgerinnen ein Familienunternehmen zu übernehmen oder sich mit einem eigenen Unternehmen selbstständig zu machen. Langfristig kämpfen DIE JUNGEN UNTERNEHMER dafür, die Bedingungen für Unternehmer hierzulande zu verbessern. Für mich ist klar: Mit mehr Unternehmergeist wird ganz Deutschland auch wieder innovativer und kann ein Wirtschaftsmodell anbieten, das mit China und den USA konkurrieren kann.

Spielen wir „I have a dream“: Wie sieht die Welt für junge Unternehmerinnen und Unternehmer in Deutschland in zehn Jahren aus?

Röser: Weniger Bürokratie und Steuerlasten, Glasfaser überall, wo es benötigt wird, ein nachhaltiges und modernes Rentenkonzept und mehr Unternehmerinnen – am liebsten schon morgen!

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