Spezial Female Leadership: „Mehr Empathie denn je“

Weibliche Führungskräfte

Die digitale Transformation gelingt im Unternehmen nur im Miteinander, ­postuliert Antje Leminsky, CEO beim Finanzierungsspezialisten GRENKE.

 

Antje Leminsky Die Wirtschaftswissenschaftlerin arbeitet seit 2012 für GRENKE, seit März 2018 als CEO

Antje Leminsky: Die Wirtschaftswissenschaftlerin arbeitet seit 2012 für GRENKE, seit März 2018 als CEO (Foto: PR)

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Sie sind als CEO auch für die Digitalisierung des Konzerns verantwortlich. Verändern sich die Führungsstrukturen bei GRENKE im Rahmen der Transformation?

Antje Leminsky: Die Digitalisierung wirkt wahrlich revolutionär: in unserer Gesellschaft, im Privatleben und eben auch geschäftlich. Diesen Wandel kann man nicht aufhalten, sondern muss ihn zum eigenen Vorteil und dem seiner Kunden machen. Daher kommt digitale Transformation auch am Miteinander im Unternehmen nicht vorbei: Moderne Führung heißt veränderte Kommunikation und andere Tools – dazu mehr Transparenz und Empathie denn je.

Erleichtert diese Entwicklung Frauen den Weg in die Führungsebenen?

Leminsky: Die Digitalisierung schafft mehr Freiheiten und damit auch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Homeoffice und Videokonferenzen gehören dazu, aber es bedarf des kontrollierten Einsatzes. Sonst wird es ein Bumerang. Genau dafür müssen wir unsere Kinder schon in der Schule fit machen und auch Risiken im Umgang mit Technik vermitteln. Da lernen wir alle, aber Eltern und Lehrer sollten es nicht erst nach den Kindern tun. Wir haben bei GRENKE Zielgrößen für Frauen in Führungspositionen. Aber wir führen eigentlich lieber durch Vorbilder, wie zum Beispiel durch mich. Digitaler Wandel muss authentisch sein.

Wie hoch ist der Anteil weiblicher Führungskräfte bei GRENKE?

Leminsky: 32 Prozent, also über dem Durchschnitt von 25 Prozent in unserer Branche. Aber damit geben wir uns nicht zufrieden. Wir suchen noch mehr ­Frauen mit Ehrgeiz und Energie.

Bei wem fanden Sie in Ihrer Karriere Unterstützung?

Leminsky: Ich habe immer auf die richtigen Mentoren gesetzt. Zufall oder nicht: Es waren in meinem Falle immer starke Männer mit starkem Frauenbild. Und ich habe über ein Jobangebot nie lange nach­gedacht, wenn mich das Thema gereizt hat. Nur für den ersten Job habe ich mich explizit beworben. Danach kamen die Jobangebote zu mir.

An welchen Soft Skills sollten Frauen vor allem arbeiten, um ihre Aufstiegschancen zu verbessern?

Leminsky: Karriere setzt voraus, dass man in kurzer Zeit viele komplexe Probleme lösen kann. Das können Frauen genauso erfolgreich wie Männer. Was die Soft Skills angeht, müssen aber vermutlich eher die Männer daran arbeiten als die Frauen.

Haben Sie auch Karriereentscheidungen getroffen, die Sie im Nachhinein bereuen?

Leminsky: Nein, ich habe die Gegenwart und vor allem die Zukunft im Blick. Man muss heute keinen idealtypischen Lebenslauf haben, um erfolgreich zu sein. Wenn man wie ich seit so vielen Jahren digital praktiziert, erfolgreich war und auch mal gescheitert ist, dann sind das beste Voraussetzungen für den CEO-Job. Scheitern kann Teil eines Bildungswegs zum Unternehmer sein. Bei mir war etwa das eher un­spektakuläre Aus eines Start-ups ein solcher Lern­effekt. Eine positive Fehlerkultur gehört für mich deshalb einfach dazu.

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