Der Staat hilft mit

Henriette Meissner: Vorteile der betrieblichen Altersvorsorge nutzen

Steuervorteile, Zuschüsse, Freibeträge: Neue gesetzliche Regelungen für die betriebliche Altersversorgung bieten jetzt noch mehr Vorzüge für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Henriette Meissner klärt auf.

Dr. Henriette Meissner ist Generalbevollmächtigte für die bAV der Stuttgarter Lebensversicherung a. G. und Geschäftsführerin der Stuttgarter Vorsorge-Management GmbH

Dr. Henriette Meissner: ist Generalbevollmächtigte für die bAV der Stuttgarter Lebensversicherung a. G. und Geschäftsführerin der Stuttgarter Vorsorge-Management GmbH (Bild: PR)

Der Fachkräftemangel schlägt überall in der Wirtschaft durch – und damit der Druck auf die Unternehmen, ihren Beschäftigten mehr zu bieten. Neben gutem Lohn und guten Arbeitsbedingungen sind betriebliche Sozialleistungen gefragt. Angesichts sinkender Renten steht dabei auch eine Betriebsrente hoch im Kurs. In Form der Entgeltumwandlung gehört sie oft schon zum Standard in den Unternehmen: Der Beschäftigte nimmt einen Teil seines Entgelts und bringt es in eine Versorgungslösung ein – häufig in Form der Direktversicherung.

Ein großer Anreiz ist, dass das in der Ansparphase steuer- und sozialversicherungsfrei ist. Seit 1. Januar 2019 ist ein gesetzlich verpflichtender Arbeitgeberzuschuss in Höhe von 15 Prozent hinzugekommen. Das macht die Entgeltumwandlung aus Sicht eines Beschäftigten noch attraktiver. Für den Arbeitgeber hält sich dabei der Aufwand für den Zuschuss in Grenzen. Denn für einen Beschäftigten unterhalb der Beitragsbemessungsgrenzen „spart“ er rund 22,5 Prozent Lohnnebenkosten. Die Differenz von etwa sieben Prozent verbleibt im Unternehmen, und der gesetzliche Zuschuss kann zusätzlich als Betriebsausgabenabzug abgesetzt werden. Es verbleiben als rund 12,5 Prozent Sozialversicherungsersparnis im Unternehmen.

Entgeltumwandlung ist ein attraktiver Arbeitgeberzuschuss

Doch immer mehr Unternehmen gehen noch einen Schritt weiter und gewähren eine zusätzliche Arbeitgeberrente, die aufgrund einer neuen Gesetzeslage seit 1. Januar 2018 für Unternehmen wie Beschäftigte sehr interessant ist. Denn mit dem sogenannten Förderbetrag nach § 100 EStG gibt es nun für die Unternehmen einen doppelten Anreiz, eine Betriebsrente für alle Beschäftigten einzurichten. Der doppelte Anreiz:

1. Beiträge zu einer Betriebsrente sind immer betriebsausgabenabzugsfähig.

2. Für jeden Beschäftigten, der die Förderkriterien nach § 100 EStG erfüllt, gibt es – auch das ist ganz neu – zusätzlich einen Förderbetrag in Höhe von 30 Prozent des Arbeitgeberbeitrags.

Vor diesem Hintergrund bekommt der Unternehmer je nach Zusammensetzung seiner Belegschaft eine staatliche Förderung in Höhe von 30 bis 51 Prozent für seine arbeitgeberfinanzierte Betriebsrente. Das zeigt schematisch die folgende Grafik.

Doppelte Förderung für alle lohnt sich!

Die neue steuerliche Förderung in Höhe von 30 Prozent gibt es für sogenannte Niedrigverdiener. Ihnen soll so der Zugang zu einer Betriebsrente eröffnet werden. Wichtigste Rahmenbedingungen: Der Beschäftigte muss unter 2.200 Euro monatlich verdienen (dazu gehören auch Teilzeitkräfte und Azubis). Es ist zudem ein Mindestbeitrag von 240 Euro jährlich einzuzahlen, und es werden maximal 480 Euro pro Jahr gefördert. Der Förderbeitrag darf direkt von der Lohnsteuer einbehalten werden. Das hört sich einfach an, in der Praxis stellen sich aber einige Fragen. Beispielsweise: Ist der Verdienst ein arbeitsrechtlich objektives Kriterium, um nur dieser Gruppe eine Versorgung zuzusagen? Ein Grund könnte etwa sein, dass der Gesetzgeber signalisiert hat, dass diese Gruppe besonders versorgungsbedürftig ist. Wie kommuniziere ich das den Besserverdienenden, die ja wahrscheinlich stärker zum Erfolg des Unternehmens beitragen?

Teil 1: Henriette Meissner: Vorteile der betrieblichen Altersvorsorge nutzen

Teil 2: Henriette Meissner: Dank bAV im Alter abgesichert

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