Titelthema

Lernfähige Programme sind die wahren Meister

Roboter Paul hilft Saturn-Kunden bei der Orientierung und bringt sie in die gewünschte Abteilung Roboter als Verkaufshilfe: Roboter Paul bringt Saturn-Kunden zum gesuchten Produkt (Foto: PR)

Die KI dagegen erkennt in diesen Daten – etwa Bild-, Video-, Text- und Audiodateien – Muster und filtert relevante Informationen heraus. Anders als herkömmliche Software arbeitet eine KI dabei nicht nur programmierte Befehle ab. Vielmehr erschließt sie sich Wissen nach der Trial-and-Error-Methode: Macht die KI etwas richtig, werden bestimmte Verknüpfungen in ihren künstlichen neuronalen Netzen stärker; bei einem Misserfolg werden diese schwächer.

„Die Maschinen können große Datenmengen gut verwerten und anhand von vorher erlernten Szenarien einsortieren“, sagt Ruskowski. Und genau das ist der Knackpunkt: In der Praxis beschränkt sich KI auf eng abgesteckte Bereiche. Auf dem Gebiet, für das sie trainiert wurden, sind lernfähige Programme allerdings wahre Meister. So hat beim Pokern, beim chinesischen Brettspiel Go oder beim Schach kein Mensch mehr eine Chance gegen die jeweils darauf spezialisierte KI. Doch schon mit einer Partie Dame wäre das Schach-Programm heillos überfordert. Es kann das Gelernte eben (noch) nicht auf andere Gebiete übertragen.

Robocop kassiert Strafzettel

Dennoch: „Die Technologie ist längst Teil unseres Alltags. An vielen Stellen bestimmt sie diesen bereits, ohne dass wir es wirklich merken“, sagt Walter. „Wir überlassen dem Navi die Entscheidung über Routenoptionen, Alexa wählt den Nachrichten-Feed aus, wir freuen uns über die von Spotify vorgeschlagene Playlist oder orientieren uns bei der Online-Suche aus Gewohnheit an den ersten Google-Treffern.“ Dazu sind im Wohnzimmer kleine Staubsauger- und im Garten Rasenmäherroboter unterwegs. Bei der Polizei in Dubai ist seit etwa einem Jahr ein Robocop im Einsatz. Er gibt Auskünfte, nimmt Anzeigen entgegen und kassiert Strafzettel ab. Und auch ein autonom fahrendes Auto ist schlussendlich nichts anderes als ein intelligentes Computersystem.

In der Medizin wird KI ebenfalls getestet. „Zum Medizinerberuf gehört es, eine ausgeprägte Fähigkeit zur Mustererkennung zu haben“, sagt Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse. Etwas, was die KI besonders gut kann. Und so war ein lernendes Programm bei der Diagnose von Hautkrebs anhand von Bildern auch genauso gut wie Fachärzte. Google bringt einer KI zudem gerade bei, das Herzinfarktrisiko mit einem Blick ins Auge des Patienten zu erkennen. Solche Dinge werden Ärzte nicht ersetzen, sie aber bei der täglichen Arbeit entlasten. Gleiches gilt für den Kundenservice. Schon jetzt bieten Chatbots – also textbasierte Dialogsysteme – rund um die Uhr schnelle Hilfe, etwa bei Fragen zur Versicherung oder zum Telefontarif.

Teil 1: Warten auf die Alleskönner

Teil 2: Lernfähige Programme sind wahre Meister

Teil 3: Kunden bevorzugen den Rundum-Service

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