Titelthema

Ketten-Reaktion

Blockchain und Kryptowährungen: Beide Zukunftstechnologien haben das Zeug dazu, die Wirtschaft zumindest kräftig durcheinanderzuwirbeln: Die Blockchain etwa will Unternehmen schneller und effizienter machen. Die Weichen werden jetzt gestellt.

Bitcoin & Co. glänzen trotz Kursschwankungen verlockend. Die wahre Goldader ist aber die Blockchain-TechnologieGoldgrube: Bitcoin & Co. glänzen trotz Kursschwankungen verlockend. Die wahre Goldader ist aber die Blockchain-Technologie (Foto: Fire Dept./Anika Dallmer)

Eigentlich ist sie fast simpel, die Sache mit den Kryptowährungen. Sie basieren in der Regel auf der Blockchain-Technologie. Jener IT-Entwicklung also, die Datenpaket an Datenpaket in eine Kette reiht. Sobald diese Kette um ein neues Paket verlängert wird, ist das vorige gesichert und kann nicht mehr verändert werden. Gespeichert werden diese Pakete nicht auf einem zentralen Rechner, sondern auf jedem angeschlossenen Computer. Enthalten können Versicherungsdaten sein oder eben auch virtuelle Währungen wie Bitcoin. Sicherheit und günstige Kosten, damit lockt das System. Sicherheit – unter anderem weil die dezentrale Speicherung weniger Angriffspunkte für Angriffe bietet als ein einzelner Speicherort. Und günstige Kosten, weil die Blockchain Gebühren für klassische Mittler zwischen zwei Parteien wie etwa Banken schlicht überflüssig macht. So weit, so unspektakulär. Und doch wird der Blockchain eine revolutionäre Kraft attestiert. Bitcoin wiederum ist mit der Klage „Warum hab ich eigentlich nicht rechtzeitig investiert?“ fast schon Stammtischthema.

Doch gibt es auch Kritik an dem System. Die extremen Kursschwankungen sind das eine. Hinzu kommt: Auch der Stromverbrauch sei zum Beispiel zu hoch. Allein die Herstellung der Kunstwährung Bitcoin verbrauche im Jahr mehr Strom als die Republik Irland, schätzt das Verbrauchsportal PowerCompare. Und während etwa der Kreditkartenanbieter Visa Tausende Transaktionen pro Sekunde abwickelt, ist es beispielsweise bei Bitcoin nur ein Bruchteil. Zu wenig für die Zukunft einer auf Geschwindigkeit ausgelegten Wirtschaft. Trotzdem erwägen rund 47 Prozent der deutschen Unternehmen derzeit den Einsatz der Blockchain, so die Yougov-Studie „Potenzialanalyse Blockchain“.

Unternehmen müssen sich kümmern

Eine gigantische Kettenreaktion auf die technologische Entwicklung ist zu erwarten. „Deutschland als hochindustrialisierte Gesellschaft wird seine Stellung im globalen Wettbewerb nur halten können, wenn wir uns in den Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts als Vorreiter positionieren“, sagt Axel Apfelbacher, Vorstand und Chief Strategy Officer der niiio finance group. Der klare Apell: „Unternehmen sollten sich kümmern, denn sie müssen reagieren, wenn Kunden auf diese Weise bezahlen und zur Intermediation statt einer vertrauten Bankbeziehung eine Kryptowährung einsetzen wollen“, sagt Michael Tolksdorf, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR). Und die Unternehmen reagieren schon.

Teil 1: Ketten-Redaktion

Teil 2: Die neue Art der Finanzierung

Teil 3: „Wir disruptieren uns selbst“

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