Tech Trends 2018: Generation Transition

Künstliche Intelligenz ist Basis für Tech Trends 

Noch nicht sichtbar: 90 Prozent des Eisbergs sind unter Wasser. Auch bei Zukunftstechnologie kratzen wir erst an der Oberfläche

Noch nicht sichtbar: 90 Prozent des Eisbergs sind unter Wasser. Auch bei Zukunftstechnologie kratzen wir erst an der Oberfläche (Foto: Getty Images/Baluchis)

Die Grundvoraussetzung für einen funktionierenden sprachbasierten Dialog – aber auch für selbstfahrende Autos, Industrieroboter und Smart-Home-Anwendungen – ist KI. Daher spielt das Thema im „Tech Trends Report“ auch eine zentrale Rolle. Ein Trend, also etwas, das erst noch bedeutend wird, ist sie allerdings nicht. „Die Künstliche Intelligenz ist schon da“, sagt Webb. „Wir alle nutzen sie jeden Tag.“ Als Beispiele dafür nennt sie das Antiblockiersystem im Auto und die Empfehlungen bei Spotify.

Jeder, der heute lebt, gehört laut Webb zur „Generation Transition“. Denn die Menschen erleben im 21. Jahrhundert den Beginn der nächsten Ära in der Geschichte des Computers hautnah mit: Auf programmierbare Systeme folgen selbstlernende Maschinen. Doch: „Wenn es um KI geht, gibt es eine ungeheure Menge an fehlgeleitetem Optimismus und Angst, und das liegt zum Teil daran, dass wir dem System menschliche Eigenschaften auferlegt haben“, sagt Webb.

Die Maschinenethikerin Nell Watson glaubt nicht einmal, dass man verstehen muss, wie menschliche Intelligenz funktioniert, um eine KI zu erschaffen. „Flugzeuge funktionieren auch nicht wie Vögel“, so Watson. „Alle Versuche, den Vogelflug zu replizieren, sind gescheitert. Ich bin mir deshalb nicht sicher, ob die Replikation menschlicher Intelligenz der richtige Weg ist, um Maschinenintelligenz aufzubauen.“ Worin sie sich aber ganz sicher ist: Eine KI braucht Werte. Deshalb engagiert sich Watson in der Non-Profit-Organisation EthicsNet. Ziel: ein Datensatz, durch den Maschinen soziales Verhalten erlernen. Cheyer wäre überrascht.



Was die Zukunft bringt

Wie Amy Webb darüber entscheidet, welche Themen sie in ihren „Tech Trends Report“ aufnimmt.

Amy Webb bezeichnet sich selbst als „quantitative Futurologin“. Sie setzt bei der Identifikation und Bewertung von Trends ausschließlich auf Daten. Neben Informationen, die sie über die Medien und Regierungen bezieht, verarbeitet sie unter anderem auch Daten zur Vermögensverteilung, Bildung, Gesundheit, Wirtschaft und Umwelt. In sechs Schritten werden daraus dann Trends identifiziert. So sucht Webb zunächst nach schwachen Signalen, die auf eine Veränderung hindeuten könnten. Diese Signale werden mitunter über Jahre hinweg beobachtet, bis Muster erkennbar sind. Anschließend finden Befragungen von Experten statt, um herauszufinden, ob ein Muster das Potenzial zum Trend hat. Als Trend definiert das Future Today Institute „etwas Neues, das zu einem nachhaltigen Wandel innerhalb einer Branche, in der Gesellschaft oder im menschlichen Verhalten führen kann“. Ist das bei einem identifizierten Thema der Fall, wird berechnet, mit welcher Geschwindigkeit sich der Trend in der Praxis manifestieren könnte. Danach werden wahrscheinliche Szenarien entwickelt, aus denen sich Handlungsempfehlungen ableiten.


 

Teil 1: Die wichtigsten Tech Trends 2018

Teil 2: Künstliche Intelligenz ist Basis für Tech Trends

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