Tech Trends 2018: Die zweite Schöpfung

Generation Roboter

Freunde oder Feinde? Experten sind sich uneinig – das Thema Robotik provoziert. In vielen Gebieten gehören Roboter schon längst dazu, in anderen halten sie jetzt Einzug.

 Industrieroboter sind nicht neu. Aber bald schon arbeiten sie kollaborativ mit dem Menschen zusammen

Hightech-Kollegen: Industrieroboter sind nicht neu. Aber bald schon arbeiten sie kollaborativ mit dem Menschen zusammen (Collage: JDB MEDIA )

Komplexe Formeln lösen? Ein Buch in kürzester Zeit übersetzen? Gesichter erkennen? Für eine Künstliche Intelligenz (KI) kein Problem. Flüssige Bewegungen ausüben? Nach Gegenständen greifen? Eine enorme Herausforderung für Roboter. Was für Maschinen ein Leichtes ist, fordert Menschen heraus – und umgekehrt. Dieses vom Roboterspezialisten Hans Moravec und seinen Kollegen beschriebene Moravec’sche Paradox gehörte bisher zu den wichtigsten Erkenntnissen im Bereich KI und Robotik. Nun aber beginnen Maschinen, in ganz neue Domänen vorzustoßen.

Utopie versus Dystopie

Schon in wenigen Jahren sollen Nanoroboter in den menschlichen Organismus eindringen und dort Medikamente verabreichen und OPs durchführen. Und in nicht allzu ferner Zukunft werden Menschen keine Maschinen mehr produzieren – die Reproduktion übernehmen diese selbst. Klingt unheimlich? Aber auch chancenreich. Kinderarbeit etwa könnte durch Roboter vermieden werden. Bisher unheilbare Krankheiten könnten behandelbar werden. Denn die Roboterforschung will auch vor Lösungen für hoch qualifizierte Berufe wie Ärzte, Wissenschaftler oder Ingenieure nicht haltmachen.

Die fortschreitende Technologie könnte zur Aufhebung des Moravec’schen Paradoxons führen. Roboter werden dann in Dingen gut, die bisher Menschen vorbehalten waren. Laut Moravecs Prognose sei dies 2040 der Fall. Maschinen hätten dann eine Rechenkapazität, die der menschlichen Denkfähigkeit entspricht. Je nach Diskurs, technikkritisch oder euphorisch, formieren sie sich dann zu Konkurrenten oder Kollegen. Science-Fiction? Schon jetzt hat ein menschenähnlicher Roboter die saudische Staatsbürgerschaft erhalten: Sophia. Doch wie nah ist Moravecs Version wirklich? Wohin geht die Entwicklung beim Megatrend Robotik?



Deutschland wird älter. Wie helfen Roboter beim demografischen Wandel?

25,8 Prozent der deutschen Bevölkerung werden 2035 über 67 Jahre alt sein. Das heißt: 2,7 Millionen weniger Erwerbstätige, so die aktuelle Studie „Perspektive 2035“ des Instituts der deutschen Wirtschaft. Unterstützung leisten dann wohl Hilfs- und Pflegeroboter. Die japanischen Unternehmen Panasonic, Daiwa House und Seven Dreamers haben bereits den Roboter Laundroid entwickelt, der Wäsche sortiert und zusammenlegt. Honda und Sony begannen 2017 mit der Entwicklung zahlreicher persönlicher Roboter. Dazu gehört beispielsweise das Robotik-Konzept 3E-A18, das anhand von Gesichtsausdrücken Mitgefühl zeigen kann.



Kann der Mensch als Blaupause für Innovationen in der Robotik dienen?

Eine Gemeinsamkeit zwischen menschlicher DNA und Computersystemen? Beide basieren auf Programmierung. Anders als Roboter aber bewegen sich Moleküle autonom, bauen sich selbst zusammen und reagieren auf die Umwelt – ohne externe Stromversorgung. Japanische Forscher der Tohoku-Universität und des Advanced Institute haben nun einen molekularen Roboter mit einer künstlichen Zellmembran entwickelt. Der kann seine formverändernde Funktion als Reaktion auf ein spezifisches DNA-Signal starten und stoppen. Zukünftig könnten so Behandlungsroboter für lebendige Kulturzellen oder Überwachungsroboter zur Kontrolle der Umweltverschmutzung entwickelt werden.



Teil 1: Generation Roboter

Teil 2: Mehr Effizienz mit Soft Robotics und On-Demand-Spezialroboter

Teil 3: Maschinen verbessern die Welt?

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