Tech Trends 2018: Die neue Normalität

Starke oder schwache KI?

Im Alltag sind sie längst angekommen, die Programme und Geräte, die es beim Lesen, Schreiben oder Übersetzen mit dem Menschen aufnehmen können. Perfekt sind sie noch nicht. Doch sie lernen täglich dazu.

Das menschliche Hirn ist das Vorbild für die Entwicklung Künst­licher Intelligenz

Inspirationsquelle: Das menschliche Hirn ist das Vorbild für die Entwicklung Künst­licher Intelligenz (Foto: Getty Images/monsitj)

Eine Zukunftsvision? Das ist Künstliche Intel­ligenz (KI) längst nicht mehr. Im Gegenteil: Anwendungen, die auf KI basieren, sind weitverbreitet. Häufig nehmen wir sie nur nicht als solche wahr. Die Kaufempfehlungen bei Amazon, die Autovervollständigung in Suchmaschinen oder die Autokorrektur im Smartphone: All das beruht auf Algorithmen, die in unserem Surf- und Suchverhalten Muster registrieren und daraus Schlüsse ziehen – also lernen. Und genau das zeichnet KI aus. Bisher existieren nur schwache KI-Systeme. Sie wurden entwickelt, um konkrete Probleme zu lösen. So können sie zum Beispiel Schach spielen, übersetzen, Bildinhalte erkennen oder Spracheingaben verarbeiten. Starke KI, die Superintelligenz, gibt es hingegen – noch – nicht. Sie könnte nicht nur logisch denken und selbstständig handeln, sondern hätte zudem ein Bewusstsein. Damit wäre die starke KI dem Menschen extrem ähnlich.

Fachkräftemangel bremst

Fortschritten steht derzeit eines im Weg: In Deutschland fehlen KI-Fachkräfte. Das gaben 80 Prozent der von den IDC-Marktforschern befragten Firmen an. „Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen werden in mittelständischen Unternehmen der entscheidende Faktor sein, um konkurrenzfähig zu bleiben“, sagt Lucas Pedretti, Geschäftsführer des Software­anbieters Qymatix Solutions. „Sie sind der Schlüssel zu einer deutlichen Effizienzverbesserung.“ Ein Grund, weshalb zwei von drei Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten KI-Projekte anschieben wollen.



Wer ist bei der Entwicklung von KI-Anwendungen führend?

Derzeit dominieren neun US-amerikanische und chinesische Unternehmen: Alibaba, Alphabet, Amazon, Apple, Baidu, Facebook, IBM, Microsoft und Tencent. Einige von ihnen haben ihren Erfolg vor allem der profitabelsten KI-Anwendung zu verdanken: individuell aussteuerbarer Werbung, basierend auf lernenden Algorithmen. Inzwischen haben sie aber auch zahlreiche Tools – von Software bis hin zu speziellen Programmiersprachen – entwickelt, die anderen Unternehmen bei KI-Projekten helfen sollen. So sind zum Beispiel „Amazon ­SageMaker“ und „Microsoft Azure“ Plattformen, über die Entwickler schnell und einfach Machine-Learning-Modelle erstellen können. Solche Ange­bote festigen den Marktanteil der Konzerne.



Weiß KI, was auf einem Bild zu sehen ist?

Wurde einer KI mit Tausenden Bildern beigebracht, wie beispielsweise Straßen aussehen, kann sie diese in ihr bis dato unbekannten Fotos identifizieren. Die Mustererkennung macht das möglich. Das UN-Kinderhilfswerk Unicef und das kenianische Unternehmen Kimetrica nutzen diese Fähigkeit von KI nun, um den Grad der Unterernährung bei Kin- dern anhand von Fotos zu bestimmen. Bisher wurde dazu der Armumfang vermessen. Zudem wird im Irak getestet, ob Satellitenbilder Informationen zur Armut in einer Region liefern können. So erkennen Programme zum Beispiel, ob es elektrisches Licht gibt, welches Baumaterial genutzt wurde und ob Vieh gehalten wird, und ziehen daraus Schlüsse.

Was ein Mensch problemlos sieht, musste eine KI erst lernen

Mustererkennung: Was ein Mensch problemlos sieht, musste eine KI erst lernen (Foto: Getty Images/oona)



Teil 1: Starke oder schwache KI?

Teil 2: Lernen ohne Grenzen

Teil 3: So alltäglich ist KI

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