Tech Trends 2018: Die neue Normalität

Lernen ohne Grenzen

Verschiedene Methoden helfen, damit sich eine KI besser am Menschen orientieren kann

Maschinelles Lernen: Verschiedene Methoden helfen, damit sich eine KI besser am Menschen orientieren kann (Foto:Getty Images/PhonlamaiPhoto)

Wie lernt eine KI, menschenähnliche Entscheidungen zu treffen?

Durch maschinelles Lernen. Ganz einfach ausgedrückt bedeutet das: Einem Programm wird eine große Datenmenge zu einem Thema zur Verfügung gestellt. In diesen Daten wird nach Zusammenhängen gesucht. Es gibt verschiedene Methoden, nach denen ein Programm lernen kann. Beim Deep Learning beispielsweise lernt ein System ständig dazu und optimiert sich auf diese Weise selbst. An folgenden Methoden wird derzeit geforscht.

- Continuous Learning: Ziel ist es, den Lernprozess komplett zu automatisieren. Denn noch muss ein Mensch die Maschine besonders zu Trainingsbeginn überwachen und korrigierend eingreifen.

- Reinforcement Learning: Die Programme bekommen nur wenige Anfangsinformationen und lernen dann nach der Trial-and-Error-Methode dazu. Die Programme bekommen nur wenige Anfangsinformationen und lernen dann nach der Trial-and-Error-Methode dazu.

- Multitask Learning: Bisher werden KI für ein konkretes Thema trainiert. Forscher experimentieren nun damit, den Systemen mehrere Aufgaben parallel zu stellen. Das soll die Lerneffizienz steigern.

- Maschinelles Lernen in Echtzeit: Programme müssen nicht mehr gestoppt werden, um sie mit neuen Daten zu füttern. Aktualisierun- gen sind auch in Echtzeit möglich. So können etwa Online-Händler bessere Kaufempfehlungen geben.


 

Braucht KI eine integrierte Ethik?

Angst treibt die Debatten um KI an. Eine Angst, die durch Aussagen wie diese verstärkt wird: „Künstliche Intelligenz ist deutlich gefährlicher als Atomwaffen.“ Das sagte Elon Musk bei der Digitalkonferenz South by Southwest in Austin, Texas. Ob eine KI gut oder böse ist, hängt von den Daten ab, mit denen der Mensch sie trainiert. Damit das Vertrauen in die Technik nicht vollends verloren geht, plädiert Bundesforschungsministerin Anja Karliczek dafür, einen ethischen Rahmen für KI zu entwickeln. „Diese Regeln müssen wir uns jetzt erst gemeinsam geben, damit die Dinge nicht aus dem Ruder laufen. Es ist immer noch die Maschine für den Menschen da und nicht umgekehrt.“


 

Kann KI die Zukunft vorhersagen?

Hellsehen kann eine KI nicht. Aber durch Predictive Machine Vision bekommt sie tatsächlich eine Ahnung davon, was in naher Zukunft passiert. So haben Forscher am MIT einen Computer mit YouTube-Videos und Serien wie „Desperate Housewives“ trainiert. Anhand der Körpersprache kann er nun antizipieren, wie zwei Personen sich wahrscheinlich gleich verhalten werden. Dieses Wissen könnte Maschinen künftig bei der Interaktion mit Menschen helfen. Was Industrieanlagen schon heute können, ist, Schäden zu erahnen, bevor sie auftreten. Damit das gelingt, werden sie im Rahmen der Predictive Main­tenance permanent überwacht.

Um Ausfallzeiten niedrig zu halten, müssen Maschinen permanent überwacht werden

Predictive Maintenance: Um Ausfallzeiten niedrig zu halten, müssen Maschinen permanent überwacht werden (Foto:Getty Images/PhonlamaiPhoto)



Teil 1: Starke oder schwache KI?

Teil 2: Lernen ohne Grenzen

Teil 3: Maschinen verbessern die Welt?

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