Tech Trends 2018: Digitale Doppelgänger

Verbraucher sehen Datensicherheit skeptisch

Datensicherheit bleibt wegen zahlreicher Skandale auch 2018 ein Dauerbrenner. Mit dem Öl der digitalen Wirtschaft – den Daten – geben viele Verbraucher ihre Privatsphäre ab. Die EU rüstet deshalb regulatorisch auf. Der technische Fortschritt schafft fortlaufend neue Rahmenbedingungen.

Virtuelle Spiegelung: Die gesammelten Daten schaffen digitale Abbilder der Menschen

Virtuelle Spiegelung: Die gesammelten Daten schaffen digitale Abbilder der Menschen (Foto: Getty Images/metamorworks; Getty Images/PeopleImages; Getty Images/LueratSatichob)

Die Datenberge wachsen unaufhaltsam. Weltweit wurden 2017 täglich 2,5 Trillionen Bytes an Daten produziert. Allein in Deutschland erwartet der Digitalverband Bitkom 2018 einen Umsatz von 6,4 Milliarden Euro im Bereich Big Data. Für rund 46 Prozent aller Unternehmen in Deutschland ist die Nutzung personenbezogener Daten sogar Grundlage des Geschäftsmodells, so Bitkom. Doch bei vielen Verbrauchern wächst das Misstrauen gegenüber dem Datengeschäft. Laut EU-Kommission meinen aktuell nur noch 15 Prozent der Menschen, vollständige Kontrolle über ihre online gestellten Daten zu haben. Zwei Drittel der Internetnutzer verzichten laut Bitkom aus Sicherheitsgründen auf bestimmte Online-Aktivitäten. Der Datensicherheitsanbieter Thales e-Security fand heraus: Knapp 50 Prozent der Befragten glauben, Unternehmen sei der Schutz der Kunden-Privatsphäre egal. Fatale Ergebnisse für die Internetökonomie, die von unseren digitalen Doppelgängern lebt. Der Schutz von Personen- und auch Unternehmensdaten bleibt ihre Achillesferse.

Alles neu macht der Mai?

Die EU-Kommission und Verbraucherschützer setzen auf die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO). Kurz vor Ablauf der Übergangsfrist am 25. Mai ermittelte Bitkom: Nur ein Viertel aller deutschen Unternehmen würden die EU-DSGVO rechtzeitig umsetzen. Fast 60 Prozent erwarten dauerhaften Mehraufwand. 70 Prozent sehen einheitlichere Wettbewerbsbedingungen in der EU, 38 Prozent befürchten einen Dämpfer für Europas Digitalisierung. Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), erwartet hingegen Chancen für neue Geschäftsmodelle, welche die digitale Privatsphäre ernst nehmen. Denn Fragen nach Besitz- und Nutzungsrechten in der digitalen Welt werden immer drängender: Bei wem liegen die Rechte an Daten, die von Smartwatch, Smart Meter und Co. gesammelt werden? Wer darf biome­trische Daten nutzen, die dank Gesichtserkennung und Smart Speaker in immer mehr Alltagssituationen gespeichert werden? Nach der EU-DSGVO soll noch vor Mai 2019 die E-Privacy-Verordnung folgen, die harte Einschnitte im digitalen Werbemarkt bedeuten könnte. Eine Atempause im Anpassungsmarathon für Unternehmen scheint nicht in Sicht, entsprechendes Personal ist weiterhin knapp.



Wie viele E-Mails werden täglich verschickt?

Die E-Mail bleibt trotz sozialer Netzwerke und anderer Kommunikationsmittel weiterhin allgegenwärtig. Das Marktforschungsunter­nehmen The Radicati Group prognos­tiziert: 2018 werden weltweit pro Tag rund 281 Milliarden E-Mails von 3,8 Milliarden Accounts verschickt, Tendenz weiter steigend.



Wie viele Such­anfragen bekommt Google?

Allein in der ersten Jahreshälfte 2018 sind bei Google über 870 Milliarden Such­anfragen eingegangen. Das dokumentiert das Webportal Internet Live Stats. Im April 2018 hatte Google einen Marktanteil von 90,6 Prozent unter allen Suchmaschinen. (Quelle: Web-­Analyseunternehmen Statcounter)



Teil 1: Verbraucher sehen Datensicherheit skeptisch

Teil 2: Zukunftstrends in der Datensicherheit

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