Tech Trends 2018: Digitale Doppelgänger

Zukunftstrends in der Datensicherheit


Datenstrecke: Vernetzte Fahrzeuge zeichnen auf, wer rast oder scharf bremst. Wer darf diese Daten nutzen?

Datenstrecke: Vernetzte Fahrzeuge zeichnen auf, wer rast oder scharf bremst. Wer darf diese Daten nutzen? (Foto: Getty Images/posteriori)

Vernetzte Geräte wie Smartwatches, Connected Cars und Smart-Home-Devices erobern den Alltag. Was wissen sie über die Menschen, und wer hört mit?

2020 werden laut Gartner weltweit rund 20 Milliarden Geräte im Internet der Dinge vernetzt sein. Sie sammeln Daten über ihre Nutzer, tauschen sich untereinander aus. Es mehren sich Kriminalfälle, bei denen Ermittler auf die gespeicherten Daten von Amazons Echo oder Smart­phones zugreifen wollen. Unterneh- men sehen die Daten als Goldgrube. Inwiefern müssen diese persön- lichen Daten besonders geschützt werden? Brauchen Nutzer ein Recht zu erfahren, was die Tools über sie speichern? Das ist oft rechtlich noch ungeklärt. Die Bundesnetzagentur verbot 2017 Kinder-Smartwatches, mit denen mehrfach etwa Lehrer im Klassenzimmer abgehört worden waren. Diese Abhörfunktion ist in Deutschland verboten.



Nach der Datenschutz-Grundverordnung ist vor der E-Privacy-Verordnung. Was erwartet Unternehmen mit der ergänzenden Regelung?

Um mit den Schutzvorschriften der EU-DSGVO gleich­zuziehen, müssen auch die Regeln für elektronische Kommunikation über Facebook, WhatsApp und Co. angepasst werden. Die E-Privacy-Verordnung soll dort Daten­sicherheit „by design“ und „by default“ bringen. 90 Pro-zent der deutschen Internetnutzer wünschen sich laut Eurobarometer, dass ihr Webbrowser bereits datenschutzfreundliche Voreinstellungen hat. Die wären ein Hindernis für Werbetreibende im Netz, da sie weniger Daten über die Nutzer sammeln könnten, um Werbung gezielt zu platzieren. vzbv-Vorstand Müller sieht die Chance, „das verlorene Vertrauen in die digitale Gegenwart und Zukunft wiederherzustellen“ und damit eine Grundbedingung für den Erfolg datenintensiver Geschäftsmodelle zu schaffen.



Verdeckt erkannt

Nach der Datenschutz-Grundverordnung ist vor der E-Privacy-Verordnung. Was erwartet Unternehmen mit der ergänzenden Regelung?

Die Blockchain gilt als Verheißung für sichere digitale Prozesse in vielen Branchen. Doch personenbezogene Daten liegen offen in dieser Kette. Banken wie JP Morgan Chase oder ING mit sensiblen Informationen nutzen deshalb Zero-Knowledge Proofs: Daten können damit verifiziert werden, ohne dass man sie tatsächlich sieht. Ein Kreditbewerber kann so sein Gehalt in einer bestimmten Spanne verorten, ohne eine konkrete Summe in der Blockchain zu nennen.


 

Passwort war gestern. Wie Selfie-Scans zur neuen ­Zugangsberechtigung werden.

Immer öfter reicht das Passwort allein nicht mehr aus, eine Zwei- oder sogar Drei-Faktor-Authentifizierung muss her, um Smartphone und Co. zu schützen. Biometrische Daten wie Fingerabdruck, Gesichtsgeometrie oder Gesten sollen Sicherheit bringen – zum Entsperren des neuen iPhone X, bei Zahlungen im Alibaba-System oder per Selfie-Scan bei MasterCard. Aber was, wenn die biometrischen Daten gehackt und missbraucht werden? Ein einfacher Passworttausch hilft dann nicht mehr weiter.

Gesichtserkennung: Immer mehr biometrische Daten werden weltweit gesammelt

Gesichtserkennung: Immer mehr biometrische Daten werden weltweit gesammelt (Foto: Getty Images/metamorworks)


Vormarsch der Datenflüsterer

Datenanalysten gehören mittlerweile zu einer der gefragtesten Berufsgruppen weltweit. Wie bei anderen digitalen Berufsprofilen schätzen Experten, dass in den kommenden Jahren 50 Prozent mehr Data-Scientists gebraucht werden, als verfügbar sind. Schon heute arbeiten die Datenflüsterer in zahlreichen Branchen, wie der Online-Weiterbildungsanbieter 365 Data Science ermittelte.

Immer mehr Daten-Analysten arbeiten in verschiedensten Branchen


 

Weltweit fehlen IT-Experten, in Russland leben viele talentierte Hacker. Wie kommt es zu diesem Paradox?

 

Wie US-Journalist Brian Krebs aus verschiedenen Studien zusammengetragen hat, entschieden sich zwischen 2005 und 2016 zirka 250.000 US-Schüler für ein Informatikstudium. In Russland waren es im gleichen Zeitraum ungefähr 600.000. Warum? In Russland spielen Mathematik und Informatik ab der Grundschule eine wichtige Rolle im Stundenplan. Später fehlt es jedoch an hoch bezahlten Jobs à la Silicon Valley für die gut ausgebildeten Informatiker. Manch einer wendet sich dann dem oft lukrativeren Geschäft als Hacker zu.


 
Teil 1: Verbraucher sehen Datensicherheit skeptisch

Teil 2: Zukunftstrends in der Datensicherheit

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