Spezial Industrie 4.0: Schrittmacher der Industrie

Plattformökonomie in Logistik und Maschinenbau

Clever vernetzen: Industrie 4.0 verknüpft spezifische Technologien, um Nutzen zu generieren (Foto: Getty Images/Andrei Suslov)

Vielversprechend sind diesbezüglich auch Plattformkonzepte für Industrie 4.0. Solche digitalen Ökosysteme bieten Vorteile für alle, die dort ihre Produkte und Dienstleistungen anbieten möchten, respektive jene, die nach technologischen Lösungen für die eigene Fertigung suchen. Das bedeutet: Unternehmen können auf voll entwickelte Infrastrukturen zugreifen, ohne diese selbst aufbauen oder warten zu müssen. Mit Industrie 4.0 wird so die Logik von Apple, Amazon und Google auf die produzierende Industrie übertragen. Beispielsweise gründete der Maschinenbauer Trumpf die Axoom GmbH als digitale Geschäftsplattform für Industrie 4.0. Ziel ist es, die softwarebasierte Produktion geringster Losgrößen zu realisieren. Siemens wiederum schafft mit Mindsphere eine offene Cloudplattform als zentralen Baustein von IoT-
Betriebssystemen, um Anlagen auf Basis von Produktionsdatenanalysen zu verbessern. Der Flughafen München will auf diese Weise mit Datenanalytik, IoT und KI die Energieeffizienz von Gebäuden und in Logistikprozessen verbessern.


Auch im Maschinenbau halten digitale Plattformen Einzug. „Anders als im Consumer-Bereich lassen sich die häufig komplexen Prozesse von der gemeinsamen Entwicklung und der individuellen kun­denspezi­fischen Konfigurierung einer Maschine über die Inbetriebnahme bis zu den After-Sales-Services aber nicht radikal vereinfachen. Das Know-how, um die Anforderungen eines Kunden zu erfüllen, haben die Unternehmen. Damit kann der Maschinenbau auch in der Plattformökonomie der Treiber des Geschehens sein“, sagt Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau.

Digitalisierung gestalten

Die vernetzte Produktion entwickelt sich zum Wettbewerbsvorteil. Gleichwohl verbreitet sich Industrie 4.0 eher schleppend, wie eine Studie im Auftrag der Wirtschaftsprüfer von EY (Ernst & Young) herausfand. Unternehmen, die Industrie 4.0 anwenden, können demnach ihre Produktion flexibilisieren, schneller auf Kundenwünsche reagieren und die Effektivität erhöhen. Den Anschluss hingegen verliert, wer sich Industrie-4.0-Lösungen nicht leisten kann oder mangelndes Fachwissen hat. „Die Zahl der Industrie-4.0-Anwender steigt langsam, aber stetig“, sagt Stefan Bley, Partner bei EY. „Vielen Unternehmen fehlt allerdings das Geld oder das Know-how, um das Thema selbst voranzutreiben. Das kann für sie zu einem echten Wettbewerbsnachteil werden. Kooperationen oder standardisierte Software könnten kleineren Unternehmen helfen, entsprechende Lösungen in der Produktion einzusetzen.“
Unternehmen sollten daher gerade jetzt über die eigene Transformation nachdenken. „Weil die Digitalisierungswelle im vollen Anmarsch ist“, sagt Jasperneite. „Frei nach der Aussage der ehemaligen Chefin von Hewlett Packard Carly Fiorina ,Alles wird digitalisiert, was digitalisiert werden kann‘ wird ein Anwendungsbereich nach dem anderen erfasst. Noch haben wir die Zeit, die Digitalisierung zu gestalten. Wir sollten vermeiden, dass wir nur noch reagieren können.“

 



Additiv fertigen

Der Begriff additive Fertigung ist besser bekannt als 3-D-Druck. Bei dem ­Verfahren wird flüssiges oder aber pulverförmiges ­Material zu einem dreidimensionalen Werkstück geformt.

Dies geschieht mithilfe eines sogenannten 3-D-Druckers, der vom Grundprinzip her ähnlich funktioniert wie ein herkömm­licher Papierdrucker: Mit Konstruktionsdaten wie CAD oder anderen Formaten können Baupläne eines zu druckenden Werkstücks einfach in das Gerät eingespeist werden.

Individuelle Massenproduktion
Mit additiver Fertigung entfällt die aufwendige Herstellung von Gussformen, Fräs-, Stanz- oder Bohrwerkzeugen. Der 3-D-Druck eignet sich insbesondere für kleine Losgrößen, also für Werkstücke, die nicht in hoher Stückzahl gefertigt werden. Damit wird die individuelle Massenproduktion Realität.



Teil 1: Voll automatisierte Fertigung, Cobots und Digitale Zwillinge

Teil 2: Neue Geschäftsmodelle in Logistik und virtueller Fertigung

Teil 3: Plattformökonomie in Logistik und Maschinenbau

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