Inside Silicon Valley: „China ist unsere größte Herausforderung“

Interview: Keith Krach über den Erzrivalen des Silicon Valleys

Konzerne agieren weniger agil als kleine Unternehmen. Sie kennen sich sowohl mit Start-ups als auch mit Großunternehmen aus. Was raten Sie Top-Managern, die ihr Haus digital ausrichten wollen?

Krach: Transformationen dieser Größenordnung müssen von der Spitze eines Unternehmens aus geleitet werden. Die digitale Transformation zu meistern bedeutet, den Mut zu haben, neue Wege zu gehen, die neuen Zeiten zu akzeptieren. Doch ein Schiff, das sich nicht bewegt, kann man nicht steuern. Bewegung schafft man durch schnelle Erfolge. Aus diesem Grund  ist DocuSign für so viele Unternehmen ein Katalysator für die digitale Transformation. Erfolge führen grundsätzlich zu einer Unternehmenskultur von Adaption und Innovation.

Künstliche Intelligenz – kurz KI – wird …

Krach: … unser Leben radikal vereinfachen und die Art, wie wir arbeiten und wirtschaften, grundlegend verändern. Die Technologie wird zu einem Quantensprung in Wirtschaft, Produktivität und weltweiten Lebensstandards führen. Das Silicon Valley investiert Milliarden an Forschungsgeldern in Künstliche Intelligenz, aber bevor Unternehmen davon profitieren können, müssen sie sich von Papier trennen. An die- sem Punkt kommt DocuSign ins Spiel. Darüber hinaus bieten wir detaillierteste Prozessdaten, die für Unternehmen vorher nicht zugänglich waren. Diese Daten sind strategisch extrem relevant, denn sie geben Aufschluss über das Was, Wo, Wann und Wie sowie den Status digitaler Transaktionen wie etwa Verträgen oder Genehmigungen.  

Anhaltende Partystimmung im Silicon Valley. Gibt es dennoch ernstzunehmende Konkurrenz?

Krach: Absolut, und die heißt China. Das Reich der Mitte hat viele große Unternehmen und Forscher und angekündigt, in den nächsten fünf Jahren 150 Milliarden Dollar in KI zu investieren. Eine Ahnung von Chinas Potenzial erhält man, wenn man die Volkswirtschaften Indonesiens, Malaysias, Singapurs und der Philippinen betrachtet. Nur fünf Prozent der dortigen Bevölkerung haben chinesische Wurzeln, aber diese kontrollieren 95 Prozent der Buttosozialprodukte. Die Chinesen sind Erfinder – von den Spaghetti über Porzellan bis zum Schwarzpulver. Zudem erlaubt es ihre Regierungsform, den Staat wie ein Unternehmen zu führen. Man muss sich das vorstellen wie eine China AG – das Staatssystem ist strukturiert, autokratisch und zielorientiert, die Chinesen debattieren nicht über Gesetze im Parlament. In der Digitalwirtschaft nutzen sie innovative Produkte wie Alibaba und Tencent sowie ihren riesigen, abgeschotteten Heimatmarkt. Dadurch hindern sie andere Länder daran, dort Fuß zu fassen. Im Interesse aller freien Demokratien steht der Westen vor der Herausforderung, die digitale Transformation geschlossen zu beschleunigen, um den chinesischen Drachen zu überflügeln.



Visionen und Ratschläge

Was muss man in sich haben, um ein guter Unternehmer zu werden? Wie sieht Keith Krach die Zukunft? Was rät er jungen Menschen und wie schätzt er Deutschlands Position in der digitalen Welt ein? Diese und weitere Fragen beantwortet der Ausnahme-Unternehmer im DUB/Digital Woodpecker Executive Interview.



 

Teil 1: Unternehmerporträt: Keith Krach, Ikone des Silicon Valley
Teil 2: Unternehmerporträt: Keith Krach, der Personalpolitiker
Teil 3: Interview: Keith Krach über seinen Werdegang bei General Motors
Teil 4: Interview: Keith Krach über den Erzrivalen des Silicon Valleys



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