Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

Hamburg, 28.04.2017

Nicht ob, sondern wie

Der digitale Wandel verlangt ein Umdenken. Aber welcher Art? Die Umsetzer der Digitalisierung liefern erste Antworten.

Why? Tobias Ködel von Daimler fordert, dass die Gründe für den Wandel klar kommunziert werden müssen

Volatil, unsicher, komplex, ambivalent, kurz VUKA. Diese Formel bringt für viele nicht nur die aktuelle gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Situation auf den Punkt, sondern auch die Gemütslage in Sachen digitaler Transformation. Kaum ein CEO, der nicht die Relevanz des Themas erkannt hat. Die Folge: Digital Labs wurden gegründet, neue Geschäftsmodelle erdacht und Chief Digital Officers installiert. Doch erste Zwischenergebnisse in Sachen Wissenstransfer und Umsetzung fallen zumeist ernüchternd aus. Was also ist zu tun, um statt digitaler Frustration die erfolgreiche Transformation zu erzeugen?

Die Digitalisierer auf dem Digital Advisory Board Summit haben Antworten geliefert. Auf Einladung der Personalberatung Cribb und des Medienpartners DUB UNTERNEHMER-Magazin haben Digitalexperten aus Konzernen, mittelständischen Häusern und Startups die konkrete Umsetzung des digitalen Wandels anhand von Case-Studies diskutiert.

Warum machen wir das überhaupt?

„Warum?“ Für Tobias Ködel, Leiter des Kulturwandelprogramms Leadership 2020 bei Daimler, lautet so die alles entscheidende Frage. Der digitale Wandel im Unternehmen müsse mit der internen Kommunikation beginnen, den Mitarbeitern müssten die Gründe für die Veränderungen erklärt werden. „Man kann in einem Veränderungsprozess das ,Why‘ nicht oft genug beschreiben. Sie müssen ein klares Zielbild entwerfen, wohin sich die Unternehmenskultur entwickeln soll. Und dazu müssen die Mitarbeiter verstehen, wie die aktuelle Kultur eigentlich aussieht“, so Ködel.

Auf die Frage der Fragen gibt es bei Daimler einige Antworten. So die politischen Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität, den Wettbewerb um das selbstfahrende Auto mit dem Silicon Valley, aber laut Ködel vor allem auch die aktuelle Position der Stärke, die es für den Transformationsprozess zu nutzen gelte. Eben, um nicht Getriebener zu sein. Der Autobauer will sich in den nächsten Jahren jedenfalls gezielt in Richtung mehr Ko-Kreation, Feedbackkultur, schnellere Entscheidungsprozesse und mehr Teamwork entwickeln. Die deutsche Unternehmenskultur, sagt Ködel, sei aber ganz anders geartet. Hierzulande seien Unternehmen von Hierarchien, Silodenken und klaren Strukturen geprägt. Mit der Initiative Leadership 2020 versucht Daimler daher, seine Mitarbeiter ganz gezielt auf dem Weg zu den neuen Konzernzielen mitzunehmen. „Wenn Sie einen Status quo verändern wollen, ist es unglaublich wichtig, dass Sie respektieren, was ist und war. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Sie viele Mitarbeiter verlieren.“ Expertenkonsens sei laut Moderator Eilrich, dass sich die Unternehmenskultur oder – weniger weit ausgeholt – das Mindset „radikal ändern muss, um den Herausforderungen gewachsen zu sein“.

Ganzheitliche Perspektive

„Was wir gerade schaffen, sind digitale Lösungen, Plattformen und Ökosysteme, die sich weiterentwickeln“, sagt Dr. Ulrich Faisst, Digital Transformation Officer bei Zeiss. „Auch wenn die Personalabteilung eine entscheidende Stellschraube für den Wandel sein kann, liegt die Verantwortung doch in erster Instanz beim CDO oder Chief Digital Officer, dem Digitalisierungsbeauftragten auf Vorstandsebene“, ergänzt Summit-Macher Dwight Cribb. Da der in großen Häusern oft schleichende Wandel größtenteils eine organisatorische und kulturelle Herausforderung darstellt, bedarf es einer Instanz mit ganzheitlicher Sicht auf diesen Prozess. Eine Erkenntis des Summit: CEO und CDO müssen in engem Schulterschluss agieren – sonst bleibt die Position nur ein Feigenblatt. Paul Jozefak, Managing Director Otto Group Digital Solutions, plädiert ohnehin dafür, vermeintliche Lehren aus Digitalisierung und Transformation kritisch zu reflektieren: Die viel zitierte Fehlerkultur im Silicon Valley dürfe nicht missinterpretiert werden. „Es geht nicht ums Scheitern. Es geht darum, zu akzeptieren, dass man scheitern kann.“

Nach oben

Das interessiert andere Leser

  • Lädt noch

    Zukunftstechnologien wie das Internet der Dinge oder künstliche Intelligenz verändern die Welt, sagen Experten. Wie und wo sie bereits erfolgreich eingesetzt werden...

  • Franchisegebühren – was ist üblich?

    Was „üblich“ und „angemessen“ ist, lässt sich nicht so ganz einfach beantworten. Allerdings gibt es Kriterien, aus denen sich die Angemessenheit der Franchisegebühren ableiten lässt.

  • Die Familienstiftung bei Unternehmensnachfolgen

    Ein Instrument für die Sicherung der Nachfolge kann die Implementierung einer Familienstiftung sein.

  • Die ganze Wahrheit über ältere Gründer

    Hartnäckig hält sich der Mythos des jungen Gründers. Tatsächlich steigt das Alter der Entrepreneure in Deutschland. Wo werden ältere Gründer aktiv, was müssen sie beachten?

  • Drama Neugründungen: Deutschland rutscht im Vergleich ab

    Deutschland, Gründerland? Das war einmal! Das belegt auch eine Statistik der Industrie- und Handelskammern, die nun öffentlich wurde.

  • So unterschiedlich treu sind Gesellschafter von Familienfirmen

    82 Prozent der Familienunternehmer schätzen den Zusammenhalt untereinander als hoch ein. Unterschiede gibt es zwischen Großfamilien und in verschiedenen Stämmen organisierten Gesellschaftern.

  • Auf den Punkt flüssig - Teil 2

    Factoring stellt eine Alternative zur kurzfristigen Liquiditätsbeschaffung für Lieferanten dar. Doch was können Abnehmer tun, um ihr Working Capital zu optimieren?

  • Kommunikation in Franchisesystemen

    Ein Experte erläutert, worauf Franchisegeber und -nehmer dabei achten sollten.

  • Neuerungen in der DUB-Unternehmensbörse

    Übersichtlicher, einfacher und erfolgversprechender. Das sollen die neuen DUB-Unternehmensbörsen und DUB-Käuferbörsen jetzt bieten. Wir haben einige Felder ergänzt und besonders das DUB-Matching eingeführt.

  • Neue Wege gehen

    Die Welt dreht sich digital – auch in der bAV-Verwaltung sind zunehmend smarte IT-Lösungen gefragt. Sie sind der Schlüssel, um betriebliche Altersversorgung künftig attraktiver zu machen.

  • Ist Ihr Unternehmen ausreichend gegen Cyber Angriffe geschützt?

    Machen Sie jetzt den kostenlosen Schnelltest!

  • America First

    Die fünf wertvollsten Unternehmen der Welt stammen aus den USA – Alphabet, Apple, Amazon, Microsoft und Facebook. Sieben namhafte Unternehmensberatungen haben das Potenzial der Tech-Riesen exklusiv bewertet.

  • Der Chef von Morgen

    Im Sport war er ein Spätzünder, dafür startet Johannes Lochner jetzt doppelt durch: Leitung eines Bobteams, Masterstudium – ein besseres Training für Führungskräfte gibt’s kaum.

  • Die Digitalisierung der Rekrutierung von Franchise-Partnern

    Lesen Sie hier, welche Rolle die Digitalisierung bei der Rekrutierung von Franchise-Partnern einnimmt.

  • Franchise-Umfrage: Wo, bitte, geht’s hier zum neuen Personal?

    Zum zweiten Jahr in Folge hat die Deutsche Unternehmerbörse Franchise-Systeme nach ihren größten Herausforderungen im Markt gefragt. Ganz oben: Die Suche nach Personal.

  • Späte Führungsnachfolge

    Der Brillenkönig Günther Fielmann behält noch weitere drei Jahre das Zepter in der Hand. Erst 2020 will er das Unternehmen in die Hände seines Sohnes legen.

  • Sachsen-Anhalt legt Fonds für die Unternehmensnachfolge auf

    Immer wieder scheitern Firmennachfolgen an der Finanzierung. Sachsen-Anhalt will dem nun vorbeugen – mit einem Fonds, ausgestattet mit 265 Millionen Euro.

  • „Psst, haben Sie schon gehört … ?“

    Wenn die Gerüchteküche brodelt, hat das selten Gutes zu bedeuten. Erst recht, wenn es um den Verkauf eines Unternehmens geht.

  • Zu schön, um wahr zu sein

    Was Franchisegeber Geschäftspartnern in spe über ihr System verraten müssen und woran man schwarze Schafe erkennt.

  • Geld vom Staat

    Auch Franchisenehmer kommen in den Genuss von staatlichen Fördertöpfen. Es müssen nur drei Kriterien erfüllt werden.

  • Deutschland paradox

    Die Bundesrepublik spielt wirtschaftlich in der ersten Liga – außer beim Gründungsgeschehen. Wie kann das sein?

  • Alles VUKA, oder was?

    Volatil, unsicher, komplex, ambivalent, kurz: VUKA. So beurteilen viele Chefs die Digitalisierung. Was tun?

  • Optimistische Chefs

    Deutschlands Unternehmer strotzen vor Optimismus. Dabei müssen sie in einem Punkt noch mächtig aufholen.

  • Erst Praktikum, dann Nachfolger

    Warum der Chef in spe bei seinem neuen Unternehmen erstmal eine Hospitanz absolvieren sollte.

  • Pflichtteilsrechte – die Büchse der Pandora

    Verstirbt ein Unternehmer, müssen häufig Kredite aufgenommen werden, um Erben auszuzahlen. Doch es geht auch anders.

  • Mehr als nur ein Spiel

    Zocken, daddeln – ist doch Kinderkram? Weit gefehlt. Video spielen ist zum Milliardenmarkt avanciert. So wollen Unternehmen und Vereine auf den neuen Goldesel aufsatteln.

  • Begehrte Pleitefirmen

    Warum ausländische Investoren um insolvente deutsche Unternehmen feilschen.

  • Gesucht, gefunden

    Wer genau weiß, was er will, wird schneller fündig: zum Beispiel auf der DUB-Franchisebörse. Im Fall von Lutz Große und dem System Filtafry war das ein Glücksfall für alle Beteiligten.

  • Risiko Familienunternehmen

    Familienunternehmen können schneller von einer Insolvenz bedroht sein als andere. Doch das Risiko lässt sich senken.

  • Den Quick Fix gibt es nicht

    Industrie 4.0. Der Trend ist da, die Umsetzung lahmt: Das Potenzial der vierten industriellen Revolution wird hierzulande nicht ausgeschöpft. Zwei Experten verraten, was dafür nötig ist.

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen

Jetzt Newsletter bestellen

DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick