Ahoi, Talente

„Potenziale entdecken“

Der „War for Talent“ macht es den Unternehmen nicht
leicht. In Sachen Recruiting ist Roderick Flavell Experte.

Roderick Flavell ist CEO des IT-Diensteisters FDM Group. Er verantwortet die strategische Entwicklung und den Ausbau des Geschäfts.

Roderick Flavell ist CEO des IT-Diensteisters FDM Group. Er verantwortet die strategische Entwicklung und den Ausbau des Geschäfts. In den vergangenen 26 Jahren half er, das Unternehmen international zu etablieren (Foto: PR)

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Was sollten mittelständische Unternehmen bei der Suche nach IT-Talenten in Stellenanzeigen und Vorstellungsgesprächen beachten?

Roderick Flavell: Unternehmen müssen verstehen, dass Talente von überallher kommen, nicht nur von den Vorzeige-Universitäten. Wenn Sie nur Absolventen von den renommiertesten Institutionen suchen, dann begrenzen Sie Ihren Talent-Pool ernsthaft. Außerdem haben die meisten Anfänger keinerlei Erfahrung. Die Personaler der Unternehmen müssen daher einschätzen, ob die Bewerber Potenzial haben. Dies ist etwas knifflig und erfordert es auch, manchmal ein Risiko einzugehen.

Wie sieht Ihre Rekrutierungsstrategie aus? Welche Rolle spielt dabei die aktive Suche nach Talenten?

Flavell: Unser Ziel ist es, talentierte Menschen zu finden, die das Potenzial haben, brillant zu sein. Das FDM-Modell basiert auf folgendem Dreiklang: Talente rekrutieren, trainieren und einsetzen. Unsere Rekrutierungsstrategie berücksichtigt Werbung, den Aufbau von Beziehungen zu Universitäten sowie die Online- und Offline-Präsenzsteigerung der Marke. Active Sourcing ist ein Schlüsselelement unserer Rekrutierungsstrategie.

Was halten Sie von alternativen Arbeitsmodellen wie dem Homeoffice oder Coworking-Spaces?

Flavell: Da wir Berufseinsteiger in unseren eigenen Academies ausbilden, ist das nicht wirklich ein Thema. Denn das erfordert natürlich deren physische Präsenz. Dadurch aber schaffen wir andere Anreize bei den Talenten: Teilnehmer des FDM-Traineeprogramms durchlaufen bei uns eine technische und betriebswirtschaftliche Weiterbildung, bevor sie für 18 Monate in Kundenaufträge einsteigen. Und das kommt gut an: Bis zu 100.000 Bewerbungen erhalten wir weltweit. Denn die Talente entwickeln sich so stetig weiter und erhalten dafür die erforderliche Unterstützung von uns. Bei Teamarbeit erscheint es mir effektiver, wenn die Mitarbeiter im selben Raum tätig sind anstatt im Homeoffice.

 

Teil 1: Fachkräftemangel in MINT-Berufen

Teil 2: Millennials wollen Mitarbeiter-Benefits

Teil 3: Über Culture Fit Mitarbeiter binden?

Teil 4: Die Generation Y steht auf E-Recruiting

Teil 5: „Potenziale entdecken“

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