Tech Trends 2018: Zwischen Genie und Wahnsinn

Elon Musk: Hyperloop und Marsmissionen revolutionieren Mobilität

Eines muss man ihm lassen: Elon Musk hat visionäre Ideen –
und den Mut, sie zu verwirklichen. So arbeitet seine The Boring Company in Los Angeles gerade an einer Vorstufe des Hyperloop. Das unterirdische Highspeed-Transportsystem soll Züge ersetzen.

Umtriebig: Elon Musk ist aktuell in fünf ­Unternehmen aktiv

Umtriebig: Elon Musk ist aktuell in fünf ­Unternehmen aktiv (Foto: dpa/Scanpix Denmark)

Elon Musk will hoch hinaus. Eine Kolonie auf dem Mars plant der Tech-Milliardär. Als Außen­posten der Erdbevölkerung sozusagen. „Schaut man sich die Geschichte der Menschheit an, ist ein Dritter Weltkrieg langfristig nicht unwahrscheinlich“, so Musk. „Wir sollten deshalb sicherstellen, dass es anderswo genügend Menschen gibt.“

Hat sich der Gründer des Raumfahrtunternehmens SpaceX etwas in den Kopf gesetzt, fackelt er nicht lange. Der ambitionierte Zeitplan: 2019 soll die für bemannte interplanetare Flüge entwickelte Riesen­rakete „Big Falcon Rocket“ ihren Jungfernflug absolvieren. Ab 2022 wird Material zum Mars gebracht, um unter anderem die Energie- und Wasserversorgung aufzubauen; zwei Jahre später sollen die ersten dauerhaften Bewohner den Roten Planeten erreichen.

Wie realistisch das ist, wird sich zeigen. Musk selbst sagt: „Ich wurde schon häufiger darauf hingewiesen, dass meine Zeitpläne manchmal ein bisschen zu optimistisch sind.“ So startete beispielsweise die Schwerlastrakete „Falcon Heavy“, die im Februar einen Tesla Roadster in der Erdumlaufbahn absetzte, fünf Jahre später als geplant. Und dann gibt es da ja noch andere Projekte, um die sich Musk parallel kümmert.

Tunnel gegen Staus

Denn der 46-Jährige schaut nicht nur nach oben. Auch der Platz unter der Erde könnte seiner Meinung nach deutlich besser genutzt werden. Für Tunnel. Und die bohrt er selbst. The Boring Company heißt das Unternehmen, das er im Dezember 2016 dafür gegründet hat. Während andere in fliegenden Autos die Lösung für Verkehrsprobleme sehen, sagt Musk: „Willst du wirklich, dass jeder um dich herum ein fliegendes Auto hat?“ Er zweifelt an der Sicherheit der Miniflugzeuge und verlegt den Verkehr daher lieber unter die Erde.

In den Tunneln sollen nicht etwa Autos fahren. Musk braucht sie für den Hyperloop, ein unterirdisches Highspeed-Transportsystem. Bereits 2013 stellte er die Idee vor. Die Entwicklungsarbeit hat er dann aber erst einmal anderen Firmen wie HyperloopTT und Hyper­loop One überlassen. Erst seit der Gründung von The Boring Company mischt Musk wieder aktiv mit.



Elon Musk über seine Motivation, Firmen zu gründen:

„Im Fall von SpaceX habe ich mich gewundert, warum es keine Fortschritte bei Mars-Missionen gibt. Ich habe dann auf die Website der NASA geschaut, um zu sehen, wann sie zum Mars fliegen wollen. Da stand aber nichts. Also habe ich mich selbst mit Raketen beschäftigt. (...) Wenn mich jemand gefragt hat, was auf der Erde fehlt, habe ich immer wieder gesagt: ‚Tunnel, kann jemand bitte Tunnel bauen.‘ Nach vier oder fünf Jahren habe ich es eben selbst gemacht.“

Im Verborgenen: Mit „Godot“, einer 1.200 Tonnen schweren Maschine, bohrt Musks The Boring Company Tunnel für die Mobilität der Zukunft

Im Verborgenen: Mit „Godot“, einer 1.200 Tonnen schweren Maschine, bohrt Musks The Boring Company Tunnel für die Mobilität der Zukunft (Foto: dpa/ZUMAPRESS.com)



Der Seriengründer

Elon Musk, 1971 im südafrikanischen Pretoria geboren, hat Physik und Wirtschaft studiert. Seit Mitte der 1990er-Jahre gründet er Unternehmen in Serie. Finanzwelt, Raumfahrt, Autobranche, Bahnverkehr: Musk mischt unterschiedlichste Bereiche mit seinen futuristischen Ideen auf. Einem Businessplan folgt er dabei eigenen Aussagen zufolge nicht. Was darin festgehalten wird, sei sowieso nur Wunschdenken. „Und Wunschdenken ist der Grund für viele Probleme – privat und beruflich“, so Musk.



Elon Musk übers Scheitern:

„Bei der Gründung lag die Wahrscheinlichkeit, dass SpaceX und Tesla Erfolg haben, bei vielleicht zehn Prozent. Weihnachten 2008 war es fast vorbei. Bei SpaceX sind drei Raketenstarts fehlgeschlagen, Tesla stand kurz vor der Pleite. 30 bis 40 Millionen Dollar hatte ich noch. Ich musste mich entscheiden, ob ich das Geld in eine Firma stecke – dann ginge die andere bankrott – oder ob ich es auf beide aufteile und eventuell beide pleitegehen. Ich habe das Geld aufgeteilt. Blut, Schweiß und Tränen sind mit beiden Firmen verbunden. Sie sind wie Kinder für mich. Da will man sich doch auch nicht für eines entscheiden.“


 

Teil 1: Elon Musk: Hyperloop und Marsmissionen revolutionieren Mobilität

Teil 2: The Boring Company treibt Hyperloop voran

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