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Teil 3: Boom in der zweiten Reihe

Trends setzen: Das bargeldlose Bezahlen via App und QR-Code ist in China längst Standard (Foto: iStock.com/nattrass)

Mit einer Marktkapitalisierung von rund 78 Milliarden US-Dollar im August ist der Suchmaschinenanbieter Baidu kleiner. Nicht minder selbstbewusst kündigte CEO Robin Li kürzlich an, in drei bis fünf Jahren das globale Geschäft mit selbstfahrenden Autos zu dominieren. Eine neue Partnerschaft mit PayPal soll Baidus Position im chinesischen Mobile-Payment-Markt stärken. Ziel der Kooperation ist es auch, Baidus Position im grenzüberschreitenden E-Commerce zu verbessern. Ausländische Händler erhalten so leichteren Zugang zu den 100 Millionen registrierten Nutzern von Baidu Wallet in China.

Alibaba und Co. setzen verstärkt auf neue Märkte. In Deutschland offeriert Alibaba vermehrt Cloud-Dienste. Durch Kooperationen mit den Finanzdienstleistern Wirecard und Concardis können chinesische Touristen bei den Drogerieketten Rossmann oder dm bereits mit AliPay bezahlen. Auch Tencent fokussiert hierzulande das Cloud-Geschäft, eröffnete gerade in Frankfurt am Main ein Data-Center. MERICS-Experte Wübbeke erwartet allerdings nicht, dass etwa WeChat schon bald Whatsapp und Facebook in Europa oder den USA verdrängen kann. Eine entsprechende Kampagne von Tencent floppte. Wie Jack Mas Besuch in Nairobi zeigt, gilt Afrika als nächste logische Eroberung. Denn auch dort gehen die meisten Menschen mobil ins Internet.

Boom in der zweiten Reihe

Neben dem Erfolg der Großen entwickelt sich Chinas Start-up-Szene rasant. Peking fördert sie massiv. „Made in China“ soll zum Qualitätssiegel werden. Gründerzentren sprießen wie Pilze aus dem Boden, Studierende werden ermuntert, Risiken einzugehen und Unternehmen zu gründen. Das Maßnahmenpaket entfaltet seine Wirkung als Innovationsbooster: Laut den Analysten von CB Insights stammten im Juli rund 25 Prozent der weltweiten 209 Unicorns, also Start-up-Firmen im Wert von mindestens einer Milliarde US-Dollar, aus China.

Dieser Digitalboom zieht seine Kreise bis nach Deutschland. „Chinesische Kunden legen besonderen Wert auf die Marke ,made in Germany‘. Der boomende E-Commerce bietet so auch deutschen Unternehmen bedeutende Wachstumschancen“, erklärt Simone Pohl, Delegierte der deutschen Wirtschaft bei der Auslandshandelskammer in Schanghai. Handelsunternehmen wie Rossmann oder Aldi Süd vermarkten ihre Produkte zunehmend auf chinesischen Plattformen. Das spart teure Filialen vor Ort. Chinesische Start-ups beraten deutsche Hersteller im Online-Vertrieb. Deutsche Start-ups sind teilweise gerade in China erfolgreich, so die Koch-App Kitchen Stories und die Hotel-App Conichi. Weitere dürften folgen.

Teil 1: Mobile Revolutionäre

Teil 2: Global ambitionierte Allrounder

Teil 3: Boom in der zweiten Reihe

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