800.000 Dollar vom Staat

Gutes Wachstum: 2017 sammelten israelische High-Tech-Firmen rund 5,2 Milliarden US-Dollar Kapital ein (Foto: Getty Images/worldofvector)

Die Fördermaßnahmen dienen primär nicht dem Profit, sondern sollen die Industrie stärken. Ein Beispiel ist das „Technology-Incentive-Program“, in dem der Staat zusammen mit privaten Unternehmen oder Wagniskapitalfonds investiert. Auch wenn Letztere langfristig mehr investieren, übernimmt der Fiskus anfangs einen Großteil des Gründungskapitals und hilft Investoren und Start-ups so, riskante Start- und Entwicklungsphasen erfolgreich zu absolvieren. Der Staat wiederum refinanziert sich im Erfolgsfall und kassiert drei Prozent Tantiemen von gewinnbringenden Start-ups. Schlägt eine Gründung fehl, werden keine Forderungen erhoben.

Rund 30 Inkubatoren gibt es im Land. Einer davon ist Next Generation Technology (NGT3) aus Nazareth. NGT3 hält eine staatliche Lizenz für die Förderung von Start-ups aus dem Bereich Lifesciences und ist spezialisiert auf israelisch-arabische Gründungen. „Für jedes Unternehmen, das wir ins Inkubatorenprogramm aufnehmen, gibt der Staat 85 Prozent respektive bis zu 800.000 Dollar für einen Zeitraum von zwei Jahren“, sagt Tamar Kedar Harris, Director Investor Relations bei NGT3.

„Wir selbst sind strukturiert wie ein Wagniskapitalfonds und generieren die restlichen 15 Prozent von Investoren.“ Das Eigenkapital wird mit dem Unternehmen 50 zu 50 geteilt. „Wir geben zirka 125.000 Dollar und halten fortan 50 Prozent der Firma. Das heißt: Der Staat gibt für jeden Dollar, den wir investieren, sechs Dollar dazu. Es ist einmalig, dass sich ein Staat so früh in der riskanten Gründungsphase engagiert“, so Harris.

Absolute Win-Win-Situation

Eines der NGT3-Start-ups ist Virility Medical. Der Gründer und Ingenieur Tal Gollan arbeitete nach dem Militär in der Medizintechnik. Aus der klinischen Praxis bekam er seine Idee für ein neuartiges Tool: Gollan entwickelt ein hauchdünnes Gerät, das mit elektrischen Impulsen und App-gesteuert einen vorzeitigen Samenerguss verhindern soll. „Der Markt ist riesig“, sagt Gollan – und beziffert das Potenzial auf rund zwei Milliarden US-Dollar jährlich. „Wenn unser Produkt herauskommt, wird der Markt explodieren. Das ist vergleichbar mit dem Launch von Viagra“, ist sich Gollan sicher.

Sicher ist er sich auch, dass seine Idee ohne staatliche Förderung und NGT3 niemals so weit gekommen wäre. „Das Inkubatoren-Programm ist sehr wichtig für Unternehmer, die erstmals gründen wollen. Es erlaubt uns, zwei Jahre lang konstant zu arbeiten und zu entwickeln. Nur so war es am Ende möglich, weiteres Geld von Investoren zu akquirieren, etwa für die Durchführung teurer klinischer Studien und fürs Marketing.“ Harris ergänzt: „Erhebungen zeigen, dass auf jede Million staatliche Investition sechs Millionen über externe Funds generiert werden. Das ist eine absolute Win-win-Situation.“

Teil 1: In Innovationen investieren

Teil 2: 800.000 Dollar vom Staat

Teil 3: Mit Venture Capital zum Erfolg

Das interessiert andere Leser

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick
Das interessiert andere Leser