Führung statt Führhand

Challenge Management

Treffer bei Bryant Jennings: Klitschko im Kampf. Wesentlicher Baustein? Willensstärke – auch als Unternehmer
Treffer bei Bryant Jennings:
Klitschko im Kampf. Wesentlicher Baustein? Willensstärke – auch als Unternehmer (Foto: picture alliance/Eibner-Pressefoto)

Sie lehren an der Universität St. Gallen das Thema „Challenge Management“. Welche Fragen müssen Sie dort am häufigsten beantworten?

Klitschko: Vermutlich die unausgesprochene Frage: Was kann ein Profiboxer denn Managern erzählen? Zumindest habe ich dieses Fragezeichen in einigen Gesichtern gesehen, als ich am ersten Tag als Dozent vor den Teilnehmern stand. Sie kannten mich ja nur aus dem Boxring, mit freiem Oberkörper. Am Ende des Tages waren die Fragezeichen verschwunden. Ich habe im Leistungssport viele Dinge gelernt und daraus die F.A.C.E.-Methode entwickelt, die auch Manager erfolgreich macht. Inzwischen ist der von mir initiierte Weiterbildungsstudiengang „CAS Change & Innovation Management“ sehr erfolgreich im dritten Jahr. Parallel dazu gibt es das Kompetenzzentrum an der Universität St. Gallen, das ich zusammen mit dem Institut für Customer Insight ins Leben gerufen habe. Und schließlich haben mein Team und ich ein- bis dreitägige Trainings entwickelt, in denen Führungspersönlichkeiten mit meiner F.A.C.E.-Methode lernen, ihre konkreten beruflichen Herausforderungen aktiv anzugehen und zu Treibern in Veränderungsprozessen zu werden.

Hat sich Ihre Strategie mit den Lebensphasen verändert, vom jungen Boxer hin zum Unternehmer?

Klitschko: Heute bin ich organisierter als früher und teile mir meine Kräfte noch besser ein. Ich weiß: Du brauchst einen Plan, um zu siegen, und einen langen Atem, um ein Ziel zu erreichen. Damals wie heute gilt: Wenn ich ein Ziel erreichen möchte, muss allein die Vorstellung, dass ich das nicht schaffe, schmerzen. Dann bin ich bereit, wirklich alles zu geben, um diese negativen Konsequenzen zu vermeiden. Gleichzeitig habe ich erkannt, dass die Philosophie des „Challenge Management“, die mich über Jahrzehnte hinweg beglei-tet hat, nicht nur mir nutzt. Dank der F.A.C.E.-Methode gelingt es, die in meinen Augen für Erfolg zentrale Fähigkeit Willenskraft zu erlernen und auf jegliche Art der beruflichen Herausforderung zu übertragen.

Im Boxring ist man auf sich allein gestellt. Dennoch gibt es Ratgeber wie etwa den Trainer. Wie wichtig ist für Sie externer Input, zum Beispiel bei der Analyse des Gegners?

Klitschko: Im Ring war ich zwar allein und habe aus meiner Erfahrung und Intuition heraus entschieden, welchen Schlag ich als Nächstes platziere. Trotzdem war mein Team in der Vorbereitung auf einen Kampf sowohl mental als auch körperlich enorm wichtig. Ohne mein Team hätte ich nicht so stabil siegen können. Für mich war in der Vorbereitung auf einen Kampf die Gegneranalyse selbstverständlicher Bestandteil und sollte es auch sein, wenn man langfristig in der freien Wirtschaft bestehen will. Viel wichtiger war und ist jedoch meinem Selbstverständnis danach, sich der eigenen Stärken und Kompetenzen bewusst zu sein und zu wissen, wie man diese in einer konkreten Situation am effektivsten einsetzt, um zum Ziel zu kommen. Voll fokussiert, stets beweglich in den Beinen und im Kopf, dabei koordiniert und ausdauernd, wenn es mal über die volle Distanz geht – das war und ist mein Weg, um im Boxring und im Geschäftsleben erfolgreich zu sein.

Teil 1: Wladimir Klischko: Unternehmer

Teil 2: Challenge Management

Teil 3: Zielstrebigkeit und Disziplin

Teil 4: Glück, großer Willen, Durchhaltevermögen

 

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