Energie & Technik: Teilen bringt Freude

Interview: Energie-Sharing is caring

Philipp Schröder, Geschäftsführer bei sonnen, über das Energiemodell der Zukunft.

Philipp Schröder ist sich sicher: Sharing is caringPhilipp Schröder: Der Geschäftsführer bei sonnen spricht im Interview über die Zukunft der Energieversorgung (Foto: sonnen)

Sharing is caring – dessen ist sich Philipp Schröder, Geschäftsführer der sonnen GmbH, sicher. Über die Stromsharing-Plattform sonnenCommunity können Mitglieder ihren Strom miteinander teilen. Ist das die Zukunft der Energieversorgung?

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Sie betreiben mit der sonnenCommunity die größte Stromsharing-Plattform der Welt. Doch was bedeutet das genau?

Philipp Schröder: Mithilfe der sonnenCommunity teilen Haushalte ihren selbst erzeugten Solarstrom mit anderen Mitgliedern. Und da die meisten unserer User mehr produzieren, als die Community benötigt, können sich auch jene beteiligen, die keine Solaranlage haben. Schon jetzt produziert die Gemeinschaft Strom für mehr als 120.000 Menschen. Teilnehmende Haushalte sind so zu 100 Prozent unabhängig von ihrem herkömmlichen Energieversorger – und ihr Strom wird damit sogar kostenlos.

Wie kann Strom kostenlos sein, wenn er doch erzeugt und transportiert werden muss?

Schröder: Das ist ein guter Punkt. Die Lösung: Wir refinanzieren ihn mit einem ganz neuen Ansatz. Denn wir vernetzen die einzelnen Speicher unserer Kunden zu einem virtuellen Batteriepool, der groß genug ist, um kurze Schwankungen im Stromnetz auszugleichen. Diesen Service vergüten die Netzbetreiber; wir geben die Einnahmen wiederum in Form von kostenlosem Strom an unsere Mitglieder weiter. Für einen Beitrag von rund 20 Euro im Monat ist der gesamte Stromverbrauch damit also kostenlos.

Stets gut versorgt: Die sonnenBatterie von sonnen speichert StromStromspeicher: Die sonnenBatterie versorgt den Verbraucher jederzeit mit selbst erzeugter Energie (Foto: sonnen)

Bis Ende 2015 war die Stromspeicherung Ihr einziges Geschäftsfeld. Welche Bedeutung schreiben Sie dieser Energieversorgung zu?

Schröder: Eine große. Mit der sonnenBatterie können Verbraucher ihren selbst erzeugten Solarstrom auch dann nutzen, wenn die Sonne nicht scheint. Ein Haushalt in Deutschland kann sich somit zu rund 75 Prozent im Jahr mit selbst erzeugter, sauberer Energie versorgen. Das macht nicht nur unabhängig, sondern spart gleichzeitig sehr viel Geld.

Stichwort Energieversorgung der Zukunft. Brauchen wir die herkömmlichen Großkraftwerke noch?

Schröder: Nein, die heutigen Großkraftwerke, die Hunderttausende Menschen mit Energie beliefern, sind Auslaufmodelle. Stattdessen ist es in Zukunft wichtig, die privaten, kleinen Anlagen intelligent zu managen. Das heißt: Erzeugung und Bedarf in Einklang zu bringen. Die sonnenCommunity erfüllt diese Anforderung bereits. Deshalb sehen wir dezentrale Energiegemeinschaften, sprich Stromsharing-Plattformen, als Energieversorgung der Zukunft.

Teil 1: Alternative Energieversorgung

Teil 2: Von Smart-Home und E-Mobilität 

Teil 3: Interview: E-Mobilität ausbauen

Teil 4: Interview: Energie-Sharing is caring

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