„Vom Ich zum Wir“

Fünf Schalter der digitalen Transformation

Sie arbeiten unter anderem mit dem Ansatz des beidhändigen Führens. Was ist das, und wie können Führungskräfte davon profitieren?

Remdisch: Unternehmen müssen heute in immer schnellerer Abfolge innovieren. Das setzt Führungskonzepte voraus, die Unternehmen und Mitarbeitende sicher durch alle Prozesse der Innovationsentwicklung leiten. Ein solches Konzept stellt Ambidextrous Leadership dar – zu Deutsch: die beidhändige Führung. Innovationsprozesse zeichnen sich durch zwei scheinbar gegenläufige Prinzipien aus: Freiheit und Kontrolle. Am Anfang des Innovationsprozesses steht eine öffnende Phase, nämlich die der Ideenentwicklung, am Ende des Prozesses steht die schließende Phase, die der Ideenumsetzung. Diese beiden Dimensionen der Führung werden im Konzept der Ambidextrous Leadership erfasst, als „Explore“ und „Exploit“ bezeichnet und dabei konzeptionell versöhnt.

Was heißt das konkret für die Anwendung?

„Explore“ steht für das Erforschen, Erkunden und Aufschließen, die Ermutigung zu neuen Ideen, unabhängigem, kreativem Denken und Handeln, Risikobereitschaft und Fehlerakzeptanz. „Exploit“ wiederum beschreibt den Nutzen, das Auswerten und Verwerten der Ergebnisse, das Etablieren und Überwachen von Plänen, Regeln und Routinen, korrigierendes Eingreifen und die Fehlersanktionierung. Unsere Forschung hat ergeben, dass Ambidextrous Leadership aus acht Dimensionen besteht, die sich messen lassen und mittels derer Unternehmen ihr eigenes Ambidextrous Leadership-Profil ermitteln und gezielt entwickeln können. Auch spezifiziertes Benchmarking wird dadurch ermöglicht.

In der Forschungsgruppe LeadershipGarage bündeln Sie Erkenntnisse aus Wirtschaft und Wissenschaft zur digitalen Transformation. Welcher Bausteine bedarf es, um den Wandel zu einer erfolgreichen digitalen Organisation zu vollziehen?

Remdisch: Wir konnten in einer Erhebung zu Arbeit und Führung in der vernetzten Welt fünf Schalter identifizieren, die sogenannten Five Switches, die Unternehmen umlegen müssen, um den Anforderungen gerecht zu werden: Workplace, Collaboration, Empowerment, Leadership, Culture. Workplace steht für die Förderung von Flexibilität und die Gesunderhaltung am Arbeitsplatz. Collaboration für das Teilen von Daten und Wissen. Empowerment für die Befähigung der Mitarbeitenden. Leadership für die vernetzte, inspirierende und gezielte Führung. Und Culture für die innere Einstellung des Unternehmens und seiner Mitarbeitenden. Mit dieser Analyse haben Unternehmen ein Tool an der Hand, das es ihnen erlaubt, den komplexen Wandel hin zu einem digitalen Unternehmen strukturiert und Schritt für Schritt zu gehen.


Teil 1: Digitale Führungskultur

Teil 2: Von der Hierarchie zum Netzwerk

Teil 3: Fünf Schalter der digitalen Transformation

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