Nischen nutzen

Teil 3: „Banking bleibt immer auch Vertrauenssache"

Wie beurteilen Sie den digitalen Wandel im Bankensektor? Viele Experten sehen in der Blockchain-Technologie das größte Disruptionspotenzial für die Branche. Noch vor einigen Jahren wurde allerdings auch Fintechs eine revolutionäre Rolle zugedacht. Hier ist eine gravierende Umwälzung aus der Außensicht bislang ausgeblieben. Wie beurteilen Sie die Gemengelage?

Laugel: Blockchain ist zweifellos eine zukunftsweisende Technologie, die sich früher oder später auf nahezu alle Branchen auswirken kann. Allerdings sind derzeit noch viele Fragen der Sicherheit und der Regulierung unbeantwortet. Das sieht man aktuell vor allem im Zusammenhang mit der Verwaltung von Kryptowährungen. Es ist ein wenig wie beim autonomen Fahren: Die Idee ist genial, die Technik bahnbrechend, aber die Sicherheit muss immer an erster Stelle stehen – das gilt im Straßenverkehr wie auch im Banking. Ich sehe hier neben technologischen Fragen wie Volatilität und Angreifbarkeit digitaler Währungen vor allem regulatorische und rechtliche Themen, die geklärt werden müssen.

Welche Rollen könnten Technologien wie Künstliche Intelligenz und Robotik mittelfristig in Ihrem Geschäft spielen? 

Laugel: Ich bin fest davon überzeugt, dass die Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz und Robotik die Bankenbranche mehr und mehr beeinflussen werden, insbesondere wenn es um die Auswertung großer Datenmengen und um Analyseprozesse geht, also wie können wir schneller Finanzierungsentscheidungen treffen oder wie lassen sich noch passgenauere Angebote für den einzelnen Kunden entwickeln. Gleichzeitig bin ich fest davon überzeugt, dass die genannten Technologien Werkzeuge sind, um den persönlichen Kontakt zwischen Kunde und Berater zu ergänzen, aber nicht zu ersetzen. Egal ob im Privat-, Geschäfts- oder Firmenkundensegment: Banking bleibt immer auch Vertrauenssache und hier ist und bleibt der zwischenmenschliche Kontakt ein entscheidender Faktor. Aber natürlich haben auch wir die Entwicklungen dieser Technologien genauestens im Blick. Zudem stehen unsere Fachleute im engen Austausch mit den Experten von Crédit Mutuel, die eine Partnerschaft mit IBM Watson unterhalten und verschiedene KI-Anwendungen bereits testen.

Ein Blick in die Zukunft: In welchen Feldern – neben dem Firmenkundengeschäft – wird sich die Targobank künftig wie aufstellen? Wo sehen Sie Wachstumsmärkte?

Laugel: Meiner Meinung nach haben wir noch nicht das volle Potenzial der Targobank ausgeschöpft. Deshalb halten wir an unserem Ziel fest, in allen Geschäftsfeldern zu wachsen und damit stärker und erfolgreicher zu sein als der Wettbewerb. Dies gelingt über Diversifikation, was bedeutet: Wir werden neue Einnahmequellen erschließen und unser Geschäftsmodell auf eine breitere Basis stellen. Wir stellen uns auch in der Gruppe neu auf. Vorbehaltlich der Zustimmung der Gremien und Aufsichtsbehörden ist eine Verschmelzung der TARGO Commercial Finance AG auf die TARGOBANK AG im Sommer geplant. Im Rahmen unserer Wachstumsstrategie möchten wir uns gesellschaftsrechtlich schlanker aufstellen, um Verwaltungsaufwände und Kosten zu minimieren und das weitere Wachstum zu forcieren. Wir investieren das Geld lieber. Gerade die Positionierung der Marke Commercial Finance im Firmenkundengeschäft werden wir weiter forcieren und die Marktpositionen im Factoring und Leasing ausbauen. Weitere Akquisitionen möchte ich auch nicht ausschließen. 

Die Targobank hat Umfragen zufolge im Branchenvergleich sehr zufriedene Kunden. Worauf führen Sie das zurück und vor allem: Wie wollen Sie das Niveau halten und ausbauen?

Laugel: Loyale Kunden, die ihrer Hausbank ein Leben lang die Treue halten, sind heute eher die Ausnahme als die Regel. Allein die Onlinevergleichsportale sorgen dafür, dass der Kunde heute besser informiert ist denn je. Dieses Plus an Transparenz sorgt für höherer Preissensibilität und eine größere Wechselbereitschaft der Kunden. Vor dem Hintergrund freuen wir uns besonders über unsere hohe Kundenzufriedenheit. Wir haben viel Geld investiert, um die Qualität von Beratung, Produkten und Prozessen zu verbessern, was sich heute auszahlt. Wir sind überzeugt, dass die persönliche Interaktion zwischen Kunden und Beratern für komplexe Bankgeschäfte unverzichtbar bleibt. Deshalb kombinieren wir die Vorteile einer Direktbank mit der persönlichen Beratung in unseren Filialen oder beim Kunden zu Hause.  

Mehr unter targobank.de

 

Teil 1: Erfahrung und Expertise im Finanzsektor

Teil 2: Individuelle und persönliche Berat

Teil 3: „Banking bleibt immer auch Vertrauenssache"

Das interessiert andere Leser

  • Roland Berger Interview
    Exklusiv: „Übernehmt Verantwortung“

    Audienz bei einer Eminenz. Warum Überzeugungen gerade für Unternehmer entscheidend sind und wie Menschlichkeit zum Erfolgsfaktor wird – Beraterlegende Roland Berger im Tacheles-Talk.

  • Homo Emoticus

    Niemand kauft einen Porsche nur, um Auto zu fahren. Niemand verkauft eine Firma nur, um Geld zu verdienen. Was die eigentlichen Motive für Käufe und Verkäufe sind.

  • Kurzer Prozess

    Thomas und Karin Schneider wussten genau, was für ein Unternehmen sie kaufen wollten. Ihnen ist eine Übernahme im Eiltempo gelungen. Was ist ihr Erfolgsrezept?

  • Lernen vom Gründer-Guru

    Shai Agassi ist so etwas wie der Bill Gates Israels. In den Neunzigern baute er gleich vier Unternehmen auf, seither folgten zwei weitere. Was Entrepreneure von ihm lernen können.

  • Der Countdown läuft

    Am 25. Mai ist es soweit – die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) tritt in Kraft. Was Unternehmen jetzt noch tun können, um die Regelungen umzusetzen.

  • Smart Energy und Elektromobilität
    Energiewende: Die Zukunft ist grün

    Energieversorgung von morgen: Vom smarten Zuhause über E-Mobilität bis hin zu innovativen und dezentralen Lösungen. Diese Unternehmen revolutionieren mit nachhaltigen Trends die Branche.

  • Nachfolgetypen

    Wer ein Unternehmen aufbaut, wünscht sich meistens, dass das Lebenswerk von einem Familienmitglied weiterentwickelt wird. Lesen Sie, welche Faktoren die Nachfolge begünstigen.

  • Self-Storage Startups mit neuen Lagerraum-Lösungen

    Der Arbeitsplatz von heute gewährt freie Platzwahl in Coworking-Spaces. Doch die neue Flexibilität hat Ihren Preis: mangelnder Stauraum für Papiere und Akten. Die Shareing Economy bietet Lösungen.

  • Franchise Expo18 Logo
    Save the date - Franchise Expo18 im September in Frankfurt

    Die Franchise Expo18 bringt vom 27. bis zum 29.09.2018 über 100 internationale Aussteller auf das Messegelände in Frankfurt und bietet Informationsmöglichkeiten und spannende Workshops rund um Franchising.

  • Finanzierung von Innovationen

    Um langfristig erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen innovativ sein. Viele Investoren scheuen jedoch das damit verbundene Risiko. Deshalb ist Beteiligungskapital gefragt.

  • Israels Innovationen

    Israel ist eine der größten Innovationsschmieden der Welt. Der Erfolg der Startup-Nation hat System, der Staat investiert massiv in Forschung und Entwicklung.

  • Risiken bei Kauf und Halten eines GmbH-Anteils

    Gesellschafter, die einen GmbH-Anteil kaufen oder halten, denken vielfach, dass bei voll einbezahlter Stammeinlage keine Haftungsgefahren drohen.

  • Allen gerecht werden

    Die Ökonomin Kate Raworth fordert ein fixes Umdenken der Wirtschaft und plädiert für ein Gleichgewicht zwischen Kapitalismus, sozialer Gerechtigkeit und Ökologie.

  • Meer und mehr Gründergeist

    Die Suche nach Erfolg im digitalen Zeitalter führt nach Israel ins Silicon Wadi – wo die Menschen mit Begabung, Bildung und Begeisterung kritische Umstände in Stärken verwandeln.

  • Du kommst hier nicht rein!

    Kryptotrojaner, DDos-Attacken, Phishing – Cyberkriminelle verfügen über ein großes Waffenarsenal. Höchste Zeit für entsprechende Abwehrstrategien.

  • Den Kauf optimal bilanzieren

    Unternehmenstransaktionen werden immer komplizierter. Ihre Bilanzierung hat materielle Auswirkungen auf den Konzernabschluss des Erwerbers.

  • Nachfolge im Franchise

    Eine Unternehmensnachfolge im Franchising weist generell deutlich weniger Minenfelder auf als die Gründung eines neuen Unternehmens. Wie es geht und worauf zu achten ist erfahren Sie hier.

  • Bio-Unternehmen suchen Nachfolger

    Biobetriebe tun sich besonder schwer einen Nachfolger zu finden. Neben Unternehmergeist muss er auch eine ökologische Einstellung mitbringen. Was bei der Suche hilft erfahren Sie hier.

  • Was einen »Leitwolf« und einen kleinen und mittelständischen Unternehmer verbindet

    Die Unternehmergeneration, die heute mit dem Problem einer Unternehmensnachfolge konfrontiert wird, ist ein Produkt ihrer Zeit und der Gesellschaft.

  • Bürgschaftsbanken fördern massiv Nachfolge im Mittelstand

    Deutschland hat ein Nachfolgeproblem. Im Mittelstand fehlen bis Ende 2019 rund 240.000 neue Inhaber für kleine und mittlere Unternehmen.

  • Franchise oder Startup?

    Die Vor- und Nachteile beider Modelle im Check. Ein Leitfaden für alle, die sich selbstständig machen wollen.

  • Chinesen kaufen deutsche Unternehmen – auch kleine!
    Chinesen kaufen deutsche Unternehmen – auch kleine!

    Besonders eine Nation geht in Deutschland auf Einkaufstour: China. Das Verhalten der Investoren aus Asien hat sich dabei in letzten Jahren kräftig geändert.

  • Darf's etwas teurer sein?

    Professionelles Pricing, Omnichannel im Vertrieb, Customization: Dr. Georg Tacke, CEO der globalen Strategieberatung Simon-Kucher & Partners über Vertriebs- und Marketingtrends 2018.

  • NEU auf DUB.de: Top-Platzierung in den Suchergebnissen

    Steigern Sie die Aufmerksamkeit für Ihre Anzeige. Positionieren Sie sich vor den Basis-Inseraten und erhöhen Sie durch die besondere Darstellung Ihre Inseratsaufrufe.

  • Einfach loslassen

    Ein Praxisbeispiel zeigt, wie die verspätete Unternehmensnachfolge gelingt.

  • Das Lebenswerk sichern

    Welche Rolle die Emotionen bei der Unternehmensübergabe spielen.

  • Die Meister des Franchise

    Die Vor- und Nachteile von Master-Franchise-Lizenzen.

  • DUB setzt Oettingers digitalen Bildungsgutschein um

    Der Politik einen Schritt voraus: Hamburger Verleger Jens de Buhr füllt die Forderung des EU-Kommissars Günther Oettinger nach Gutscheinen zur digitalen Weiterbildung mit Leben.

  • Versiegt der Kreditfluss der Banken, bedienen sich Mittelständler alternativer Quellen.
    Die Basis verbreitern

    Versiegt der Kreditfluss der Banken, bedienen sich Mittelständler alternativer Quellen. Wie sich Private Equity engagiert und eignet.

  • Franchisegründungen und Beteiligungskapital

    Worin unterscheiden sich Business Angels und Venture Capital? In welcher Phase ist welche Art von Beteiligungskapital die richtige? Und was passiert beim Exit? Ein Experte klärt auf.

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick