„Und plötzlich ändert sich alles“

Pascal Finette über Disruption in Geschäftsmodellen und Arbeitsweisen

Pascal Finette, Gründer und Dozent an der Singularity University im Silicon Valley, über Disruption, digitale Transformation und mehr Flexibilität im Job.

Pascal Finette ist Mitgründer der Consulting-Firma radical und hat den Lehrstuhl für Entrepreneurship und Open Innovation der Singularity University inne. Zuvor war Führungskraft bei Google, Mozilla und Ebay
Pascal Finette
ist Mitgründer der Consulting-Firma radical und hat den Lehrstuhl für Entrepreneurship und Open Innovation der Singularity University inne. Zuvor war Führungskraft bei Google, Mozilla und Ebay (Foto: Play Hamburg)

DUB UNTERNEHMER-Magazin: In Deutschland herrscht fast Vollbeschäftigung, die Gewinne sprudeln. Ketzerisch gefragt: Warum sollte man Altbewährtes ändern?

Pascal Finette: Das Problem vieler Branchen ist der enorme Druck – die Disruption eben. Ein schönes Zitat aus einem Ernest-Hemingway-Buch ist: „How did you go bankrupt? Two ways: gradually and then suddenly.“ Übersetzt: Erst langsam und dann sehr schnell. Technologie bewegt sich immer auf diesem Pfad: Am Anfang geht es sehr langsam voran. Und dann, plötzlich, ändert sich alles. Wir hatten eine Zeit, in der Mobiltelefone und zugleich Smartphones in Gebrauch waren. Dann kam das iPhone, und innerhalb von drei Jahren war Nokia weg. Als Mittelständler würde ich mir darum die Frage stellen, was die Disruption in meinem Business sein könnte, die mich zu einer Nokia macht.

Die Autobranche ist hierzulande eine Schlüsselindustrie. Werden die deutschen Hersteller im Driver’s Seat bleiben, oder übernehmen bald die großen Silicon Valley-Unternehmen?

Finette: Im Automobilbereich sieht man einige Unternehmen, die sehr innovativ sind. In den USA macht gerade General Motors sehr viel. Alle, auch deutsche Automobilunternehmen, sind im Bereich autonomes Fahren stark engagiert. Ich glaube darum nicht, dass nur Unternehmen aus dem Silicon Valley große Automobilhersteller werden. Es gibt einen Unterschied zwischen Software- und Autoherstellern – die ganze Wertschöpfungskette. Ich stelle mir die Frage: Wie viele Autos werden wir in Zukunft bauen, wenn sich das autonome Fahren durchsetzt? Wir werden Autos vielleicht nicht mehr besitzen, sondern mieten – nach Bedarf. Wenn ich ein Auto brauche, ordere ich das innerhalb von zwei Minuten per App. Beim Blick auf Statistiken zeigt sich, dass wir möglicherweise dann nur noch 30 bis 50 Prozent des heutigen Autobestands haben werden. Das Businessmodell ändert sich.

Und ändern wird sich wohl auch viel am gewohnten Arbeitsmodus.

Finette: Ich gehe auch bei diesem Thema von einer Anpassungsphase aus. Ich arbeite ständig, also 24/7 – und es wird sicherlich bei vielen in Zukunft so sein. Für die junge, digital native Millenniumgeneration ist das auch ganz normal, die will genau so arbeiten. Für die ist es unverständlich, wenn man nicht auch mal um 11 Uhr rausgehen kann, um sich auf einen Kaffee mit einem Freund zu treffen, um dann beispielsweise abends um acht noch zu arbeiten. Die Arbeitswelt ändert sich, und es wird eine Phase der Anpassung geben.

Das gesamte Interview mit Pascal Finette lesen Sie in der Ausgabe 4/18 des DUB UNTERNEHMER-Magazins, das am 24. August erscheint.



Was Pascal Finette zur Digitalisierung im Mittelstand rät, erfahren Sie hier

Pascal Finette von der Singularity University über Disruption, digitale Transformation und mehr Flexibilität im Job.






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