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Hamburg, 17.05.2017

„25 bis 35 Prozent Automatisierung im Back-Office“


Volker Darius, Head of Corporate Functions Strategy bei Capgemini Consulting (Foto: PR)

Welche Möglichkeiten eröffnet KI im Back-Office?
Darius:
In der Verwaltung gibt es noch verhältnismäßig viele manuelle Tätigkeiten. Die kognitiven Fähigkeiten der KI erweitern die Möglichkeiten der heutigen Einzelsystem- und regelbasierten Automatisierung. Komplexe, unstrukturierte Daten und unterschiedliche Prozessvarianten werden durch KI strukturiert. Gleichzeitig steigt die Prozessqualität deutlich an. Wir sehen ein heute bereits mögliches Potenzial von 25 bis 35 Prozent Automatisierung im Back-Office. Unsere Analysen zeigen aber auch, dass die Gesamtautomatisierung durch die Kombination von KI und regelbasierten Algorithmen in den nächsten fünf bis sieben Jahren auf bis zu 80 Prozent erhöht werden kann.  

Wie sollten Konzerne künstliche Intelligenz in ihre Geschäftsprozesse implementieren?
Darius:
Unternehmen sollten frühestmöglich ihre Systemlandschaft konsolidieren und die elektronische Vernetzung mit Zulieferern und Kunden sicherstellen. Daten sind die Grundlage jeder KI, also müssen diese möglichst breit verfügbar sein. Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Schaffung interner KI-Kompetenz – sowohl in der IT als auch in den Fachabteilungen. Typisch für Konzerne ist die generelle Schwerfälligkeit, schnell Veränderungen zu schaffen. Eine Lösung sind agile Prinzipien: Wir brauchen Prototypen statt Powerpoint!  

Gilt dies auch für KMUs?
Darius:
Kleine und mittelständische Unternehmen sind entscheidungs- und risikofreudiger – schwieriger ist hier häufig die Ganzheitlichkeit der Transformation. KI ist kein Tool, das man nur IT-seitig einführt. Nachhaltiger Wandel bedeutet, Geschäftsprozesse und Organisation technologiegestützt zu verändern, inklusive kulturellem Wandel.   

Die Automatisierung ersetzt zunehmend menschliche Arbeitskraft. Wie begegnen wir diesem gesellschaftlichen Wandel?
Darius:
Wir alle haben an dieser Stelle eine starke gesellschaftliche Verantwortung. Heutige Berufsbilder werden sich deutlich verändern, Qualifikation rückt weiter in den Fokus. Manche Dinge aber wollen wir bewusst nicht durch Maschinen erledigt wissen, etwa im kreativen Bereich. Diese Grenzen gilt es gesellschaftlich zu definieren. 

Teil 1: Prototyp vs. Powerpoint

Teil 2: „25 bis 35 Prozent Automatisierung im Back-Office“

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