Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

Teil 3: „Wir brauchen einen neuen Verkehrsmix mit dem Schwerpunkt ÖPNV“ 

Renate Künast: Die studierte Juristin fordert einen neuen europäischen Aufbruch, innerhalb dessen Deutschland seine Verantwortung wahrnimmt. (Foto: dpa/ Horst Galuschka)

Stichwort autonomes Fahren: Mit dem Einsatz Künstlicher Intelligenz steht laut Expertenmeinungen die nächste technische Revolution bereits vor der Tür.
Künast: Wir stehen vor zwei großen Entwicklungen: Der eine große Mobilisierungsstrang ist natürlich die Digitalisierung. Da denke ich an die Haftungsfrage. Warum soll etwa der Fahrer oder Halter für die Software und die Programmierung eines Autos haften? Wir brauchen ein Versicherungssystem, das den Hersteller haftbar macht für fehlerhafte Software, auf die Halter ja auch gar keinen Einfluss haben. Der zweite Aspekt ist die umweltverträgliche Mobilität. Was helfen uns die intelligenten Weiterentwicklungen, wenn wir uns selbst weiter den Boden unter den Füßen wegziehen, indem wir unser Klima massiv schädigen? Wir brauchen einen neuen Verkehrsmix mit dem Schwerpunkt ÖPNV.

Daten gelten als das neue Öl. Welche Rolle kommt in Big-Data-Zeiten dem Datenschutz zu?
Künast: Es ist falsch anzunehmen, der Datenschutz behindere Unternehmenswachstum und -entwicklung. Richtig ist: Indem man die Privatheit der Daten gut schützt, entstehen neue Unternehmenschancen. Wetter- und Autodaten etwa können völlig unabhängig vom Fahrzeug und Insassen genutzt werden. Deutsche Automobilhersteller warben stets mit ihrer Qualität, warum nicht auch mit Datenschutz? Aber angesichts des aktuellen Abgasskandals gilt es, jetzt sowieso erst mal diesen aufzuarbeiten.

Die turbulenten Präsidentschaftswahlen in den USA, der Brexit und die Wahlen in Frankreich haben die Gesellschaft in Teilen gespalten. Wie sollte sich Deutschland, besonders in der europäischen Gemeinschaft, positionieren um das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen?
Künast: Es braucht einen neuen europäischen Aufbruch, innerhalb dessen Deutschland seine Verantwortung wahrnimmt. Dabei muss es auch um Steuern, Spardiktate, Misstrauen und den aufkommenden Nationalismus gehen. Besonders jüngere Leute haben eine fast diffuse Begeisterung für Europa. Ich denke da an die Pulse of Europe-Demonstration, die klar und simpel ihr Pro zur EU darstellen. Ich als 1955 Geborene habe immer noch im Ohr, wie meine Eltern oder Großeltern über Kriege erzählten und was die ungeheure Friedensleistung danach war. Wir brauchen aber heute eine neue Definition. Die Friedensleistung ist die Basis, auf der wir stehen. Jetzt müssen wir uns fragen, was heute unsere Aufgaben sind. Erstens: Eine ökologische Modernisierung, beim Wohnen, beim Transportieren und beim Produzieren ist angesagt. Wer, wenn nicht Europa, sollte da vorangehen? Deutschland sollte das mit antreiben. Davon können letztendlich alle Länder profitieren. Man kann mit einer grünen Idee, dem Klimaschutz, schwarze Zahlen schreiben. Zweitens: Neben der digitalen Zukunft spielt der Zusammenhalt des Kontinents eine entscheidende Rolle. Das bedeutet, dass wir noch einmal offen darüber reden müssen, dass die Steuereinnahmen auch investiert werden und dass wir uns nicht durch Sparen in einigen Regionen selbst erwürgen.

Teil 1: „Wir dürfen die Zukunft nicht verschlafen“

Teil 2: „Ladepunkte für E-Mobilität sind die Basis für die Struktur eines Industrielandes“

Teil 3: „Wir brauchen einen neuen Verkehrsmix mit dem Schwerpunkt ÖPNV“

Nach oben

Das interessiert andere Leser

  • Gefährliches Expertenwissen

    Wenn der Chef plötzlich ausfällt, kann das fatale Folgen für das Unternehmen haben. So sorgen Sie vor.

  • Was Verkäufer von Amazon lernen
    Was Verkäufer von Amazon lernen

    Macht das Online-Shopping Verkäufer überflüssig? Das DUB UNTERNEHMER-Magazin hat mit drei Experten diskutiert.

  • Getrieben von Finanzinvestoren muss sich der schwäbische Mittelständler Schleich zu einer globalen Marke entwickeln
    Der Schleich-Report

    Der schwäbische Mittelständler Schleich ist eine Erfolgsgeschichte. Jetzt wollen Finanzinvestoren den Spielwarenhersteller zu einer globalen Marke formen.

  • Karrierestau? Mit Franchise und Lizenzen sofort von ausgeklügelten Systemen profitieren.

    Der Weg in die Selbstständigkeit ist oft steinig. Mit Franchise- und Lizenz-Modellen erhalten die Startups einen schnellen Marktzugang und das notwendige Know-how.

  • Immer mehr Menschen legen Wert auf gesunde Kost.
    Gesund genießen

    Ob Gourmetessen oder Fast Food, immer mehr Menschen legen Wert auf gesunde Kost. Zu den Wunschzutaten zählen unter anderem Umweltschutz und artgerechte Tierhaltung

  • Mit Markenkraft des starken Partners gelingt Einstieg in die Selbstständigkeit

    Wer den Traum von der Selbstständigkeit verwirklichen möchte, braucht einen starken Franchisepartner. Wie aber lässt sich dieser finden?

  • Uber fürs Übersetzen

    Der Sprachdienstleister lingoking mit 4.800 Dolmetschern und Übersetzern in mehr als 835 Städten agiert seit Oktober als interaktiver Online-Marktplatz. 3 Fragen an Gründer Nils Mahler.

  • Chefs müssen umdenken
    Chefs müssen umdenken

    Nur Anweisungen zu verteilen reicht nicht mehr. In der Dienstleistungsgesellschaft muss die Selbstorganisation der Mitarbeiter gefördert werden.

  • Käufer gesucht
    Ihr Porträt

    Wenn attraktive Unternehmen bei DUB.de verkauft werden, stehen die Käufer Schlange. So erhöhen Sie Ihre Kaufchance.

  • Unternehmensnachfolge als MBI
    Starke Marke

    US-Franchises nehmen den europäischen Markt verstärkt ins Visier. Zwei Fachanwälte geben Tipps, worauf Interessenten bei den internationalen Verträgen achten sollten.

  • Goldene Gründerzeit

    Der erste deutsche Beitrag zum „Juncker Plan“ steht. Bis zu 20.000 Gründer und junge Unternehmen können hierzulande Unterstützung aus EU-Mitteln erhalten. So geht’s.

  • Versicherungen als Qualitätsmerkmal

    Viele kleine und mittlere Unternehmen handhaben den Versicherungsschutz lax, wie eine Studie zeigt. Zudem fehlen oft Maßnahmen wie Feuer- oder Einbruchschutz. Gute Vorsorge steht für Professionalität.

  • Konstruktiv unzufrieden

    UPS-Deutschland-Chef Frank Sportolari über den Wandel des Paketdienstes zu einem „Technologiekonzern mit ein paar Trucks“ – und warum er nie zufrieden ist.

  • Modernes Bauen – so ist’s recht
    Neue Vorschriften

    Das Klimaschutzabkommen von Paris im Dezember gilt als Durchbruch bei der Bekämpfung der Erderwärmung. Das sind die Folgen für Bauherren.

  • Wo der Kunde König ist
    Wo der Kunde König ist

    Diese 15 Unternehmen haben den Kunden-Innovationspreis abgeräumt.

  • Ideenschmieden der Topmanager
    Ideenschmieden der Topmanager

    Eine Reise ins Silicon Valley ist nicht alles: Vier Konzernlenker verraten, woher sie neue Ideen nehmen.

  • Wer sie verpasst, verliert

    Der deutsche Mittelstand muss die Chancen der Digitalisierung nutzen. Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden Telekom Deutschland, im Interview.

  • Günther Oettinger im Interview
    Die Schweinsteigers der Industrie

    Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, bezieht Stellung zur Digitalisierung und sagt, was Bastian Schweinsteiger damit zu tun hat.

  • Immer mehr Firmen leasen Software, anstatt sie zu kaufen.
    Pro und contra Software-Leasing

    Mehr IT-Sicherheit, weniger Personalaufwand, aber höhere Kosten – lohnt sich Software-Leasing für mein Unternehmen?

  • Jobgarantie Olympiasieg?

    Top-Athleten haben finanziell ausgesorgt? Von wegen. Im Schnitt müssen sie hierzulande mit 630 Euro im Monat auskommen.

  • Minderheitsinvestoren: Inhaber behalten das letzte Wort
    Geld und Macht

    Frisches Kapital für das eigene Unternehmen zu bekommen ohne an Einfluss zu verlieren – das klingt nach der Quadratur des Kreises. Minderheitsbeteiligungen versprechen genau das.

  • Futterhaus-Franchise
    Nachfolge per Franchise

    Franchise macht das Gründen leichter. So viel ist klar. Dass die Systeme auch helfen können, das eigene Unternehmen und die Nachfolge zu sichern, dürfte weniger bekannt sein.

  • Wladimir Klitschko gewährt einen Einblick in seine Pläne für die Karriere nach dem Sport.
    Wladimir Klitschko im Interview

    Der erfolgreichste Box-Schwergewichtler aller Zeiten über die Karriere nach der Karriere.

  • Nicolas Rädecke und Susanne Schnur von DUB.de auf dem Franchise Matching Day 2016.
    Franchise Matching Day mit großem Erfolg

    Rund 400 Besucher kamen zur größten deutschen Franchisemesse in Köln. Als Medienpartner stellte die Deutsche Unternehmerbörse DUB.de die neue DUB Franchisebörse vor.

  • Das neue DUB UNTERNEHMER-Magazin ist da

    Exklusiv am Kiosk, in Handelsblatt und in WirtschaftsWoche: Weltmeister Wladimir Klitschko verrät sein Erfolgsgeheimnis. Dazu: fünf Megatrends, die Sie kennen müssen.

  • Wer ein Unternehmen gründen oder kaufen will, braucht Geld – zu möglichst niedrigen Zinsen.
    Wenn die Hausbank Nein sagt

    Ihre Bank will Ihnen keinen Gründerkredit geben? Kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen! So kommen Sie trotzdem an günstiges Startkapital.

  • Wie fit sind die Krankenkassen?

    Der Chef der größten deutschen Krankenkasse spricht über Zukunftsszenarien – nicht alle sind rosig.

  • Colin Berr
    Gefragte Mentoren

    „Jedes Team braucht einen guten Mentor“, weiß der Milliardär und Entrepreneur Richard Branson. Warum das auch für kleine Unternehmen zutrifft.

  • Am Ziel vorbei

    Teamarbeit ist ein Erfolgsfaktor. Doch was tun, wenn das Zusammenwirken hakt? Das gängige Rezept: ein gemeinsamer Ausflug. Aber hilft das?

  • Unternehmerischer Erfolg mit System

    Wer sich selbstständig machen will, ohne auf eine strategische Unterstützung zu verzichten, sollte über Franchising nachdenken.

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick