„Helfer in der Wohnungsnot“

Frederics ist in der Serviced-Apartment-Branche ein Vorreiter. Neben Berlin und München sieht Investor Michael Fischbaum 80 weitere interessante Standorte.


Michael Fischbaum: Knapper Wohnraum und stark steigende Preise geben dem Investor grünes Licht für den Markteintritt (Foto: PR)


DUB UNTERNEHMER-Magazin: Serviced Apartments sind für breitere Investorengruppen als Anlageklasse hierzulande eine vergleichsweise moderne Erscheinung. Frederics jedoch gibt es schon seit den 1960er-Jahren. Vor welchem Hintergrund entstand diese frühe Idee – wie und wann ist sie nach Deutschland gekommen?
Fischbaum: Mein Vater hat sehr früh erkannt, dass große Unternehmen wie die Deutsche Post, die Deutsche Bundesbahn, Siemens oder die Allianz in einer Stadt wie München mit seiner notorischen Wohnungsnot nicht genügend Werkswohnungen insbesondere für die Mitarbeiter hatten, die zwar die Woche über in München arbeiteten, hier aber nicht wohnten. Also hat er Wohnungen aus unserem Bestand komplett möbliert und an diese Firmen vermietet. Das war – zurückblickend betrachtet – eine geniale Idee, eine Pionierleistung. Viele große Firmen brauchten Mitarbeiter, hatten für diese aber keine Wohnungen. Diese Nachfrage konnten wir bedienen. Aus den Wohnungen wurden im Laufe der Jahre Apartments und dann kam sukzessive der Servicegedanke hinzu: So entstanden die Serviced Apartments. 


Der Hybrid zwischen Hotel und Wohnung ist seit einigen Jahren ein Trend – was treibt ihn an? Und inwieweit treibt der Hype den Markt? Studien sprechen von höheren Preisen, aber auch von mehr und deutlich größeren Playern am Markt ...
Fischbaum: Eines ist ganz klar: Serviced Apartments gelten in der Investmentbranche als sexy. Wir müssen als Betreiber aber streng darauf achten, dass wir den Service stetig verbessern und ausbauen, ohne die hohe Kostenstruktur eines Hotels zu bekommen. Große Player wie Airbnb als größter Hotelkonzern der Welt, der für uns natürlich eine Herausforderung ist, verschärfen ohne Frage den Wettbewerb. Das ist an sich auch kein Problem. Problematisch wird es nur, wenn an die Wettbewerber unterschiedliche Maßstäbe angelegt werden –  sei es bei der Hygiene oder auch beim Brandschutz. Würden die Städte Airbnb die gleichen hohen Auflagen machen wie uns, hätte der Marktführer aus dem Silicon Valley sehr schnell ein größeres Problem. So wie Apple und Amazon, die sich nun ja auch allmählich daran gewöhnen müssen, dass man in Europa Steuern zahlen muss. Der Tod und die Steuer kommen eben immer.  


Inwieweit hat sich die Aufenthaltsdauer von Gästen in Serviced Apartments während der vergangenen Jahre verändert? Und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für das Management der Immobilien?
Fischbaum: Das hat sich komplett verändert. Früher haben Mitarbeiter vor allem großer Unternehmen monate–, ja oft jahrelang bei uns gelebt. Heute sind wir bei einer durchschnittlichen Verweildauer von sechs bis sieben Tagen, meistens sogar nur von Montag von Donnerstag. Der „long stay“ ist zu einem „short stay“ geworden. Wir bewegen uns von der Kostenseite also in Richtung Hotel –ganz klar nach oben. Für uns bedeutet dies aber auch, dass wir unsere Häuser vor allem am Wochenende mit anderen Gästen füllen müssen und was läge da näher als gezielt Touristen anzusprechen, die bei uns günstiger und auch sehr viel freier und selbstbestimmter wohnen und leben können als in einem Hotel mit seinen starren Riten und festen Zeiten. 

Teil 1: „Helfer in der Wohnungsnot"

Teil 2: Hoher Anspruch an Wohnungen

Teil 3: Bedarf an Serviced Apartment-Häusern in Deutschland wird weiter steigen

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