Teil 3: Interview mit Jörg Utecht, CEO Interhyp

„Interhyp gilt aufgrund unserer Historie in Gründerkreisen schon als eine Art Role-Model“

Persönliche Beratung: In Deutschland bei der Baufinanzierung unverzichtbar (Foto: kupicoo/iStock.com)

Interhyp hat als Pionier den Baufinanzierungsvergleich ins Netz gebracht. Am Ende steht aber noch immer das persönliche Gespräch. Sind die Möglichkeiten der Digitalisierung hier ausgeschöpft?
Utecht: Gute Frage, denn immerhin haben wir mal online beziehungsweise „telephone only“ angefangen. Die Deutschen wünschen in der Baufinanzierung aber eine persönliche Beratung, bei der sie Vertrauen und Nähe aufbauen können. Warum? Weil die Baufinanzierung für die meisten Menschen die größte finanzielle Entscheidung im Leben ist. Also holen wir den Kunden dort ab, wo er mit seinen Wünschen ist. Natürlich fragen wir uns heute, wie man dieses persönliche Beratungselement durch technologische Unterstützung anreichern kann. Und zwar so, dass Prozesse einfacher werden und mehr Raum für die Beratung selbst entsteht. Ein ganz einfaches Beispiel ist, wie der Kunde nötige Dokumente übermitteln kann. Anstatt per Brief oder Fax sollte er etwa seine Gehaltsabrechnung von zu Hause aus mit seinem Mobile-Device schicken können, das auch gleichzeitig checkt, ob es sich um das richtige Dokument handelt. Übrigens: Selbst wenn heute noch die wenigsten Kunden die Neigung haben, online eine Baufinanzierung abzuschließen, hätten wir schon jetzt die technische Möglichkeit dazu.

Inwieweit kooperieren Sie hier auch mit Fintechs?
Utecht: Natürlich reden wir über Themen wie die End-to-End-Digitalisierung auch mit Fintechs. Wir suchen aber nicht explizit und vorrangig nach Fintechs, sondern einfach nach technologisch smarten Lösungen, die wir günstiger und schneller einkaufen können, als sie selbst zu kreieren. Denn junge, gut ausgebildete, progressive Entwickler zieht es heute nun einmal oft zu Start-ups. Und wenn ein solches Start-up es schafft, mit einem Kreis von Leuten, die an eine Mission glauben, ein wirklich gutes Produkt zu schaffen, liegt es nahe, zu kooperieren. Warum soll ich versuchen, solche Menschen einzustellen, wenn es diese spezialisierten Start-ups da draußen gibt? Unser Vorteil dabei: Fintechs in unserer Branche kennen uns, kommen von sich aus auf uns zu. Interhyp gilt aufgrund unserer Historie in Gründerkreisen schon als eine Art Role-Model.

Welche Ansatzpunkte für Fintechs sehen Sie?
Utecht: Hinter vielen Krediten stehen institutionelle Kapitalmarktteilnehmer. Möglicherweise sind diese bereit für ein Modell, das sie mittels smarter Technologien direkt zu den Endkunden führt. Das würde dem „peer lending“ ähneln. Das hat zwar nicht funktioniert, könnte aber als Evolutionsstufe in die Kreditvergabe durch institutionelle Investoren über eine Plattform münden.

Teil 1: Breite Brust
Teil 2: „Der Vorteil der Finanzdienstleister ist, dass sie den Kunden noch haben“
Teil 3: „Interhyp gilt aufgrund unserer Historie in Gründerkreisen schon als eine Art Role-Model“

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