Spezial Industrie 4.0: So wird Generation „R“

Robotik ist immer noch eine Blackbox – eine relativ komplexe Technologie

Werkzeug ohne Persönlichkeit: Ängste aus Mangel an Informationen (Foto: PR)


Sie setzen auf Consumer-Robotics, also auf die Integration von Robotern in den beruflichen und privaten Alltag. Inwieweit ist das realistisch?

Bösl: Was heute als Consumer-Robotics gilt, gleicht eher einem Spielzeug. Die Technologie von morgen hingegen soll Menschen einen maximalen Mehrwert bieten. Wie das aussehen kann, zeigt ein erster mobiler, modularer Kuka-Prototyp. Die Konzeptstudie veranschaulicht potenzielle Anwendungsfelder. Das System kann etwa Hol- und Bringdienste übernehmen oder als Multimediasystem dort eingesetzt werden, wo es benötigt wird. Als Telepräsenzsystem wiederum kann es Gesprächspartner an verschiedenen Standorten zum Beispiel auf Produktionsrundgänge mobil „mitnehmen“. Auch der Einsatz als Catering-Butler ist möglich.

Wie sieht es mit Robotik im Segment Healthcare aus?

Bösl: Hier tut sich sehr viel. Zum Beispiel mit Spezialsystemen für die Patientenpositionierung in der Strahlentherapie oder bei bildgebenden Verfahren. Stellen Sie sich vor, Patienten müssen nicht mehr in eine CT-Röhre geschoben werden. Stattdessen fährt der C-Bogen um die Patienten herum, um innerhalb von Sekunden Livebilder zu machen und so die Arbeit des Operateurs zu vereinfachen. Ein weiteres Einsatzgebiet von Robotik kann die Mobilitätsunterstützung von Schlaganfallpatienten sein, damit diese Menschen möglichst lange agil, aktiv und mobil bleiben können.

Viele Menschen empfinden den Einsatz von Robotern als unangenehm und sind skeptisch.

Bösl: Das muss man differenziert betrachten, zumal es ein Wahrnehmungsproblem durch den sogenannten Hollywood-Effekt gibt. Es gab allein letztes Jahr elf neue Filme, die sich mit dem Thema Robotik beschäftigt haben. Sie suggerieren, dass Technologien wie der Terminator schon existent sind. Das stimmt aber nicht. Robotik ist immer noch eine Blackbox – eine relativ komplexe Technologie, die für die öffentliche Wahrnehmung unzureichend erklärt wird. Also müssen wir informieren. Was kann, darf und soll die Technologie? Was wollen wir damit erreichen? Was ist wirklich sinnvoll? Das sind unter anderem Leitfragen unserer Arbeit.

Teil 1: Die Smart Factory als voll integrierte Lösungslandschaft

Teil 2: Robotik ist immer noch ein Blackbox – eine realtiv komplexe Technologie

Teil 3: Roboter sind Werkzeuge, keine Persönlichkeiten

Das interessiert andere Leser

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick
Das interessiert andere Leser