Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

Teil 3: „Entwicklung von künstlicher Intelligenz selbst gestalten“

Experten unter sich (v. l.): Brigitte Zypries, Japans Ministerpräsident Shinzo Abe, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (Foto: CeBIT/ Rainer Jensen)

In den USA wird das Thema „künstliche Intelligenz“ gehypt. Sprechende und lernende Maschinen ersetzen klassische Arbeitsplätze. Welche Herausforderung kommt da auf die Politik zu?
Zypries:
Künstliche Intelligenz entwickelt sich zu einem zunehmend wichtigen Wirtschaftsfaktor. Zukünftige Anwendungen reichen von digitalen Assistenten, autonomen Fahrzeugen, digitalen Dolmetschern bis hin zu Servicerobotern. Dahinter stehen vielfach Chancen, unser alltägliches Leben zu erleichtern und Prozesse zu optimieren. Allerdings wird der Mensch mit seinen einzigartigen Eigenschaften wie Verständnis und Empathie in den meisten Bereichen auch in Zukunft nicht ersetzbar sein. Wichtig ist, dass wir bei der Erforschung und Entwicklung von künstlicher Intelligenz aktiv vorangehen, um den Prozess selbst gestalten zu können. Wir sind in Deutschland da bereits gut aufgestellt. Mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz haben wir bereits eine weltweit erstklassige Einrichtung.

US-Präsident Donald Trump steht für Protektionismus. Was droht aus Übersee?
Zypries:
Die USA und Deutschland verbindet eine langjährige gute wirtschaftliche Zusammenarbeit. Wir haben großes Interesse daran, weiter eng mit den USA zusammenzuarbeiten. Gleichzeitig haben wir jeden Grund, selbstbewusst zu sein und für unsere Vorstellungen von offenen Volkswirtschaften sowie fairen und freien Handel einzutreten. Protektionismus macht alle ärmer. Die USA brauchen unsere Geräte und Dienstleistungen, um ihr Land zu re-industrialisieren. Deutschland ist der viertgrößte ausländische Investor und der fünftgrößte Handelspartner der USA. Unsere Unternehmen sind dort der drittgrößte ausländische Arbeitgeber.

Rücken jetzt andere Nationen wie Deutschland und Japan mit ihren Plänen zu neuen Freihandelsabkommen notwendigerweise näher zusammen?
Zypries:
Unsere Unternehmen sind in der ganzen Welt erfolgreich. Rund zehn Prozent unserer Exporte gehen in die USA, 90 Prozent der Exporte aber in andere Länder. Unabhängig von der jeweiligen US-Regierung kooperieren wir mit vielen Handelspartnern weltweit. Deutschland und der EU sind die Beziehungen zu anderen Handelspartnern immer schon wichtig gewesen. Dazu gehört auch Japan. Derzeit verhandelt die Europäische Union daher ein Freihandelsabkommen mit Japan. Ein Abschluss zwischen diesen beiden großen Handelsblöcken wäre ein wichtiges Signal für freien Handel, für mehr Zusammenarbeit und gegen Abschottung.

Welche Rolle werden China und Indien spielen? Und was ist mit Russland?
Zypries:
Wir haben die jüngsten chinesischen Bekenntnisse zu Freihandel und Gleichbehandlung von ausländischen Unternehmen in China positiv zur Kenntnis genommen. Wir hoffen, dass den Worten auch Taten folgen, und erwarten deshalb gute Fortschritte in den derzeit eher stockenden Verhandlungen über ein bilaterales Investitionsabkommen zwischen der EU und China. Sie sind ein „Lackmus- Test“ für die tatsächliche Marktöffnungsbereitschaft Chinas. Auch Indien ist – alleine wegen der Größe seines Marktes –, ein zunehmend wichtiger Partner für die EU. Die Wirtschaftsbeziehungen mit Russland haben ein enormes Potenzial. Dieses Potenzial zu heben hängt nicht zuletzt von den politischen Rahmenbedingungen, insbesondere der uneingeschränkten Umsetzung der Minsk-Vereinbarung zum Konflikt in der Ukraine, ab.

Teil 1: „Ziel: Digitale Bildung ausbauen“

Teil 2: „Wir brauchen eine neue Gründungsmentalität“

Teil 3: „Entwicklung von künstlicher Intelligenz selbst gestalten“

Nach oben

Das interessiert andere Leser

  • lnterim Management – flexible Lösung beim Generationswechsel

    Nicht selten kommt es vor, dass in einem Familienunternehmen die Stabübergabe vorgezogen werden muss. Der potenzielle Nachfolger ist dann aber womöglich noch nicht übernahmebereit.

  • Spektakuläres Afrika

    Beeindruckende Landschaften, unendliche Weite und einzigartige Tierwelt – die Wiege der Menschheit ist ein magischer Ort.

  • Freundliche Übernahme

    Der Feinkosthandel „Il Nuraghe“ steht seit Jahrzehnten für höchste Qualität. Um ihr Lebenswerk zu sichern, entschieden sich die jeweils kinderlosen Gründer Richard Retsch und Gesuino Atzeni für eine externe ...

  • Viele Wege, ein Ziel

    Unternehmen verändern ihr Verständnis von Mobilität. Das starre Dienstwagen-Denken weicht flexiblen Reisekonzepten.

  • Durchstarten am Strand

    Digitale Nomaden arbeiten über das Internet und erkunden gleichzeitig die Welt. Der Badeort Jomtien in Thailand entwickelt sich zu einer ihrer Pilgerstätten.

  • Einmal von München nach Berlin

    Start-up-Firmen mit Internet-Ideen zieht es in die Hauptstadt. Das Kapital aber sitzt noch in Bayern.

  • How to start a startup

    Die Startup-Vorlesungsreihe aus der Stanford University geht weiter mit unserem "Export" Peter Thiel und Alex Schultz, VP of Growth bei Facebook.

  • König Mitarbeiter

    Wer heute die besten Nachwuchskräfte haben will, muss flexible Arbeitszeiten bieten - das ist die Überzeugung von Projektron, einem mittelständischen Softwareentwickler in Berlin.

  • Auf neuen Wegen ans Personal

    Der Fachkräftemangel entwickelt sich zunehmend zu einem Problem für die Unternehmen. Die Personalmanager müssen umdenken und bei der Mitarbeitersuche Kreativität beweisen.

  • Nicht ohne meine Tochter

    Im deutschen Mittelstand übernimmt die nächste Generation - selbst im konservativen Maschinenbau sind das immer öfter die Töchter. Und die setzen häufig auf Teamarbeit an der Spitze.

  • „Urlaub ist überflüssig“

    Martin Kind spricht Klartext. Beim DUB UNTERNEHMER-Dinner nahm der Hörgeräte-Magnat und Hannover-96-Boss zu den Themen Erfolg, Nachfolge und Fußball kein Blatt vor den Mund.

  • Schwarmfinanzierung wird erwachsen

    Bislang galt Crowdfunding als Finanzierungsalternative für Start-ups, witzige Ideen und Projekte mit Sozialtouch. Doch jetzt entwickelt sich diese noch junge Form der Kapitalbeschaffung.

  • Abenteurer der Steppe

    Wind im Gesicht, atemberaubende Landschaft vor Augen, von Gegenverkehr keine Spur – in den Weiten der mongolischen Steppe können Biker Gas geben und das Land erfahren.

  • Bescheiden zum Erfolg

    Gästehaus statt Palast: Papst Franziskus wohnt bescheiden und führt die katholische Kirche ganz ohne Pomp. Dabei handelt er nach dem Muster jesuitischer Ordensregeln. Was Unternehmer aller Konfessionen von ...

  • Alle Potenziale nutzen

    Die Ideen der Mitarbeiter sollen dazu beitragen, Kosten zu senken. Dafür braucht man ein funktionierendes System – und Führungskräfte, die ineffizientes Arbeiten sehen und verändern.

  • Auf die Marke kommt es an

    Noch immer zögern viele Mittelständler, ihre erfolgreichen Geschäftsmodelle konsequent zu vermarkten. Dabei lohnt sich die Investition in die Markenführung.

  • Mission Schaltzentrale

    In Oliver Franke reifte schon sehr früh der Wunsch, Unternehmer zu sein. Der Weg zu seiner heutigen Tätigkeit als Chef des vom Vater mitbegründeten technischen Industriedienstleisters Franke + Pahl war ...

  • Wettlauf gegen die Zeit

    Ob Berater, Ingenieur oder Manager: Vor manchen Geschäftsreisen ins Ausland sind ärztliche Untersuchungen Pflicht - doch nicht alle Firmen wissen davon.

  • Das Ende der großen Vorsicht

    Seit der Krise horten Firmen Eigenkapital. Nun stehen bei Mittelständlern wieder Investitionen auf dem Plan. Siewollen mutig sein.

  • Attraktives Geschäftsfeld für Freiberufler

    Onlineplattformen helfen bei der Suche nach Cloud-Experten.

  • Sind Sie sicher?

    Nahezu alle Betriebe werden mittels elektronischer Datenverarbeitung verwaltet, teils mit Tausenden Kundendaten täglich. Doch wiesteht es um den Schutz der Informationen und die Sicherheit der Abläufe? Zehn ...

  • Erfolg ist Verhandlungssache

    Zehnmal täglich verhandeln Führungskräfte im Schnitt. Wie gut sie sich in den Gesprächen durchsetzen, wird auch durch ihre Taktik bestimmt. Der Erfolg beginnt schon mit der Vorbereitung.

  • Geld auf breiter Basis

    Crowdfinanzierungen machen als alternative Kapitalquelle von sich reden. Der Markt ist zwar klein, doch mehr als eine Schwärmerei.

  • Kühler Kopf beim Turnaround

    Wenn die Kosten steigen, der Absatz stockt und der Umsatz sinkt, darf das Management keine Zeit verlieren. Wie mittelständische Unternehmen Restrukturierungen am besten angehen.

  • Auf der sicheren Seite

    Die 17 deutschen Bürgschaftsbanken sind private Förderinstitute, die mittelständischen Unternehmen den Weg zu mehr Kapital ebnen.

  • Erfolg beginnt im Kopf

    Was verbindet Mark Zuckerberg und Wickie den Wikinger? Ihr Erfolg beginnt im Kopf. Der eine erdachte Facebook, der andere hilft seinen Freunden mit klugen Einfällen. Die Idee ist die Basis für erfolgreiches ...

  • Großprojekte im Fokus

    Projektinvestitionen sind oft Meilensteine bei der Erreichung strategischer Ziele. Häufig gehen damit hohe Risiken einher, die besonderer Aufmerksamkeit von Management und Aufsichtsrat bedürfen.

  • Vorbildliche Führung

    Ottmar Hitzfeld erklärt auf dem zweiten DUB UNTERNEHMER-Dinner, wie er Teams erfolgreich führt und wie er lernen musste, Druck zu managen.

  • Halterhaftung für den Fuhrpark

    Halterhaftung für den Fuhrpark birgt für den Verantwortlichen ein erhebliches Haftungsrisiko, das sich besonders offenbart, wenn es um die Haftungsverteilung nach einem Verkehrsunfall geht.

  • Das Geheimnis der Gewinnmaschinen

    Anlegern gelingt es nur sehr schwer - viele Unternehmen, auch deutsche, schaffen es aber Jahr für Jahr. Sie streichen Renditen von 25 und mehr Prozent ein.

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick