Mutmacher, Mahner und das Morgen

Elektronische Gesundheitskarte als Disruption der Gesundheitsbranche

Sie sind zwei Vertreter der Branche, die nach vorn denken und zukunftsgerichtet agieren. Betrachten Sie sich als einsame Rufer in der Wüste oder Vertreter einer Bewegung?

Stachon: Wir sind beide in Branchen unterwegs, die im internationalen Vergleich extrem fragmentiert sind. Wenn ich mich mit internationalen Kollegen unterhalte und erzähle, wie viele Versicherungen es in Deutschland gibt, dann ernte ich stets Verwunderung. Aus dieser Fragmentierung resultiert, dass es wahnsinnig schwierig ist, für alle in gleichem Maße up-to-date zu bleiben. Wir reden ja immer alle von Digitalisierung. Aber das ist nur die Technologie dahinter. Wenn ich aber heute ein Unternehmen leite und wandle, ist das richtige „Mindset“ entscheidend. Und zwar nicht nur in der Führungsetage, sondern durchgehend durch das Unternehmen. Hier sind wir bei der CosmosDirekt sicherlich etwas anders unterwegs als der Durchschnitt der Branche, weil wir in der Organisation durchgehend ein digitales „Mindset“ pflegen.

Baas: Im Branchenvergleich erreicht das Gesundheitswesen keinen digitalen Spitzenplatz, obwohl die smarte Nutzung von Gesundheitsdaten weltweit längst zum Innovationstreiber geworden ist. Wir agieren zwar mit enormen Datenmengen, aber oft analog oder ohne den Patienten in den Fokus zu rücken. Das wollen wir ändern. Auch wenn unser Gesundheitsminister das Thema Digitalisierung deutlich vorantreibt und eine digitale Infrastruktur schaffen möchte, sehen wir uns als Innovationstreiber mit dem Anspruch unser Gesundheitswesen als Ganzes zu bewegen, das zeigt beispielsweise die Entwicklung unserer elektronischen Gesundheitsakte. Damit haben wir bewusst einen disruptiven Impuls gesetzt, um die notwendigen politischen Handlungen anzustoßen und gemeinsam Bewegung in unser Gesundheitswesen zu bekommen. Ob ein Unternehmen aber erfolgreich mit seiner Strategie ist, hängt letztlich auch von der Veränderungsbereitschaft der Mitarbeiter ab. Ich verstehe, dass das auch Sorgen bereitet, weil die Digitalisierung eben auch Arbeitsplätze kosten kann. Andersherum entstehen aber auch neue Chancen. Vor diesem Hintergrund haben wir das Ziel zu wachsen und dabei aufgrund der Digitalisierung niemanden entlassen zu müssen. Das hat jetzt schon viele Maßnahmen erfordert. Es ist ja nicht von der Hand zu weisen, dass viele einfache Tätigkeiten in Zukunft wahrscheinlich so nicht mehr da sein werden. Dabei finde ich eine transparente Kommunikation wichtig und auch, dass die Mitarbeiter bereit sind den Wandel mitzugehen.

Stachon: Ganz wichtig in unserem Fall: CosmosDirekt hat als klassischer Versicherer mit Außendienst angefangen. Von diesem Startpunkt aus haben wir uns bereits doppelt transformiert: Vom klassischen Außendienstversicherer zum Direktversicherer ­– noch mit viel Katalog-Geschnipsel und Telefon-Geschäft. Und von dort aus zum digitalen Anbieter. Damit dürften wir eines der wenigen Beispiele sein, das zwei technologische Transformationen komplett und als Marktführer überstanden hat.

Teil 1: Nicht Datenschutz sondern Interessenschutz bremst Digitalisierung

Teil 2: Sensible Gesundheitsdaten nicht Google oder Apple überlassen

Teil 3: Data Analytics und Robotik revolutionieren Gesundheitsversorgung

Teil 4: Droht uns eine digitale Zweiklassengesellschaft?

Teil 5: „Doktor Google“ macht Patienten nicht mündiger

Teil 6: Elektronische Gesundheitskarte als Disruption der Gesundheitsbranche

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