Schritt für Schritt besser

Datenschutz als Daueraufgabe

Kontinuierlich weitergehen: Carsten Maßloff rät zur langfristigen Planung von Datenschutzmaßnahmen (Foto: Getty Images/WangAnQi) 

Welche Chancen bietet die EU-DSGVO für Datenschutz und Datenmanagement?

Maßloff: Eine spannende Frage. Eines der größten Themen ist das Recht auf Vergessen für Verbraucher. Vor einigen Jahren war Big Data eines der Schlagworte, das uns als Verbraucher große Sorgen machte. Mit der neuen Verordnung ist es nun möglich, dass ich beispielsweise als ehemaliger Kunde einer Versicherung, in der ich auf Grund von nicht selbst verschuldeten Kfz-Unfällen eventuell als Risikokunde eingestuft wurde, dort nach einigen Jahren als Neukunde die gleichen Voraussetzungen genießen darf wie jeder andere neue Versicherungsnehmer. Auch die manchmal nervigen Anrufe von Call-Center-Mitarbeitern bedürfen der vorherigen Zustimmung. Nur weil ich auf einer Messe war, darf der Veranstalter nicht ohne meine explizite Zustimmung meine Kontaktdaten an Dritte weitergeben. Unternehmen müssen diese Regeln jetzt auch tatsächlich umsetzen. Das bedeutet: Prozesse überdenken und anpassen, um Risiken zu vermeiden. Konkret gilt es jetzt, die Datenstände zu bereinigen und Zustimmungen einzuholen.

Welche Datenschutz- und Datenbusiness-Themen werden in den kommenden zwei Jahren wichtig?

Maßloff: Die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen ist gegebenenfalls mit hohem Aufwand für die Unternehmen verbunden. Hier galt es nicht nur, zum Stichtag 25.05.2018 „sauber“ zu sein. Die Etablierung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses ist hilfreich und unterstützt zum Beispiel bei der Einführung neuer Prozesse beziehungsweise Geschäftsfelder. Wir erwarten, dass in absehbarer Zukunft eine standardisierte Datenschutznorm veröffentlicht wird, nach der man sich zertifizieren kann. Dies würde vieles vereinfachen und im Markt auch die notwendige Transparenz schaffen. Zukünftig wird uns die enge Verzahnung von Datenschutz – dem Schutz der personenbezogenen Daten – mit IT-Sicherheit – dem Schutz der IT-Systeme – und Informationssicherheit – also Schutz von unternehmensrelevanten Informationen und Daten – vor weitere Herausforderungen stellen. Jeder Hackerangriff auf IT-Systeme ist verbunden mit dem Angriff auf personen- und unternehmensrelevante Daten. Ein Hackerangriff auf ein Unternehmen in der heutigen Zeit ist eine sehr komplexe und straff organisierte kriminelle Handlung. Alle zuständigen Akteure des betroffenen Unternehmens müssen miteinander arbeiten und solchen Angriffen entgegenwirken.

Nach der EU-DSGVO kommt, wahrscheinlich, die E-Privacy-Verordnung, die voraussichtlich weitere massive Einschnitte in die bisherige Handhabung digitaler Daten mit sich bringt. Wie bereiten Sie sich und Ihre Kunden schon jetzt darauf vor?

Maßloff: Die Umsetzung der aktuellen Anforderungen sehen wir als ein Projekt, das die heutigen Anforderungen berücksichtigt und zukünftige Anforderungen bereits im Blick hat. Ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess ist hierbei unabdingbar. Die verantwortlichen Mitarbeiter müssen ausgebildet und qualifiziert sein, sie müssen aber auch vom Unternehmen mit ausreichend Befugnissen und Verantwortung ausgestattet werden. Hier sehen wir ein großes Risiko und versuchen frühzeitig unsere Kunden dahingehend zu sensibilisieren.

Teil 1: EU-DSGVO als Projekt angehen

Teil 2: Datenschutz als Daueraufgabe

Teil 3: Digitale Talente frühzeitig erkennen

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