Führung ist eine Wahl  

New Leadership: Millennials wollen andere Chefs

Junge Arbeitnehmer – die sogenannten Generationen Y und Z – sind verwöhnt und wollen am liebsten gar nicht arbeiten. Falsch, sagt Annett Polaszewski-Plath. Die Deutschlandchefin des Techunternehmens Eventbrite sieht sich als Teil einer neuen Generation von Führungskräften.

Bevor Annett Polaszewski-Plath bei Eventbrite einstieg, war sie zehn Jahre lang für internationale Technologie-Unternehmen wie eBay und PayPal als Führungskraft tätig
Annett Polaszewski-Plath
ist seit September 2017 General Manager Germany beim Ticketing- und Eventtechnologie-Anbieter Eventbrite (Foto: PR)

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Als Teil der „Jungen Milden“ stehst du für einen neuen Führungsstil. Was verbirgt sich hinter diesem Begriff und was genau wollen Millennials von ihren Chefs?

Annett Polaszewski-Plath: Der Anteil der sogenannten Millennials und auch der darauffolgenden Generation Z in Unternehmen wächst kontinuierlich. In fünf bis sieben Jahren werden 75 Prozent der globalen Arbeitnehmer diesen jungen Generationen angehören und die Arbeitswelt aufrütteln. In der diesjährigen Deloitte Millennial Survey gaben 43 Prozent der Millennials und 61 Prozent der Generation Z an, dass sie ihr Unternehmen in den kommenden zwei Jahren verlassen werden. Es gibt bei diesen jungen Menschen also weniger Bindung zum Unternehmen. Junge Arbeitnehmer sind heute risikoaffiner und getrieben von einem Hunger nach Weiterentwicklung und Selbstverwirklichung. Sie erwarten von ihrem Arbeitgeber, dass er ihnen das große Ganze, den Sinn und Zweck in ihrer Tätigkeit transparent macht. Wenn man sich überlegt, wie schwer es für viele Unternehmen ist, junge Talente zu finden und einzuarbeiten ist die Vorstellung, dass viele nur zwei Jahre im Unternehmen bleiben, sehr schmerzhaft. Deshalb ist es als Führungskraft extrem wichtig, genau zu verstehen, was die nachfolgenden Generationen antreibt, wofür sie brennen und wie man sie entsprechend ans Unternehmen binden kann. Ein traditioneller Führungsansatz funktioniert heute nicht mehr.

Worin unterscheidet sich die neue Art zur Führen von der alten?

Polaszewski-Plath: Ich habe ja beides erlebt. Einmal die klassische, hierarchische Führung, in der klare Ansagen und Vorgaben gemacht werden, wie ein bestimmtes Ziel zu erreichen ist. Aber heute kannst du als Führungskraft nur gewinnen, wenn du dich als Teil des Teams betrachtest. Du zeigst zwar einen Rahmen auf, setzt ein Ziel, aber du gibst den Mitarbeitern die Möglichkeit, innerhalb dieses Rahmens zu experimentieren und vielleicht auch mit einem anderen Weg ans Ziel zu kommen. Du gewährst deinem Team einen Vertrauensvorschuss. Führungskräfte werden mehr zum Coach oder Mentor und begleiten das Team. Das bedeutet aber auch, dass man die Kommunikationsfreuqenz erhöhen muss. Es braucht starkes Einfühlungsvermögen, um zu sehen, wo sich die Mitarbeiter gerade befinden und wo ihre Stärken liegen. Ganz wichtig ist es, auf Augenhöhe zu kommunizieren, das schafft Vertrauen. Dann kommen die Kollegen auch zu einem, wenn sie an einem Punkt nicht weiterkommen und Unterstützung brauchen.

Wie handhabt ihr flexible Jobmodelle, Freiraum für die Mitarbeiter? Was macht euch da als Unternehmen aus?

Polszewski-Plath: Wir sind zwar kein Start-up, aber als Tech-Unternehmen ziehen wir natürlich gerade die jüngeren Generationen an. Und da muss man bei der Gestaltung von Arbeitszeiten und dem Arbeitsplatz schon etwas kreativer sein. Wie andere amerikanische Unternehmen setzen wir da auf das Stichwort „take the time you need“. In Deutschland bietet Eventbrite zum Beispiel acht Wochen voll bezahlten Vaterschaftsurlaub an, zusätzlich zur gesetzlich garantierten Elternzeit. Wir versuchen sozusagen, die Arbeit an das Leben der Mitarbeiter anzupassen.

Du beschäftigst dich auch mit der Rolle von Frauen in Führungspositionen. Das Stichwort Empathie ist vorhin schon gefallen. Sind Frauen die besseren Chefs wenn es darum geht, Millennials anzuleiten und zu coachen?

Polszewski-Plath: Auf jeden Fall ist es eine Chance für Frauen. Aber ich habe in meiner Karriere schon viele empathische Führungskräfte erlebt, männlich und weiblich. Ich glaube, Führung ist eine Wahl. Wie du deinen Führungsstil entwickelst, wie du führen möchtest ist deine Entscheidung. Und natürlich ist das eine Möglichkeit für Frauen, sich auf ihre Stärken zu konzentrieren und sie auszubauen. Ich weiß persönlich, dass sie da sind.

Teil 1: New Leadership: Millennials wollen andere Chefs

Teil 2: New Leadership: Offen mit Schwächen umgehen

Das interessiert andere Leser

  • Finanzierungs-Alternative zur Hausbank - DUB.de
    Jenseits der Stange

    Joachim Haedke springt mit Finanzierung.com ein, wenn Banken bei der flexiblen Beschaffung von Liquidität für Unternehmen mauern.

  • Unternehmensverkauf - Gute Vorbereitung bestimmt den Erfolg Teil II
    Teil II: Unternehmensverkauf - Gute Vorbereitung bestimmt den Erfolg

    Der zweite Teil geht auf weitere für eine Vorbereitung wesentliche Punkte ein und fasst alle aufgezählten Schritte in einer Checkliste zusammen.

  • Unternehmensverkauf - Gute Vorbereitung bestimmt den Erfolg
    Teil I: Unternehmensverkauf - Gute Vorbereitung bestimmt den Erfolg

    Zu viele Unternehmerinnen und Unternehmer stellen sich der Herausforderung Unternehmensnachfolge zu spät. Eine gute Vorbereitung ist das A und 0.

  • FRANCHISE AWARDS 2019
    FRANCHISE AWARDS 2019

    In drei Kategorien messen sich insgesamt neun Franchisesysteme. Wer am Ende die begehrte Trophäe mit nach Hause nehmen darf entscheidet eine Fachjury.

  • Bester Franchisenehmer der Welt - jetzt Nominierung abgeben

    Nominieren Sie Ihre Franchisenehmer zum internationalen Award und präsentieren Sie Ihr Franchise-System und Ihre Marke auf internationaler Bühne.

  • Franchise Ideen: Was der Markt anbietet und was Sie wissen müssen
    Franchise Ideen: Was der Markt anbietet und was Sie wissen müssen

    Das passende System finden: Franchise Angebote gibt es viele, aber welche Franchise Idee ist die richtige?

  • Mobilitäts-Debatte- E-Scooter auf Gehwegen: Das sagen die Versicherer
    E-Scooter auf Gehwegen: Das sagen die Versicherer

    Die Bundesregierung entscheidet demnächst über die Zukunft der E-Scooter auf den Verkehrswegen. Viele Versicherer lehnen die neuen elektronischen Tretroller aber pauschal ab.

  • So gelingt das Change Management

    Neue Eigentümer bringen oft frische Ideen mit. Doch wer neue Strukturen und Prozesse integrieren will, muss ein paar Dinge beachten.

  • Auf Bewährtes aufbauen

    Franchise lohnt sich – besonders für die Nachfolger. DUB.de erklärt, was das System so attraktiv macht und worin die größte Herausforderung besteht.

  • Franchiseunternehmen verkaufen – So geht der Franchise Resale!
    Franchiseunternehmen verkaufen – So geht der Franchise Resale!

    Häufig werden in Franchise Verträgen auch Vorkaufsrechte festgeschrieben. Was bedeutet das nun im Falle eines gewünschten Weiterverkaufs?

  • con|cess M+A-Partner erhält den „Content Creator Award"
    con|cess M+A-Partner erhält den „Content Creator Award“

    Das Beraternetzwerk hat in der Kategorie: „Company Sales Facilitators of the Year 2019 – Germany“ den Award für seinen umfangreichen Content Marketing Ansatz erhalten.

  • Robert Gladis von der HALLESCHE
    „Benefit für Mitarbeiter“

    Jeder Versicherte sollte selbst auswählen können, welche bKV-Leistungen er in Anspruch nimmt. Dafür plädiert Robert Gladis von der HALLESCHE.

  • Steuerlich nutzbar: Durch eine Gesetzesänderung Ende 2018 werden Verluste bei einer Übertragung bis zu 50 Prozent nicht mehr gekürzt
    Das Minus nutzen

    Die Vorschrift zum anteiligen Verlustuntergang wurde Ende letzten Jahres gestrichen. Für Kapitalgesellschaften entstehen so neue Chancen, um ihre Verluste trotz Übertragung zu verrechnen.

  • Die digitale Transformation gelingt im Unternehmen nur im Miteinander
    „Mehr Empathie denn je“

    Die digitale Transformation gelingt im Unternehmen nur im Miteinander, postuliert Antje Leminsky, CEO beim Finanzierungsspezialisten GRENKE.

  • China hat sich zu einer der führenden wirtschaftlichen und technologischen Weltmacht entwickelt. Ex-Chefredakteur der „Die Zeit“ Theo Sommer erklärt, was der Aufstieg bedeutet.
    Chinas Aufstieg zum technologischen Vorreiter

    China hat sich zu einer der führenden wirtschaftlichen und technologischen Weltmacht entwickelt. Ex-Chefredakteur der „Die Zeit“ Theo Sommer erklärt, was der Aufstieg bedeutet.

  • Marc Simons von SIMONS & KOLLEGEN weiß, wie man sich für die richtige betriebliche Krankenversicherung entscheidet.
    „Passende Lösungen für die ganze Belegschaft“

    Die Entscheidung für die richtige betriebliche Krankenversicherung (bKV) fällt vielen Unternehmen nicht leicht. Marc Simons von SIMONS & KOLLEGEN weiß Rat.

  • Nur ein Bruchteil der deutschen Unternehmen hat einen Krankenzusatzschutz für seine Mitarbeiter abgeschlossen.
    Vorsorge im Doppelpack

    Nur ein Bruchteil der deutschen Unternehmen hat einen Krankenzusatzschutz für seine Mitarbeiter abgeschlossen. Dabei bietet die bKV viele Vorteile – für Betriebe wie Angestellte.

  • T-Systems-CEO Adel Al-Saleh über die Telematik-infrastruktur in der Gesundheitsbranche.
    „Deutschland hinkt noch hinterher“

    Die Telematik-infrastruktur ist das fehlende Bindeglied in der Kommunikation zwischen Ärzten, Apotheken und Krankenkassen, mahnt T-Systems-CEO Adel Al-Saleh.

  • Stephanie Renda kennt die Grenzen, an die Frauen stoßen.
    „Das einzige Mittel der Wahl“

    Courage: Als junge Mutter gründete Stephanie Renda 2008 ihr eigenes Unternehmen. Heute engagiert sie sich für die ganze Start-up-Szene. Sie kennt die Grenzen, an die Frauen stoßen.

  • Maria Moraeus Hanssen fordert Diversität in Unternehmen
    „Sagen Sie Ja zu neuen Chancen“

    Maria Moraeus Hanssen ist Vorstandsvorsitzende der DEA Deutsche Erdoel AG. Die Norwegerin fordert Diversität in Unternehmen – und das weit über die Geschlechterfrage hinaus.

  • Ines von Jagemann über die neuen Chancen für Frauen, in Führungspositionen zu kommen.
    „Lernen Sie, sich selbst zu schätzen“

    Ines von Jagemann, Geschäftsführerin Digital bei Tchibo, über Digital Leadership und die neuen Chancen für Frauen, in Führungspositionen zu kommen.

  • Verena Pausder will, dass unsere Kleinen einmal digital ganz groß werden.
    Die Zukunft beginnt genau jetzt

    Es könnte abgedroschen klingen, wäre es nicht so unwiderlegbar: Gründerin Verena Pausder will, dass unsere Kleinen einmal digital ganz groß werden.

  • Sarna Röster macht sich für den Nachwuchs stark – und glaubt nicht an die Frauenquote.
    „Gründergeist in die Schulen“

    Sarna Röster, die Nachfolgerin des Familienbetriebs Karl Röser & Sohn, macht sich für den Nachwuchs stark. Im Interview erklärt sie warum sie gegen eine Frauenquote ist.

  • Beate Oblau behauptete sich gegen zwei Männer in der Unternehmensspitze
    „Nur Kompetenz zählt“

    Neben zwei Männern behauptet sich Beate Oblau an der Spitze des Schreibgeräteherstellers Lamy. Sie spricht über die Digitalisierung der Marke und warum ihr Geschlecht irrelevant ist.

  • Prof. Sabina Jeschke über den Mobilfunkstandard 5G und ihre Arbeit als Ingenieurin
    „Digital Leader sein heißt Vielfalt fördern“

    Prof. Sabina Jeschke, Vorstand Digitalisierung und Technik der Deutschen Bahn, über den Mobilfunkstandard 5G und ihre Arbeit als Ingenieurin in einem klassischen Männerbereich.

  • Personalvorständin von EWE, Marion Rövekamp, über Diversity und Frauenförderung.
    „Netzwerken ist essenziell“

    Als Personalvorständin von EWE setzt sich Marion Rövekamp unter anderem für die Themen Diversity und Frauenförderung ein – auch, um damit drohendem Fachkräftemangel zu begegnen.

  • Die Designerin Jette Joop über ihr Geschäft und Frauen in Führungspositionen
    „Wer Konflikte aushält, kommt weiter“

    Die Designerin Jette Joop über ihr Geschäft und Frauen in Führungspositionen – und was ihr selbst als Unternehmerin geholfen hat.

  • Michael Kaib und David O’Neill von Reemtsma erklären, wie die E-Zigarette den Wandel im Traditionsunternehmen treibt.
    Plötzlich anders

    Gestern Tabakhersteller, heute Technikproduzent: Michael Kaib und David O’Neill von Reemtsma erklären, wie die E-Zigarette den Wandel im Traditionsunternehmen treibt.

  • Eine neue Umfrage zum Thema Nachfolge legt offen: Eine große Mehrheit der Firmeninhaber trifft keine Regelungen für einen möglichen Notfall.
    Notfallplan für die Unternehmensnachfolge

    Eine aktuelle Umfrage zum Thema Nachfolge legt offen: Eine große Mehrheit der Firmeninhaber trifft keine Regelungen für einen möglichen Notfall. Was sind die Gründe für dieses Versäumnis?

  • Ist der Unternehmensverkauf vertraglich in trockenen Tüchern, muss der Betrieb noch übergeben werden. Dieser Übergabeprozess ist für Käufer und Verkäufer deutlich umfangreicher als eine reine Schlüsselübergabe.
    Arbeitsreicher Abschied und Neuanfang

    Ist der Unternehmensverkauf vertraglich geregelt, muss der Betrieb noch übergeben werden. Dieser Übergabeprozess ist für Käufer und Verkäufer deutlich umfangreicher als eine reine Schlüsselübergabe.

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick
Das interessiert andere Leser