Inside Silicon Valley: Basteln am Morgen

KI stellt neue Anforderungen an das Arbeiten von morgen

KI auf der Spur: IBM-Fellow Jim Spohrer blickt gespannt in die Zukunft (Foto: Tomas Ovalle)

Warum ist sich der IBM-Fellow bei seinen Vorhersagen so sicher? Er beobachtet die Leaderboards. In diesen Open-Source-Netzwerken arbeiten Microsoft, IBM, Google und Co. mit führenden KI-Forschern an Lösungen für KI-Probleme wie Video-Erkennung oder das episodische Gedächtnis. Spohrer und rund 60.000 weitere IBM-Kollegen nutzen Open-Source-Plattformen wie Github. „Stellen Sie sich Merlins Buch der Zauberkunst vor, alles Wissen über Roboter und KI steckt darin“, schwärmt Spohrer. Zusätzlich gewährte er 100.000 Studenten und Akademikern einen kostenlosen Zugang zur IBM-Cloud und zu den Watson-Programmschnittstellen.

Kosten sinken, Vorteile überwiegen

Ein weiteres Kriterium: Laut Moore’s Law sinken die Kosten für Rechenkapazität kontinuierlich. „Jeder, der sich ein Smartphone leisten kann, wird Zugang zu Hunderten digitalen Arbeitern haben“, erklärt Spohrer. Aktuell kostet ein Terascale 1.000 US-Dollar. Das sind 1012 Befehle pro Sekunde. 2060 wird ein Exascale, ungefähr die Leistung eines menschlichen Gehirns, rund 1.000 US-Dollar kosten. Um die Rechenleistung bereitzustellen, investiert IBM 240 Millionen US-Dollar in die Entwicklung von Quantencomputern mit dem Massachusetts Institute of Technology.

Bis 2036 ist noch viel zu tun, so Spohrer. Viele ethische und ökonomische Implikationen der KI-Entwicklung seien noch ungelöst. Gefährlicher als die eigentlichen Jobverluste schätzt er etwa die sinkenden Qualifikationen in praktisch allen Berufsgruppen ein – darunter Ärzte, Piloten und Juristen. Problematisch sei auch die Ausnutzung der Technologie durch Akteure mit unethischen Motiven. Dieses Szenario sei viel realistischer als eine vermeintliche Superintelligenz, die das Ruder übernimmt. „Wenn Sie wüssten, wie kompliziert KI ist und wie viel Computerleistung man braucht, dann ist diese Angst höchstens gute Science-Fiction“, kommentiert er. Die Vorteile überwiegen für Spohrer: steigende Produktivität, Unterstützung im Gesundheits- und Finanzwesen oder auch in der Bildung. Insgesamt werden Menschen mithilfe von KI bessere Entscheidungen treffen, ist er überzeugt.



Vertraue der Maschine

Auch Inhi Cho Suh, Geschäftsführerin bei IBM Watson Customer Engagement, denkt angesichts der Entwicklung von KI in neuen Jobs und Kompetenzen. In der DUB Executive Interview-Serie erklärt sie, woran sie arbeitet und was sich durch smarte Maschinen in der Berufswelt ändern wird.





Teil 1: IBM erforscht das Arbeiten mit Künstlicher Intelligenz
Teil 2: KI stellt neue Anforderungen an das Arbeiten von morgen



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