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Hui buh - Kommt das Inflationsgespenst nach Deutschland?

Die Anleiherenditen steigen - ein Anzeichen, dass die Inflationsrate klettern wird. Ist das wirklich so? DUB.de klärt auf – und gibt Antworten, was deutsche Unternehmen tun müssen.

Donald Trump verändert die Welt. Schon vor seiner Wahl zum Präsidenten der USA, dem mächtigsten Land der Erde, häuften sich die Meldungen, dass die Preise wieder steigen, sprich, dass die Inflationsrate steigt.

Und tatsächlich, die Inflationserwartungen und die Anleiherenditen sind seit seinem Wahlsieg sprunghaft angestiegen. Nicht nur in den USA, sondern auch in Europa. Dazu passt, was Yves Mersch, immerhin Direktionsmitglied der EZB, kürzlich zu Protokoll gab: „Es gibt Anzeichen, dass die Inflation 2019 wieder nahe zwei Prozent liegen könnte.“

Ist das einhellige Meinung? Wo geht es hin mit der Inflationsrate? Wie wahrscheinlich ist es, dass die Zeit der ultraniedrigen Inflation vorbei ist und sich die Teuerungsraten in nächster Zeit wieder normalisieren?

Fakt ist: Die Inflation im Euroraum beträgt derzeit 0,5 Prozent. An einer Anhebung des Werts haben auch die Milliarden nichts geholfen, die die EZB ausgegeben hat. In den USA lagen die Verbraucherpreise im Oktober 1,6 Prozent höher als vor einem Jahr. Die Jahresrate fiel von 2,2 Prozent im September auf nun 2,1 Prozent. Zum Vergleich: Anfang 2015 betrug die Inflationsrate in den USA 0,12 Prozent – und kennt seitdem nur eine Richtung: nach oben.

Aufgrund der steigenden Inflationsrate in den USA ist es immer wahrscheinlicher, dass die Notenbank Fed ihre Zinsen anheben und damit ihre Geldpolitik normalisieren wird. Für die nächste Sitzung im Dezember gehen mittlerweile fast alle Experten von einer Anhebung um 0,25 Prozentpunkte aus, für das kommende Jahr erwarten sie zwei weitere Schritte in dieser Höhe.

Hierzulande gehen die meisten Experten davon aus, dass die Inflation im Euroraum nicht stark zunehmen wird. Das gilt auch für Deutschland, wo sie im Oktober 0,8 Prozent betrug. Michael Holstein, Chefvolkswirt der DZ Bank, rechnet für 2016 in Deutschland mit 0,3 Prozent. „Für 2017 erwarten wir einen Anstieg von 1,4 Prozent“, fügt er hinzu.

Holstein erklärt das damit, dass sein Institut keinen starken Auftrieb bei den Energiepreisen erwartet. Hinzu kommt der robuste Arbeitsmarkt. „Aufgrund dessen dürfte die gesamtwirtschaftliche Lohnentwicklung weiter aufwärtsgerichtet bleiben, was sowohl angebotsseitig als auch über den privaten Konsum zu moderat steigenden Verbraucherpreisen führen könnte“, sagt Holstein. Andere Experten ergänzen, dass aufgrund der Migrationsbewegungen in diesem und vergangenen Jahr das Arbeitskräftepotential deutlich gestiegen ist und deshalb kein starker Lohndruck zu erwarten ist.

Auch ist die Lage an der Front der Ölpreise relativ entspannt. Holstein sagt: „Auf der einen Seite haben sich die Mitgliedsländer der OPEC im Prinzip auf eine Begrenzung der Fördermenge geeinigt. Auf der anderen Seite stehen in anderen Erdölförderländern wie den USA und Russland jederzeit genügend Kapazitäten zur Verfügung, um bei deutlich steigenden Ölpreisen die Fördermenge wieder zu erhöhen. Dies dürfte den Ölpreis insgesamt nur moderat ansteigen lassen.“

Verändert sich durch Trumps avisierte Politik das Preisklima? Die meisten Fachleute meinen, dass sich Trumps Steuersenkungspläne und seine Ideen zu Infrastrukturprogrammen im Verlauf des Jahres zwar positiv auf das Wirtschaftswachstum auswirken könnten, was in der Folge auch zu Preissteigerungen führen dürfte. Allerdings wohl nicht in einem sehr starken Maße, da noch ausreichend freie Kapazitäten verfügbar sind.

Besteht in Deutschland mittelfristig die Gefahr einer Inflation? Die meisten Experten sehen die Gefahr eines explosionsartigen Inflationsanstiegs begrenzt, da der Einfluss des Ölpreises auf die Inflation im kommenden Jahr nicht sehr groß ausfallen dürfte. Falls, etwa durch Bedrohungen im Nahen Osten, der Ölpreis stark klettern sollte, sollten die deutschen Unternehmen vorsichtig vorgehen. DZ-Bank-Mann Holstein sagt: „Stehen den Unternehmen ausreichende Lagerkapazitäten für Öl oder Benzin zur Verfügung, könnten sie diese vor einem Ölpreisanstieg noch einmal auffüllen. Ansonsten sollte für die meisten deutschen Unternehmen aber kaum Handlungsbedarf bestehen. Sie dürften aber versuchen, ihre steigenden Kosten an die Kunden weiterzureichen.“

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