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Für den Ernstfall vorsorgen

Wenn ein Unternehmer plötzlich ausfällt, kann das fatale Folgen für den Betrieb haben. Es ist daher existenziell wichtig, zentrale Informationen in einem Notfallordner zu hinterlegen.

Das Leben ist nicht immer ein langer, ruhiger Fluss. Manchmal wird es zu einem wilden Gewässer mit gefährlichen Klippen und Stromschnellen. So wie bei Monika Borchert aus Hamburg. Die Inhaberin der Versicherungsagentur AssCurat GmbH hatte zusammen mit ihrem Lebensgefährten und weiteren Partnern ein Unternehmen aufgebaut. Während eines Urlaubs erlitt der Lebensgefährte einen Schlaganfall. Von heute auf morgen wurde er zum Pflegefall und musste seine Tätigkeit als Gesellschafter und Geschäftsführer beenden.

Dies war nicht nur ein persönliches Drama. Hinzu kamen unternehmerische Probleme. „Wir konnten die Aufgaben glücklicherweise sofort auf die anderen Partner verteilen“, so die Versicherungsexpertin. „Wie das gehen könnte, hatten wir im Vorfeld schon besprochen. Doch dann musste unser neuer Geschäftsführer diese Aufgabe viel schneller übernehmen, als dies ursprünglich geplant war.“

Vorsorge ist mehr als Versicherungen

Andere Probleme ließen sich nicht so schnell lösen. „Ich empfehle meinen Kunden, wirklich alle wichtigen Punkte schriftlich zu regeln und die entsprechenden Dokumente dann auch an einer bekannten, zugänglichen Stelle, am besten einem Aktenordner, zu deponieren sowie die darin benannten Personen zu informieren.“ Wie man einen derartigen Notfallordner anlegt, gibt Borchert unter anderem in Vorträgen des bundesweiten Unternehmerinnen-Netzwerks „Schöne Aussichten“ weiter. Dabei legt sie ihren Zuhörerinnen ans Herz, das Vorhaben keinesfalls auf die lange Bank zu schieben. „Man denkt ja meist, das mache ich kommendes Wochenende oder irgendwann mal. Bei uns lagen die ausgefüllten Formulare lange Zeit auf dem Tisch, wir haben sie nur nicht unterschrieben. Und dann war es plötzlich zu spät.“

Wichtig seien vor allem Vorsorgevollmacht, Betreuungsvollmacht, Patientenverfügung und Testament, so Borchert. „Versäumt es ein Unternehmer, ein Testament zu machen, besteht die Gefahr, dass plötzlich entfernte Verwandte aufgrund der gesetzlichen Erbfolge Mitinhaber des Unternehmens werden. Dies kann das Unternehmen in ernsthafte Gefahr bringen“, gibt sie zu bedenken.

Unbedingt Kontozugriff sichern

Eine weitere große Gefahr besteht darin, dass die hinterbliebenen Verwandten oder Geschäftspartner keinen Zugriff auf die Konten haben. Mit diesem Problem war Borchert acht Monate lang konfrontiert. Auch der Testamentsvollstrecker kam nicht an das Geld. „Enorm wichtig ist, dass ein Unternehmer ebenso wie ein Privatmann mit seiner Bank oder den Banken alle Vollmachtsfragen für sämtliche Konten abspricht“, betont Borchert. „Die vorformulierten Vollmachtsformulare, die man aus dem Internet runterladen kann, werden
meist nicht akzeptiert.“

Was dringend in den Notfallordner muss:

- eine Benachrichtigungsliste mit Geschäftspartnern, Bankberatern, Versicherungsmaklern, Kunden

- Geschäftsunterlagen wie Vollmachten, Verträge, Steuerbescheide, Schlüsselverzeichnis, Handelsregisterauszüge, Passwörter, PINs und TANs, Zugang für Safe

- private Verfügungen wie Testament, Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung

- private Versicherungsunterlagen

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