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Erfolg beginnt im Kopf

Was verbindet Mark Zuckerberg und Wickie den Wikinger? Ihr Erfolg beginnt im Kopf. Der eine erdachte Facebook, der andere hilft seinen Freunden mit klugen Einfällen. Die Idee ist die Basis für erfolgreiches unternehmerisches und soziales Wirken.

Facebook feierte am 4. Februar seinen zehnten Geburtstag. Die scheinbar kleine Idee von Mark Zuckerberg und Kollegen zeigt große Wirkung. Denn wer auf die vergangenen zehn Jahre zurückblickt, der merkt: Das soziale Netzwerk hat unser Leben verändert, sowohl positiv als auch negativ. Während beispielsweise die Freude über das Finden und Kontaktieren alter Studienfreunde groß ist, bergen Profile in sozialen Netzwerken nicht erst seit dem Abhörskandal Gefahren in Sachen Datenschutz. Derartige Auswirkungen hatte Zuckerberg wahrscheinlich nicht im Sinn, als er die erste Version von Facebook programmierte. Ohnehin kann die Seite nicht auf ihn allein zurückgeführt werden. In den Medien herrscht aufgrund öffentlich gewordener E-Mail-Korrespondenzen zwischen Zuckerberg und einem gewissen Aaron Greenspan Einigkeit darüber, dass Greenspan als Erster die Idee für ein digitales Jahrbuch namens „Facebook“ hatte. Aber es war Zuckerberg, der im Frühjahr 2004 die Domain thefacebook.com auf seinen Namen registrierte. „Eine gute Idee erkennt man daran, dass sie geklaut wird“, sagte bereits Rudi Carrell.

Kampf um Kreative 

Die Entstehungsgeschichte von Facebook unterstreicht den Stellenwert, den Kreativität und Durchsetzungsvermögen in Wirtschaft und Forschung haben. Der Wert kreativer Köpfe und ihrer Ideen ist heute längst ein Asset. Zwischen den Universitäten und der Industrie tobt der Kampf um die Besten. Unternehmen engagieren Headhunter, um die Impulsgeber der Konkurrenz zu finden und abzuwerben. Ganze Rechtsabteilungen sind auf Patentrechtsstreitigkeiten spezialisiert. Viele Unternehmen werden allein für ihre Patente aufgekauft. Die Idee – sie ist der Erfolgs und Wachstumsfaktor schlechthin. Das DUB UNTERNEHMER-Magazin hat daher Entrepreneure nach ihren besten Ideen gefragt. Auf den folgenden Seiten werden sie vorgestellt. Von genialen Produktentwicklungen über neue Vertriebswege bis hin zu nachhaltigen Wohltätigkeitsprojekten ist alles vertreten, denn gute Ideen setzen sich überall durch.

Die digitale Revolution

Auf die Frage, was sie für die beste Idee aller Zeiten halten, antworten Menschen gemein mit großer Bandbreite: das Rad, die Demokratie, die Dampfmaschine, die Aktiengesellschaft, den Mikroprozessor, das Smartphone. Jede dieser Ideen zog gewaltige soziale, ökologische oder ökonomische Veränderungen nach sich. Mit dem Durchbruch der Mikrochiptechnologie begann eine tiefgreifende technologische Transformation, die als digitale Revolution bis heute anhält. Als sie begann, ersetzte der Personal-Computer die Schreibmaschine. Heute ist das Smartphone im Begriff, den Platz des PCs einzunehmen – sowie den von Fotoapparat, MP3-Player, Navigationssystem und anderen Geräten.

Das Internet lernt laufen  

Momentan geht die digitale Revolution in eine mobile Evolution über. Mit dem Smartphone besteht nahezu immer und überall die Möglichkeit, aufs Internet zuzugreifen. Im Oktober 2013 besaßen laut einer Studie von Comscore bereits 31 Millionen Deutsche ein Smartphone, was einem Anteil von 55 Prozent aller deutschen Mobiltelefonnutzer entsprach. Zumindest in Deutschland verfügt damit in absehbarer Zeit fast jeder Einwohner über ein Smartphone mit Internetzugang. Ein gigantischer Markt, der erschlossen sein will. Nur wie? Alles, was es dazu braucht, ist eine zündende Idee. Der geht die Analyse voraus, welche Ideen denn schon umgesetzt wurden – schließlich will niemand in ein längst erschlossenes Geschäftsfeld einsteigen. Das Ergebnis ist auf den ersten Blick ernüchternd. Es scheint als wären alle Gebiete abgegrast: Online-Shops für Kleidung, Schuhe, Medien? Gibt es bei Ebay, Zalando oder Amazon. Autos und Wohnungen? Finden sich bei Autoscout24 oder Immobilienscout24. Reisen? Expedia, Tui und so weiter. Der Online-Markt wird zu großen Teilen von einem dominanten Platzhirsch abgedeckt oder befindet sich bereits in einem Konsolidierungsprozess.

Wenn zwei sich streiten 

Wo sich etablierte Player streiten, eröffnen sich auf den zweiten Blick jedoch neue Nischen. Facebook ist ein gutes Beispiel für Geschäftsideen, die sich aus Schwächen der Konkurrenz ableiten. Die Speicherwut der Seite erstellt aus den Beiträgen ihrer Nutzer irreversible digitale Lebensläufe: Fotos wie die der letzten Betriebsfeier, auf denen Unglückliche mit Bier in der Hand und Krawatte um den Kopf zu sehen sind, vergisst das digitale Gedächtnis nie. Das daraus entstandene Bedürfnis nach Vergänglichkeit erkannte Snapchat. Über 30 Millionen Menschen nutzen die Chat-App, mit der sich Nachrichten und Bilder versenden lassen, die sich nach kurzer Zeit von selbst löschen. Inzwischen ist das Unternehmen so erfolgreich, dass es sogar Facebooks Kaufangebot von drei Milliarden Dollar ablehnte. Anders als der Mitbewerber WhatsApp, der jüngst Zuckerbergs Charme-Offensive und Milliarden erlag.

Einfach gut

Natürlich existiert keine goldene Regel, nach der sich grandiose Geschäftsideen für Internet und Smartphone erzeugen lassen. Was es hingegen gibt, sind zahlreiche Ratgeber, die dafür Sorge tragen, dass eine gute Idee nicht an einer mangelhaften Umsetzung scheitert. Ein Bestseller auf diesem Gebiet ist Josh Clarks „Tapworthy: Designing Great iPhone Apps“. Clark zeigt anhand diverser Beispiele, was in den Köpfen von App-Nutzern vorgeht, wenn sie mit einer Anwendung fürs Smartphone umgehen. Eine seiner wichtigsten Botschaften: Benutzer, welche die Benutzeroberfläche eines Programms nicht intuitiv verstehen, werden sie auch nicht benutzen. Den Beweis für seine These treten Spiele wie beispielsweise „Angry Birds“ oder „Flappy Bird“ an. Sie lassen sich bequem mit nur einem Finger spielen und bieten trotzdem hohen Spielspaß – zumindest deuten die Downloadzahlen darauf hin. Im Januar meldete Peter Vesterback, Vorstandschef von Rovio, dem Softwarestudio hinter „Angry Birds“, den zweimilliardsten Download. „Flappy Bird“, ein Spiel des Vietnamesen Dong Nguyen, wurde mehrere Millionen Mal heruntergeladen, dann nahm sein Programmierer es aus dem Netz. Angeblich machte ihm das Suchtpotenzial des Spiels mit Blick auf die Millionen junger Spieler Sorgen. Festzuhalten bleibt: Einfachheit ist eine Voraussetzung für Erfolg.

Not macht erfinderisch 

Oft sind es alltägliche Herausforderungen und Probleme, die den Erfinder in uns wecken. Lars Riehn, Geschäftsführer der IT Unternehmensberatung Infowan, vermisste zum Beispiel eine Handyfunktion und baute sie selbst: „Bereits 1996 hatte ich die Idee, eine funktionierende Software zu schaffen, um E-Mails als SMS auf beliebige Handys zu bekommen. Leider interessierte das damals niemanden, und uns fehlten die finanziellen Mittel, um durchzuhalten. Irgendwann wurden E-Mails auf dem Handy zum Standard und es war zu spät.“

Geniales aus dem Nichts

Doch was, wenn kein Mangel vorliegt, der eine Idee nach sich zieht? Lassen sich Ideen auch aus dem Nichts erzeugen? Mit Ideenwerkstätten und Workshops versuchen Unternehmer, die eigene Kreativität und die ihrer Mitarbeiter zu fördern. Dort lernen sie Kreativitätstechniken wie Brainstorming, assoziatives Denken oder Mindmapping. Doch die Qualität der Ergebnisse hängt stark von der genutzten Methode ab. Gerade das beliebte Brainstorming wird schon seit 50 Jahren von Psychologen kritisiert. Denn während der eine seine Idee ausspricht, sind die anderen damit beschäftigt, ihre Ideen nicht zu vergessen. Laut Untersuchungen der Psychologen Wolfgang Stroebe und Bernard Nijstad von der Universität Groningen sei es sinnvoller, die Gruppenmitglieder in einem Chatraum zusammenkommen zu lassen. Dort könnten sie ihre Ideen eingeben, ohne von den anderen abgelenkt zu werden. So geht keine Idee verloren und das Chat-Protokoll lässt sich anschließend in aller Ruhe auswerten. Eine gute Methode, um Ideen zu generieren, die jeder Unternehmer einsetzen kann.

Ideen für Ideen  

Denkt eine Gruppe Kreativer 30 Minuten lang beim Brainchatting intensiv nach, ist es trotzdem unwahrscheinlich, dass daraus der Keim für ein neues Paypal oder Ebay entsteht. Die Autorin und Trainerin Heike Thormann beschreibt auf ihrer Website kreativesdenken.com deshalb Wege zu neuen Geschäftsideen. Einige davon sind altbekannt, zum Beispiel bereits bestehende Geschäftsideen zu „klauen und kopieren“. Origineller ist da ihr Tipp, die eigenen Leidenschaften zu nutzen. Wir kennen uns gut aus mit Dingen, die uns berühren – wer ein echter Fan eines Fußballvereins ist, wird sich in dieser These leicht wiedererkennen. In diesen Bereichen denkt nicht nur der Verstand mit, sondern auch das Herz.

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