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Eine Reise zum Mars

Ein Besuch beim Weltkonzern, dessen Geheimniskrämerei berühmt ist. Keine Einzelbüros, keine Vorzimmerdamen - und die Manager haben Stempelkarten.

  • - Der Konzern ist zu 100 Prozent in Familienbesitz.
  • - Bei Schokolade und Tierfutter ist Mars eine Klasse für sich.

Ein Geruch von Melasse schwebt durch die Räume. Dazu passen die riesigen, bunten Schokolinsen, die überall hängen, stehen, grinsen: auf der Eingangstür, den Fußböden, an den Wänden. Willkommen in der Konzernzentrale von Mars, Geschäftsbereich Schokolade in Hackettstown, New Jersey.

Nicht nur der Geruch überrascht. Vergeblich hält der Besucher Ausschau nach herkömmlichen Büros. Mitarbeiter heißen "Associate", auch in Deutschland. Es duzen sich alle, Anzug trägt niemand, eher Jeans und Hemd. Hunde oder Katzen sind gern gesehen. An den Wänden sind blaue Dreiecke mit den "fünf Prinzipien" des Unternehmens aufgemalt: Qualität, Verantwortlichkeit, Gegenseitigkeit, Effizienz und Freiheit..

(Foto: MARS Inc.)

 

Mars ist anders. Einige Angestellte sind von Kopf bis Fuß in Weiß gekleidet. Wer in die Produktion will, muss das tragen. "Seit Menschengedenken tragen wir Weiß", erzählt Fabrikchefin Leighanne Eide beim Rundgang durch die Hallen. Bei jedem Produktionsschritt nimmt sie mit einem Plastikbecher eine Probe. Hier wird knapp die Hälfte aller M & M's in den USA hergestellt, jeden Tag also Millionen der roten oder blauen Linsen. Die genaue Menge ist geheim - wie so vieles. Die Rezeptur der M & M's beispielsweise, auch das Aufsprühen des Mfindet hinter verschlossenen Türen statt..

Ein Blick in eine fremde Welt. Besucher sind selten. Journalisten dürfen eigentlich gar nicht kommen. Aber Mars stellte erstmals für ein deutschen Medium Spitzenmanager für Interviews zur Verfügung und zeigte Teile seiner Produktion. Es kostete den Konzern einige Mühe, die Türen zu öffnen. Das Unternehmen gehört seit fast 100 Jahren zu 100 Prozent der Mars-Familie, die die Öffentlichkeit scheut. "Die Möglichkeit, verschwiegen zu sein", sagte Forrest Mars jr., der älteste Sohn von Frank C. Mars, vor vielen Jahren auf einem Vortrag vor Studenten der Duke University, "ist einer der besten Gründe, eine private Firma zu haben"..

Hinter dem Unternehmen steckt eine große Familie

Sie lenkt das Unternehmen aus einem unscheinbaren Warenhaus aus einer Vorstadt von Washington DC, die zum Bundesstaat Virginia gehört. Die Enkel des Gründers, John, Jacqueline und Forrest jr. Mars, sind die alte Garde. Sie verfügen zusammen über ein Vermögen von 77 Milliarden Dollar. Auch die junge Generation ist aktiv, wie Victoria Mars, Vorsitzende des Verwaltungsrats..

Mit 75 000 Mitarbeitern und 33 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftet Mars mehr als McDonald's oder Nike. Die Weltmarken beschränken sich nicht auf die Schokoriegel Mars oder Snickers; auch Reis, Soßen oder Fertiggerichte von Uncle Ben's, Tierfutter wie Whiskas und Pedigree oder die Kaugummis Orbit und Wrigley gehören zum Sortiment..

Global kämpft Mars mit dem Schweizer Nahrungsmittelhersteller Nestlé um die Vorherrschaft im Schokoladen- und Tierfuttermarkt. Zurzeit hat Mars die Nase vorn: Im vorigen Jahr kaufte das Unternehmen von Procter & Gamble für knapp drei Milliarden Dollar dessen Tierfuttergeschäft. Dazu gehören Marken wie Iams, Eukanuba und Natura. Damit kommt Mars weltweit laut Euromonitor auf einen Marktanteil von rund 28 Prozent, Nestlé mit der Marke Purina auf 23 Prozent..

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