Mobilitäts-Debatte

E-Scooter auf Gehwegen: Das sagen die Versicherer

Am 17. Mai entscheidet die Bundesregierung über die Zukunft der E-Scooter auf den Verkehrswegen. Doch schon vor deren offizieller Zulassung lehnen Versicherer die neuen elektronischen Tretroller ab und betonen die Gefahren – aber nicht alle.

Risiko oder Chance? E-Scooter sind in Deutschland umstritten (Foto: Getty Images/bortnikau)

Die Bundesregierung plant, den E-Scooter zukünftig legal zuzulassen – und zwar auf den Gehwegen. In Österreich, der Schweiz, Belgien, Frankreich, Dänemark und Finnland gehört der elektronische Tretroller schon zum Stadtbild. Doch Deutschland tut sich mit der Entscheidung schwer, wo sich die rund zwölf Kilometer pro Stunde schnellen Roller am besten in die Verkehrsinfrastruktur integrieren lassen. Besonders den Versicherern ist die umweltfreundliche Alternative zum Auto ein Dorn im Auge.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zufolge seien die E-Scooter schlicht viel zu gefährlich. Ein Aufprall mit diesem Tempo auf einen stehenden Fußgänger könnte, je nach Gewicht und Ausgangslage, „eine Kraft von rund 150 kg, also sechs handelsüblichen Zementsäcken“ bedeuten. Insbesondere ältere Leute würden bei einem Sturz langwierige Verletzungsfolgen davontragen, weshalb die GDV die Zulassung der Nutzung auf Fußverkehrsflächen ablehnt. Auch Fußgänger-Vertreter und Verkehrssicherheitsexperten betonen die Gefahren der elektronischen Tretroller auf den Bürgersteigen.

Versicherungsexperte Oliver Suhre hingegen sieht das anders – und nimmt vor allem das Innovationspotential in den Blick. „Ich halte es für extrem rückwärtsgewandt, die Entwicklung von E-Scootern zu so einem frühen Zeitpunkt zu blockieren. Wir stehen vor großen gesellschaftlichen Herausforderungen, gerade auch in Bereichen der Mobilität, Verkehr und Klimaschutz und wir benötigen eine tiefgreifende Diskussion um neue Konzepte und nachhaltige Lösungen,“ sagt der Generalbevollmächtige der Monuta Versicherung.

Suhre wünscht sich, dass die Versicherer nicht nach den möglichen Gefahren neuer Technologien schauen, sondern vor allem die Chancen in den Blick nehmen. Denn nur so ließe sich auch langfristig der Verkehr in den Innenstädten und damit auch das Unfallrisiko auf den Straßen vermindern und gleichzeitig die Umweltbelastung reduzieren. Er betont: „Innovationen müssen angenommen werden und man darf dabei nicht bloß auf die potenziellen Risiken schauen.“


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