Inside Silicon Valley: Wichtige Treiber

Interview: Stefanie Kreusel zu digitalen Geschäftsmodellen im Silicon Valley

Stefanie Kreusel, Bundesvorsitzende von syntra, dem Management-Netzwerk der Deutschen Telekom, beeindruckt das hohe Tempo der digitalen Geschäftsmodelle im Silicon Valley.

Stefanie Kreusel: Senior Vice President Partnermanagement TC and Corporate Projects sowie Mitglied des Aufsichtsrats der Deutsche Telekom AG und von T-Systems International (Foto: PR)

Wie viel schneller tickt das digitale Zeitalter? Und wie werden die Digital Natives Schritt halten? Solche Fragen rund um die digitale Transformation hat sich und uns Stefanie Kreusel, Senior Vice President bei T-Systems, im Silicon Valley beantwortet.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Was waren Ihre prägendsten Eindrücke auf der Silicon-Valley-Reise mit dem DUB UNTERNEHMER-Club?

Stefanie Kreusel: Mein prägendster Eindruck war: Dort brennen die Leute für das, was sie tun. Im Silicon Valley dreht sich fast jeder Tag um eine Geschäftsidee oder ein Projekt. Deshalb herrscht dort ein unglaubliches Tempo vor. Es wird sehr viel und sehr konzentriert gearbeitet, weil die Motivation der Menschen hoch ist. Jeder ist überzeugt, dass er mit seiner Arbeit etwas bewirkt – entsprechend schnell werden Innovationen zur Marktreife gebracht. Da wundert es nicht, dass Unternehmen wie Google oder Facebook nur wenige Jahre brauchten, um zur Weltspitze vorzudringen.

Wie erleben Sie Unternehmertum im Silicon Valley?

Kreusel: In den USA, wo viele Menschen noch ein wenig Pioniergeist haben, ist das Unternehmertum viel präsenter als in anderen Ländern. Wer dort eine Idee hat, überlegt nicht, wem er sie verkaufen kann – er macht selbst ein Geschäft daraus. Allerdings scheitern auch viele: Von den Tausenden Innovationen, die jährlich im Valley geboren werden, ist nur ein Bruchteil erfolgreich. Scheitern ist in Amerika allerdings kein Stigma, es gehört zum Unternehmertum dazu. Wer noch nie aus wirtschaftlichem Scheitern schlau geworden ist, wird im Valley gar nicht richtig ernst genommen.

Welche Kompetenzen sind aus Ihrer Sicht für die Generation wichtig, die mit der Digitalisierung groß geworden ist und jetzt ins Berufsleben einsteigt?

Kreusel: In erster Linie natürlich Neugier und Offenheit gegenüber Veränderungen. In zweiter Linie aber auch ein gutes Einschätzungsvermögen in Bezug auf das, was sinnvoll ist. Nur weil wir in einer Zeit leben, die von Disruption geprägt ist und in der man fast alles digitalisieren kann, heißt das noch lange nicht, dass man auch alles digitalisieren muss. Die kommende Generation trägt die Verantwortung dafür, dass der Mensch ein selbstbestimmtes Individuum bleibt und nicht zum Spielball von wirtschaftlichen oder staatlichen Institutionen in einer lückenlos vernetzten Welt wird.

Stichwort gesellschaftliche Entwicklung: Welche Chancen birgt die Digitalisierung für die Gesellschaft allgemein?

Kreusel: Sie birgt vor allem die Chance, dass sich die Lebensqualität auf breiter Front verbessert. Wenn repetitive Arbeiten nicht mehr von Menschen erledigt werden müssen und wenn intelligente Verkehrsführungssysteme dafür sorgen, dass wir keine 5.000 Lebensstunden mehr im Stau verbringen, dann profitiert die Gesellschaft als Ganzes. Ob sich dadurch auch der gesellschaftliche Wohlstand verbessert, hängt jedoch davon ab, wie sinnvoll wir die gewonnene Zeit investieren.

 

Teil 1: Wie deutsches Risikokapital im Silicon Valley wirkt

Teil 2: Start-up-Förderung bei der Deutschen Telekom

Teil 3: Interview: Stefanie Kreusel zu digitalen Geschäftsmodellen im Silicon Valley

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