Datenschätze heben

In der Anwendung von modernen Technologien steckt großes Potenzial für die Wirtschaft. Dennoch bleiben viele Unternehmer skeptisch. Ein Grund: Es mangelt an Fachkräften, die Big-Data-Projekte umsetzen. Doch langfristig wird niemand um den Einsatz moderner Technologien herum kommen.

Neue Technologien bedeuten großes Potenzial für Wertschöpfungsprozesse. Die vor vier Jahren von der Bundesregierung ins Leben gerufene Initiative Industrie 4.0 soll die vierte industrielle Revolution einleiten: „Mit intelligenteren Monitoring- und Entscheidungsprozessen sollen Unternehmen und ganze Wertschöpfungsnetzwerke in nahezu Echtzeit gesteuert und optimiert werden können“, so die Vision des Bundesforschungsministeriums.

Ein Teil dieser Zukunftsvision ist das Internet der Dinge: Etliche Geräte sind mit dem Internet verbunden und erzeugen enorme Datenmengen – bis zum Jahr 2020 werden es 40 Zettabite sein, so aktuelle Studien. Ziel ist es, aus diesen Datenmengen (Big Data) nutzbare Informationen (Smart Data) zu gewinnen. So kann Smart Data innovative Geschäfte vorantreiben, wie ein Beispiel aus den USA zeigt: „Große Agrarkonzerne geben den Farmern in den USA Ertragsgarantien, wenn sie ihre Felder nach individuell berechneten Empfehlungen bepflanzen, düngen und ernten.

Die Datenbasis sind Satellitenbilder, Wetterdaten und Sensordaten zum Zustand der Felder, die von heutigen High-Tech-Landmaschinen während der Bestellung erfasst und übermittelt werden“, so Dirk Hecker, Abteilungsleiter am Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS.

Großes Wachstumspotenzial vorhanden

Vom Einsatz neuer Technologien profitieren viele Industriezweige. Der Branchenverband Bitkom hat in einer Studie 2014 ermittelt: Für die sechs Branchen Maschinen- und Anlagenbau, Elektrotechnik, Automobilbau, chemische  Industrie, Landwirtschaft und Informations- und Kommunikationstechnologie wird bis zum Jahr 2025 ein zusätzliches Wertschöpfungspotenzial von 78 Milliarden Euro oder jährlich 1,7 Prozent Wachstum erwartet. Das größte Potenzial steckt im Maschinen- und Anlagenbau mit 2,2 Prozent Wachstum im Jahr oder 23 Milliarden Euro bis zum Jahr 2025.

Zwar ist inzwischen vielfach die Bereitschaft vorhanden, sich mit dem Thema Big Data zu befassen, doch Hemmnisse bestehen weiterhin, wie eine Studie des Fraunhofer IAIS zeigt. „Drei Hindernisse haben sich herauskristallisiert“, so Hecker. „Es fehlen Best-Practice-Beispiele, klare Regeln im Umgang von sensiblen personenbezogenen Daten, und es mangelt an Fachkräften, um Big-Data-Projekte in Unternehmen umzusetzen.“

Laut Bitkom fehlen in Deutschland rund 40 000 IT-Fachkräfte in allen Wirtschaftsbereichen. Im Fokus steht besonders das neue Berufsbild des Data-Scientists. Er vereint Management und Analysefähigkeiten, um aus Datenmengen Wissen zu erschließen und Projekte zu entwickeln. Das Fraunhofer IAIS bildet Data-Scientists aus. Hecker: „In den USA gehört der Data-Scientist heute zu den ‚sexiest jobs‘.“

Der Aufwand bleibt überschaubar

Auch in der Finanzdienstleistung kommen Smart-Data-Anwendungen zum Einsatz. So nutzen einige Unternehmen neue Technologien für Echtzeit-Marktforschung, etwa die PSD Bank Hannover. Um die Struktur bestehender und potenzieller Kundschaft besser kennen zu lernen, schaltete Marcus Wolters, verantwortlich für den Internetvertrieb der Bank, den Dienstleister nugg.ad ein, einen Anbieter von Targeting-Technologie. „Wir wollten wissen, wer unsere Internetseite besucht und sich für unsere Produkte interessiert“, sagt Wolters.

Für die Analyse musste zunächst das nugg.ad- Messpixel auf den verschiedenen Bereichen der Website implementiert werden. Dann wurde das Surfverhalten der Website-Besucher anonymisiert und datenschutzkonform für drei Monate gemessen und untersucht. „Das Ergebnis deckt sich mit unseren Erwartungen: So ist der Großteil unserer Kunden männlich und älter“, sagt Wolters. „Dank dieser Maßnahme, die mit überschaubarem Aufwand verbunden war, können wir unser Marketingbudget noch zielgerichteter einsetzen.“

Der Reinigungsmaschinenbauer Kärcher etwa hat ein modernes Flottenmanagement entwickelt: Jedes Gerät ist mit einer Telematik-Box ausgestattet, die Daten in eine Cloud sendet. Kunden können so Standort,Wartungszustand, Einsatzzeit oder Batteriegesundheit der Geräte abfragen.

Tobias Böckle, Produktmanager bei Kärcher, sagt: „Von der besseren
Kalkulierbarkeit der Aufträge bis zum gezielteren Maschineneinsatz hat das System große Potenziale. Durch frühzeitig erkannte Defekte, die in Zukunft teilweise online behoben werden, sind Kostensenkungen möglich.“

Die Reinungsfirma Nils Bogdol setzt auf das System. Urs Rempe, Leiter Customer Service und Einkauf, sagt: „Wir versprechen uns hohe Transparenz über alle relevanten Daten unserer Reinigungsmaschinen in Echtzeit und dadurch eine deutlich bessere Auslastung der Kapazitäten.“

Die Nutzung moderner Technologien ist oft mit geringem Aufwand verbunden. Informationen, die zu mehr Kundenbindung oder zur Entwicklung innovativer Produkte führen, sind vorhanden – sie müssen nur genutzt werden.

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