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Bester Agrarunternehmer zum „Landwirt des Jahres“ gekürt

Bei der „Nacht der Landwirtschaft“ wurden zum zweiten Mal die begehrten „CeresAwards“ verliehen. Damit zeichnet die Agrarbranche erfolgreiche Unternehmer in der Landwirtschaft aus, die innovative Ideen umsetzen und verantwortungsvoll wirtschaften.

Was die „Oscars“ für die Filmemacher sind, bedeuten die „CeresAwards“ für die Agrarwirtschaft. Benannt nach der römischen Göttin des Ackerbaus, zählt die in neun Kategorien verliehene Auszeichnung zu den begehrtesten Ehrungen der Landwirtschaft. Diese hat es derzeit nicht gerade leicht. Preisverfall bei den Lebensmitteln, verhaltene Nachfrage an internationalen Märkten und ein viel zu trockener Sommer machten den Agrarunternehmern in diesem Jahr das Leben schwer. Umso wichtiger ist es für die Branche, diejenigen zu würdigen, die sich mit cleveren Ideen und einem Händchen für Öffentlichkeitsarbeit neue Geschäftsbereiche erschließen.

Mehr als 350 Besucher waren Mitte Oktober zur Preisverleihung ins Zelttheater „Tipi am Kanzleramt“ in Berlin Mitte gekommen. Im Rahmen der „Nacht der Landwirtschaft“ vergab die Fachzeitschrift dlz agrarmagazin hier die CeresAwards.

Gesamtsieger und somit „Landwirt des Jahres 2015“ wurde der studierte Agrarunternehmer Martin Wimmer aus Essenbach in Niederbayern, der bei der Schweinezucht unter anderem auf eine tiergerechte Haltung setzt.

(V. l.:) Moderatorin Katja Wunderlich, Gesamtsieger Martin Wimmer, Georg-Otto Fuchs (Same Deutz Fahr) und Bauernpräsident Joachim Rukwied

Mit dem Preisgeld von 10.000 Euro will der 33-Jährige Bildungsprojekte zum Thema Landwirtschaft fördern.

Alle Gewinner im Überblick unter: www.ceresaward.de/ceres-award-die-gewinner-2015

Die Auszeichnung bringe herausragende Beispiele für Unternehmergeist, innovative Landwirtschaft und neue Kommunikationskonzepte in die Öffentlichkeit, sagte der Präsident des deutschen Bauernverbandes und Schirmherr, Joachim Rukwied. Dabei legten die Fachjurys aus Journalisten, Unternehmens- und Verbandsvertretern vor allem Wert auf verantwortungsvolles Wirtschaften gegenüber Mensch, Tier und Umwelt.

Energiewirtschaft als zweites Standbein

Einer, der diese Kriterien erfüllt, ist Hermann-Josef Benning. „Wir wollen nicht auf Kosten anderer wachsen“, lautet das Credo des Agrarunternehmers aus Reken im Münsterland. Bereits in der zweiten Generation baut er Spinat für das benachbarte Iglo-Werk an.

Da landwirtschaftliche Nutzflächen in der Gegend ein knappes Gut sind, entschied Benning sich dagegen, weitere Äcker zu pachten. Stattdessen bauten er und seine Frau Ulrike sich seit der Jahrtausendwende mit der Energiewirtschaft ein zweites Standbein auf. Mit Erfolg: Heute betreibt das Familienunternehmen zwei Windräder, eine Photovoltaikanlage, eine Biogasanlage und ein Blockheizkraftwerk. Es nimmt Landwirten aus der Nachbarschaft organische Produkte wie Mais, Getreide und Gülle ab und beliefert Abnehmer in der Region mit Strom und Wärme – unter anderem ein Schwimmbad und ein Gymnasium.

Überzeugendes Wärmekonzept

Für sein überzeugendes Wärmekonzept, in das er die Bürger in der Umgebung einbindet, hat Benning den CeresAward in der Kategorie „Energielandwirt“ erhalten. Überreicht wurde ihm der Preis von Heinz-Jürgen Kallerhoff, Vorstand der R+V Allgemeine Versicherung AG, die den Preis gesponsert hat.

(V. l.:) Heinz-Jürgen Kallerhoff (R+V Allgemeine Versicherung AG), Preisträger Hermann-Josef Benning, Alexander Knebel (Agentur für Erneuerbare Energien), Bernd Feuerborn (dlz)

„Die Auszeichnung ist für meine Familie und mich ein echter Motivationsschub“, sagte Benning nach der Award-Übergabe. Das Preisgeld von 1.000 Euro will er in die Öffentlichkeitsarbeit für erneuerbare Energien in Reken investieren.

„Hermann-Josef Benning hat sich vom ganz normalen Landwirt zum Energiewirt gewandelt. In seinem Konzept baut er auf regionale Partnerschaften und Nachhaltigkeit. Dabei hatte er die Betriebsentwicklung von Anfang an im Blick“, sagt Juror Dr. Markus Berneiser vom AgrarKompetenzZentrum der R+V Allgemeine Versicherung AG.

Bio im großen Stil

Nachhaltig arbeitet auch der Sieger in der Kategorie „Biolandwirt“, Ulf Peter Carstens, aus Friedrichsgabekoog in Schleswig-Holstein. Der Betriebsleiter ist Teilhaber ist des Familienunternehmens „Westhof“, dem größten Biogemüsebetrieb Deutschlands. „Auf 1.000 Hektar bauen wir Möhren, Tomaten, Kohl & Co. in Bioqualität an “, betonte der 26-Jährige nach der Preisverleihung. „Indem wir in unserer eigenen Biogasanlage Strom, Wärme und Dünger produzieren, wirtschaften wir dabei energieneutral.“

(V. l.:) Preisträger Ulf Peter Carstens, Julia Davids (dlz), Dr. Uli Zerger (Stiftung Ökologie und Landbau)

Carstens ist es in den vergangenen dreieinhalb Jahren gelungen, durch innovative Verfahren im landwirtschaftlichen Bereich des Unternehmens die Effizienz zu steigern und die Arbeitsbedingungen der zwölf festangestellten und bis zu 100 saisonalen Mitarbeiter zu verbessern. Ein Beispiel: „Inspiriert von unseren holländischen und dänischen Nachbarn habe ich in Maschinen investiert, die beim Unkrautjäten die Vorarbeit übernehmen“, so Carstens.

Ulf Peter Carstens, Hermann-Josef Benning, Martin Wimmer und die anderen Preisträger hatten in der „Nacht der Landwirtschaft“ allen Grund zu feiern.

Wer im kommenden Jahr in ihre Fußstapfen treten und sich für den CeresAward 2016 bewerben möchte, hat dazu ab dem 15. November Gelegenheit. Mehr Informationen und Bewerbungsunterlagen gibt’s im Internet unter http://www.ceresaward.de/bewerbung-einreichen oder per E-Mail: bewerbung@ceresaward.de.

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