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Anstand zahlt sich aus

Der Club of Hamburg erarbeitet ethische Grundsätze für unternehmerischen Erfolg. Gründer Frank Breckwoldt erklärt, warum sich Wertschätzung und Verbindlichkeit gegenüber Mitarbeitern, Kollegen und Kunden auszahlen.

Der Club of Hamburg entwickelt zu Prinzipien wie Unternehmensethik und Führungskultur wissenschaftlich fundierte Instrumente für die Praxis. Das Motto der Stiftung: „Erfolg mit Anstand“. Gründer Frank Breckwoldt sagt, warum das eine ohne das andere nicht funktioniert.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Was haben Anstand und Erfolg miteinander zu tun?

Frank Breckwoldt: Meine Überzeugung und Erfahrung ist: Ohne anständiges Verhalten ist dauerhafter wirtschaftlicher Erfolg unmöglich – und das nicht nur, weil unternehmerische Unanständigkeit heutzutage schnell und nachhaltig abgestraft wird.

Aufgrund der sozialen Medien funktioniert die globale Welt wie eine Dorfgemeinschaft, die ein hohes Maß an Kontrolle ausübt. Viele Unternehmer haben durchaus ehrbare Werte – manche versäumen aber, diesen im täglichen Geschäftsleben zu folgen.

Welches sind typische Fehler von Unternehmern? Breckwoldt: Viele Unternehmer richten ihre ganze Energie darauf, einen möglichst hohen Profit schnell zu erzielen. Ohne Zweifel muss eine Firma profitabel arbeiten, Geschäftsmodell und operative Umsetzung müssen kontinuierlich hinterfragt und optimiert werden. Dennoch muss das oberste Ziel nicht die Maximierung des Gewinns sein, sondern eine hohe Kundenzufriedenheit. Das erreiche ich durch hervorragende Leistung, die wiederum ohne Verbindlichkeit und Wertschätzung undenkbar ist – gegenüber Kunden, Kollegen und Mitarbeitern.

Warum sind Wertschätzung und Verbindlichkeit unabdingbar?

Breckwoldt: Weil sie die Basis für Vertrauen sind, das wiederum Grundvoraussetzung für tragfähige, dauerhafte Beziehungen ist. Wertschätzung drückt sich in Verbindlichkeit aus, sprich in Standhaftigkeit, Verlässlichkeit und Konsequenz.

Mangelnde Anerkennung demotiviert zum Beispiel Mitarbeiter und führt zu schlechten Arbeitsergebnissen. Kein Unternehmer kann sich frustrierte Mitarbeiter leisten – auch deshalb, weil es sich schnell herumspricht und potenzielle gute Mitarbeiter das Unternehmen meiden werden.

Wie drückt sich respektvolles Verhalten im Arbeitsalltag aus?

Breckwoldt: Das beginnt mit vermeintlichen Kleinigkeiten, etwa damit, dass ich den ehrlichen Austausch mit Mitarbeitern suche und mich dafür interessiere, wo sie der Schuh drückt. Das heißt aber nicht, dass ich als Chef nur noch loben darf. Im Gegenteil. Kritik, wenn sie konstruktiv vorgetragen wird und Leistung würdigt, zeugt von Respekt. Eine niedrige Fluktuation von Mitarbeitern zeigt einem Unternehmen, dass es auf dem richtigen Weg ist.

Welche Herausforderungen ergeben sich?

Breckwoldt: Es gibt durchaus Konflikte. Zum Beispiel: Wie verhalte ich mich als Chef, wenn ein Mitarbeiter in der Probezeit ernsthaft erkrankt? Verlängere ich trotzdem den Vertrag und gehe ein gewisses wirtschaftliches Risiko ein? Häufig sind Unternehmer gezwungen, kurzfristig gute Zahlen zu präsentieren. Da bedarf es Mut und Rückgrat, auch mal Entscheidungen zu treffen, die finanzielle Aspekte hintenanstellen. Wenn ich aber meine Linie gefunden habe, kann ich meine Überzeugungen von Anstand auch in schwierigen Situationen umsetzen.

Ist unternehmerischer Anstand messbar?

Breckwoldt: Ein Ziel des Club of Hamburg ist, ein Messinstrument für exzellente Unternehmensführung zu entwickeln. Das Projekt leitet Wirtschaftsprofessorin Annette Kleinfeld, Stiftungsmitgründerin und Vorstand. Unsere Idee: Unternehmen, die sich qualifizieren, sollen einmal im „DEX Deutscher Ethik Index“ gelistet sein, den wir als Marke haben eintragen lassen.

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