Unter FEINDEN

Online-Rufmord

Cybermobbing und Hetzkampagnen können nicht selten den beruflichen Ruin und eine enorme psychische Belastung bedeuten. Suzanne Grieger-Langer, Diplom-Pädagogin, Profilerin und Dozentin, weiß, dass dringender Handlungsbedarf besteht.

Suzanne Grieger-Langer ist Diplom-Pädagogin, Autorin und Lehrbeauftragte sowie seit 1993 Unternehmerin. Als Business-Profilerin hilft sie Unternehmen bei der Auswahl der richtigen Bewerber – indem sie anhand von Personendaten und Verhaltensweisen Profile e
Suzanne Grieger-Langer ist Diplom-Pädagogin, Autorin und Lehrbeauftragte sowie seit 1993 Unternehmerin. Als Business-Profilerin hilft sie Unternehmen bei der Auswahl der richtigen Bewerber – indem sie anhand von Personendaten und Verhaltensweisen Profile erstellt (Foto: PR)

DUB UNTERNEHMER-Magazin: In Ihrem neuen Buch berichten Sie über eine Rufmordkampagne, bei der Ihnen Lügen um Ihren Lebenslauf und Ihre Uni-Tätigkeiten vorgeworfen wurden. Würden Sie Daten ­heute sorgfältiger prüfen, bevor Sie diese öffentlich machen? Was sind Ihre Tipps?

Suzanne Grieger-Langer: Zuallererst einmal haben wir keine Lügen ins Netz gestellt. Das „Corpus Delicti“ ist in diesem Fall ein veraltetes Xing-Profil, auf dem eine Lehrtätigkeit angegeben war, die ich heute nicht mehr ausübe. Es war schlicht und ergreifend das Ende der Tätigkeit nicht genau angegeben. Bei der ­Kampagne gegen mich wurde dieser simple Tatbestand aufgebauscht. Auf meiner Website wiederum habe ich alles mit Lebensläufen und Zertifikaten hinterlegt. Ich kann deshalb selbst dazu raten, veraltete Profile im Zweifelsfall einfach abzuschalten oder stets zu prüfen. Manche Gerichte sehen die Eingaben dort durchaus als zu verarbeitende Information an. Ist man einem solchen Vorwurf ausgesetzt, gilt: Keine direkte Gegen­attacke fahren, sondern recherchieren, immer die Quelle suchen, nicht zu sehr auf den Inhalt fokussieren und unbedingt einen Fachanwalt zurate ziehen.

In sozialen Medien liegen persönliche Daten massenhaft offen. Dadurch können Rufmord oder ein Shitstorm heute jeden treffen. Müssen Personen stärker geschützt werden?

Grieger-Langer: Definitiv. Es gibt jedoch mehrere Pfeiler, die aufseiten des Gesetzgebers marode sind. Es gibt Richter, die über etwas urteilen, aber nicht wissen, was dort passiert. Sie kennen sich im Umgang mit Facebook und Co. schlichtweg nicht aus. Zum anderen scheint der Gesetzgeber fast schon vor der Aufgabe kapituliert zu haben, denn mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz hat er einen Gummiparagrafen geschaffen: Will heißen, im Zweifelsfall fällt das Urteil eher pro Meinungsfreiheit und kontra Cyber­mobbing oder Hate-Speech aus.

Das Gesetz nimmt aber auch Firmen in die Pflicht, unsachgemäße und beleidigende Inhalte zu löschen.

Grieger-Langer: Das ist Grundlage des Problems. Was dort passiert, findet auf kommerziellen Plattformen statt, und der Staat stellt es den Firmen frei, selbst zu urteilen, was sie löschen und was nicht, was Meinungsfreiheit und was Hate-Speech ist

Viele Personen schmücken ihre Lebensläufe in sozia­len Medien gern aus. Wie stehen Sie dem gegenüber?

Grieger-Langer: Ich finde es völlig legitim, wenn Menschen sich auf Plattformen gut darstellen. Wir raten Unternehmen lediglich von Bewerbern ab, wenn sich bestimmte Punkte aus ihren Angaben im Anschluss offenkundig als Lüge herausstellen.

Termine der Buchtour von Suzanne Grieger-Langer finden Sie unter profilersuzanne.com

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