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SCHÖNSTE NEBENSACHE

UEFA EURO 2016: In zehn französischen Städten feiern die Fans im Sommer die hohe Kunst des Fußballs. Und außer der EM können Besucher Savoir-vivre, Kultur und Kulinarisches erleben.

Fußballkunst: Der Freestyler Iya Traoré zelebriert in Paris den Fußball (Foto: Pietro Ballardini/iStock)

Wenn die Équipe Tricolore am 10. Juni 2016 gegen die rumänische Nationalelf in Saint-Denis antritt, ist dies nicht nur der Anpfiff zur Fußballeuropameisterschaft. Es ist auch eine Einladung an die Welt, den Spaß am Fußball und die Schönheit Frankreichs zu entdecken. Vom 10. Juni bis 10. Juli werden 51 Spiele in zehn Städten ausgetragen. Wer keine Begegnung live verfolgen kann, sollte sich Zeit für Land und Leute nehmen. Das DUB UNTERNEHMER-Magazin hat die Austragungsorte gecheckt.

PARIS: HOCHBURG DES TOURISMUS

Ein Besuch in der Stadt der Liebe lohnt immer wieder. Wer schon die „Mona Lisa“ besichtigt hat – ein mit 77 mal 53 Zentimetern überraschend kleines Gemälde – und auf den Spuren der Künstler am Montmartre unterwegs war, auf dessen To-do-Liste sollte zumindest noch eines stehen: speisen im Restaurant „58 Tour Eiffel“ im Eiffelturm (restaurants-toureiffel.com). Der Blick auf Stadt und Stahlkonstruktion ist spektakulär. Im Marais-Viertel schaut sich derzeit ganz Paris das wiedereröffnete Picasso-Museum an (museepicassoparis.fr). Auch die Prachtavenue Champs-Élysées hat als Shopping-Highlight gewonnen. Exklusiver jedoch ist die Avenue Montaigne, Zentrum der Haute Couture mit Chanel, Dior, Louis Vuitton, Chloé, Céline, Prada, Mugler und Yves Saint Laurent. Geheimtipp für Gourmets: Le Marché des Enfants Rouges im 3. Arrondissement gilt als ältester überdachter Lebensmittelmarkt in Paris. Mit Glück bekommt man auf der Straße Fußball-Kunststücke des guineischen Performers und ehemaligen Paris-St. Germain-Spielers Iya Traoré zu sehen.

LILLE: DIE GÜNSTIGE STUDENTENSTADT

Das hochmoderne Stadion mit schließbarem Dach liegt in einem Vorort von Lille, in Villeneuve-d’Ascq, die sich Technologiestadt nennt (stade-pierre-mauroy.com). Lille selbst hat mit vielen Kulturhighlights wie der Zitadelle des Sonnenkönigs Ludwig XIV. sowie Restaurants und Bars als Universitätsstadt alles, was auch die Hauptstadt hat – nur kleiner, mit mehr Charme und günstiger. Elegant und stylish ist das „Hôtel Carlton“ gegenüber der Oper mit seinen barocken Möbeln (carltonlille.com). Kulinarisch bietet Lille einen Mix aus belgischen und französischen Köstlichkeiten. Nicht verpassen sollten Besucher die Pâtisserie Méert an der Rue Esquermoise. Viel Lokalkolorit findet man im „Coq Hardi“: Fleisch, belgische Fritten und Bier im pittoresken Ambiente eines mehrstöckigen Altstadthauses am Place Charles de Gaulle und in Lilles berühmtestem Gasthaus, der „Brasserie André“ an der Rue de Béthune (lecoqhardi.fr, brasserieandre.fr).

LENS: DAS RUHRGEBIET FRANKREICHS

Die nordfranzösische Stadt mit ihren knapp 33.000 Einwohnern hat eine lange Bergbau-Tradition. Die Kommune zählt heute zu den ärmsten Frankreichs, mit hoher Arbeitslosigkeit und Abwanderung der Jugend. Ein kulturelles Highlight gibt es dennoch: 2012 hat der Pariser Louvre in Lens eine Niederlassung gegründet, um das angeschlagene Image und die Kassen der Krisenregion aufzubessern (louvrelens.fr). Wer in Lens Spiele sehen, aber nicht übernachten will, kann auch auf Lille oder Paris ausweichen

BORDEAUX: PARADIES FÜR WEINKENNER

Bordeaux liegt nahe der Atlantikküste inmitten von Weinbergen und mittelalterlichen Châteaus. Die Unesco erklärte die 2,5-Millionen-Einwohner-Stadt 2007 zum Weltkulturerbe. Dem Ex-Bürgermeister und Ex-Premier Alain Juppé ist zu verdanken, dass Bordeaux aus seinem Dornröschenschlaf erwachte und heute moderne und historische Bauten nebeneinander harmonieren. Zu ersteren zählt das neue Stadion der Architekten Herzog & de Meuron. Kulinarisch ist die Region ein Schatzkästchen. Weinliebhaber dürften bei Namen wie Château Pétrus, Cheval Blanc oder Yquem ins Schwärmen geraten – das sind nur drei der rund 3000 Weingüter der Region (bordeauxonline.de). Wer dort nächtigt, wählt das edle „Grand Hôtel“ oder das moderne „Seeko’o Hôtel“ (ghbordeaux.com, seekoo-hotel.com)

LYON: WO DIE STERNEKÜCHE LEBT

Nach Lyon fährt man weniger, um Fußball zu gucken. Für Gourmets ist Lyon die Hauptstadt und Paul Bocuse ihr Papst. Sein Restaurant „L’Auberge du Pont du Collonges“ liegt etwas außerhalb (bocuse.fr). Keine andere Stadt in Frankreich hat mehr Spitzenköche. Kein Wunder: In der Umgebung gedeiht alles, was die Sterneküche braucht. Auf dem Markt auf dem Boulevard de la Croix Rousse wird schon seit dem 15. Jahrhundert alles verkauft, was in gute Küchen gehört: Bresse-Hühner, Fische aus Alpenseen, Rohmilchkäse aus St. Marcellin, Steinpilze aus dem Jura und die Spitzengewächse aus dem Rhône-Tal. In Lyon atmet man an jeder Ecke Geschichte. In der 2000 Jahre alten Stadt zwischen Rhône und Saône mit ihren 500.000 Einwohnern fügen sich pittoreske Gassen und Hinterhöfe zu einem malerischen Labyrinth. Daneben locken belebte Kais und Plätze, alles Weltkulturerbe (lyon-france.com).

SAINT-ÉTIENNE: SEHENSWERTE ARCHITEKTUR

Das Tor zur Auvergne 60 Kilometer südwestlich von Lyon gilt als Stadt der Kultur, des Designs und ist Heimat des Lieblingsfußballclubs der Nation, ASSE. Bedeutendste Sehenswürdigkeiten von Saint-Étienne sind die Tour de la Droguerie, das Rathaus, die Präfektur und die alte Waffenmanufaktur. International bekannt ist zudem das Museum für moderne Kunst. Der Begründer der modernen Architektur, Charles-Édouard Jeanneret-Gris alias Le Corbusier, hat in Firminy wenige Kilometer vor der Stadt seinen größten Architekturkomplex in Europa errichtet (sitelecorbusier.com)

NIZZA: SÜSSES LEBEN AN DER CÔTE D’AZUR

Mildes Klima, herrliche Strände, weltbekannte Kunst und mediterrane Köstlichkeiten lockten schon Picasso, Braque, Chagall und Cocteau an die Côte d’Azur zwischen Monaco, Nizza und Cannes. Übernachten sollte man im „Negresco“, dessen rosa Kuppel Gustave Eiffel baute (hotel-negresco-nice.com). Das Belle-ÉpoqueHotel mit seiner legendären Kunstsammlung liegt an der Strandpromenade Promenade des Anglais. In den Suiten mit Blick aufs Meer residierten schon Greta Garbo, Jean Marais und Mick Jagger. Im Weinkeller des mit zwei Michelin-Sternen dekorierten „Chantecler“ lagern rund 15.000 Flaschen.

MARSEILLE: SCHMELZTIEGEL DER KULTUREN

England hat sein erstes Spiel in der südfranzösischen Multikulti-Metropole. Am Hafen mischt sich süßes Aroma von Kardamom-Kaffee mit pikantem Duft von Merguez-Würstchen. Seit Jahrtausenden treffen dort Europa und Afrika aufeinander, nicht immer reibungslos. Marseille ist schön, spätestens auf den zweiten Blick (marseille-tourisme.com). Mit seiner jungen Künstlerszene, 17 Museen und mehr als 40 Theatern ist das Kulturangebot reich. Die beste Fischsuppe gibt’s im „Chez Fonfon“ – unbedingt reservieren (chez-fonfon.com)!

TOULOUSE: FARBTUPFER AM JAKOBSWEG

Wegen seiner vielen Backsteinbauten heißt Toulouse auch „rosarote Stadt“. Wer dort nächtigt, wählt das zentrale „Grand Hôtel de l’Opéra“ (grand-hotel-opera. com). Die Hochburg des Albingenser- und Kathareraufstands ist reich an mittelalterlichem Erbe und besticht durch ihre Küche und vielfältige Kultur. Durch Airbus ist Toulouse eng mit der Luftfahrt verbunden. Spannend: der Raumfahrt-Themenpark mit Nachbau der russischen Raumstation „Mir“ und großem Planetarium (musee-aeroscopia.fr). Fans pilgern ins Stadium Municipal, etwa zum Spiel Spanien gegen Tschechien.

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