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SCHLAGARTIG KREATIV

Taktgeber - Früher jubelten Rainer Schumann und seiner Band „Fury In The Slaughterhouse“ die Massen bei Konzerten zu. Heute begeistert der Schlagzeuger mit seinen Drum-Workshops die Teilnehmer bei Kreativseminaren.


Firmenseminare sind normalerweise keine Veranstaltungen, bei denen Menschen den Rockstar in sich entdecken. Das ändert sich im wahrsten Sinne des Wortes „schlagartig“, wenn Rainer Schumann als Special Guest dabei ist. Der Schlagzeuger feierte zwischen 1986 und 2008 mit seiner Band „Fury In The Slaughterhouse“ zahlreiche Erfolge im In- und Ausland. Heute weckt der 51-Jährige die Leidenschaft für Grooves und Rhythmen sogar bei Menschen, die noch nie Drumsticks in der Hand hatten. Unter ihnen waren im vergangenen Jahr auch die Teilnehmer einer Marketingtagung des Autozulieferers Continental.

NEUE ENERGIE TANKEN

„Niemand kann ununterbrochen kreative Höchstleistungen bringen. Unser Gehirn braucht zwischendurch auch neue Reize, um anschließend wieder produktiv arbeiten zu können. Dafür eignet sich das Schlagzeugspielen ideal, da hierbei in verschiedenen Hirnregionen sehr komplexe Prozesse ablaufen“, sagt Ralf Hoffmann. Der Conti-Marketingleiter hatte den Mut, etwas Neues auszuprobieren. Er nahm Kontakt zu Schumann auf, der sich gerade ein zweites Standbein als BusinessCoach aufbaut. „Ich habe vor Ort einen Trommelworkshop veranstaltet, der in drei Blöcke unterteilt war. Somit wurde das Seminar immer wieder durch aktive Einheiten aufgelockert. Dabei haben die Teilnehmer Rhythmen erlernt und hatten zudem ein tolles Gruppenerlebnis“, sagt Schumann.

EIN TURBOLADER FÜRS GEHIRN

Der erfahrene Musiker weiß natürlich, dass beim Schlagzeugspielen noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. „Fürs Gehirn sind diese neuen Bewegungsabläufe Höchstleistungen. Irgendwann kommt dann aber der Punkt, an dem man plötzlich nicht mehr darüber nachdenken muss, was die Arme und Beine zu tun haben. Wenn der Beat von ganz allein fließt, ist das eine ganz besondere Erfahrung“, sagt Schumann. Dieser „Groove-Moment“ sei eine zentrale Erkenntnis des gemeinsamen Trommelns.

Das sei nicht nur ein toller Erfolg für jeden Einzelnen, sondern funktioniere wie ein Turbolader für kreative Prozesse. „Der ,Groove-Moment‘ wirkt so, als wenn sich eine Blockade löst. Anschließend kann die geistige Energie wieder ungehindert fleßen, sodass die Teilnehmer am Ende deutlich produktiver sind und bessere Ergebnisse zustande bringen.“ Ein wichtiges Element ist hierbei auch der Spaßfaktor. „Menschen, die sich mit Begeisterung für etwas öffnen, was ihnen bisher verschlossen war, praktizieren ein wunderbares Selbstdoping fürs Gehirn“, erklärt der Neurobiologe Gerald Hüther, auf den sich Schumann in seinem Coachingkonzept bezieht. Das bestätigt auch Ralf Hoffmann: „Unsere Mitarbeiter fühlten sich wesentlich wacher und leistungsfähiger als bei vergleichbaren Seminaren.“ Der Conti-Manager hat einen kräftigen Motivationsschub bei seinen Teilnehmern festgestellt und ist überzeugt, dass sich das Konzept für viele Arten von Seminaren und Tagungen eignet.

DEN „GROOVE“ IM ALLTAG NUTZEN

Laut Schumann lassen sich die Erfahrungen auch unmittelbar auf den Unternehmensalltag übertragen. So sei es wichtig, Rahmenbedingungen für die Mitarbeiter zu schaffen, in denen Team- und Kreativprozesse ungestört ablaufen können: „Wenn eine Projektgruppe mit den richtigen Leuten besetzt ist und gut funktioniert, fleßt die kreative Energie oft irgendwann von ganz allein. Diese Eigendynamik sollten Führungskräfte nicht durch immer neue Vorgaben abwürgen. Statt sich einzumischen, sollte man den Gruppenprozess – wie den Groove beim Schlagzeugspielen – einfach mal eine Weile laufen lassen. Das bringt am Ende oft die besten Ergebnisse.“

DAS WICHTIGSTE IM ÜBERBLICK

  1. Das menschliche Gehirn braucht bei kreativer Arbeit immer wieder Pausen und neue Reize.
  2. Beim Schlagzeugspielen laufen komplexe Prozesse in verschiedenen Hirnregionen ab.
  3. Sich mit Begeisterung für etwas völlig Neues zu öffnen ist „Selbstdoping“ fürs Gehirn.

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