Moderne Klassik

Uhrentechnik vom Feinsten

Als besonders robust und zuverlässig gelten die mechanischen Zeitmesser des Frankfurter Herstellers Sinn Spezialuhren. Das liegt an eigens entwickelten technologischen Lösungen.

Schaltrad-Chronograph mit Schleppanzeiger: Das Modell „910 Jubiläum“ ist auf 300 Stück limitiert.

Schaltrad-Chronograph mit Schleppanzeiger: Das Modell „910 Jubiläum“ ist auf 300 Stück limitiert (ca. 5.500 Euro) (Foto: PR)

Bei Liebhabern der Marke Sinn Spezialuhren steht eine Publikation besonders hoch im Kurs: das jährlich erscheinende, aufwendig gestaltete Katalogbuch. Mehr als 250 Seiten geballtes Wissen über die Modellreihen von Sinn und die Technologien, die diese Uhren zu etwas anderen Zeitmessern machen. Das kostenlose Katalogbuch erscheint nicht nur in Deutsch, Englisch und Französisch, sondern auch in Japanisch und Chinesisch. Wobei die Japaner hohen Wert auf eine sehr authentische Interpretation von „made in Germany“ legen: Sie möchten, dass komplizierte technische Begriffe in der Originalsprache – eben in Deutsch – erscheinen. Und solche Fachbegriffe gibt es in der Welt von Sinn reichlich.

Technische Avantgarde

Gegründet wurde das Unternehmen 1961 von dem Fluglehrer und Piloten Helmut Sinn, der sich zunächst auf die Herstellung von Fliegerchronographen und Borduhren konzentrierte. Vor gut einem Jahr bezog der konzernunabhängige Hersteller einen neuen Hauptsitz in Frankfurt-Sossenheim, wenige Minuten von den wichtigsten Autobahnen rund um die Finanzmetropole entfernt. Nun besitze Sinn die Entfaltungsmöglichkeiten, die für Strukturverbesserungen und eine perspektivisch erhöhte Fertigungstiefe nötig seien, schreibt Geschäftsführer Lothar Schmidt im Vorwort des aktuellen Katalogbuchs.

Derzeit verlassen rund 14.000 Uhren pro Jahr das Werk. Man werde weiterhin, so Schmidt, neben den klassischen Meisterwerken vor allem instrumentelle Uhren, Taucheruhren und technisch anspruchsvolle Chronographen bauen. Und die gelten als besonders robust. Denn Sinn hat in der Vergangenheit diverse technische Lösungen entwickelt, um uhrmacherische Probleme zu lösen. So wird beispielsweise mithilfe der drei Elemente der Ar-Trockenhaltetechnik – Trockenkapsel, extrem diffusionsreduzierende Dichtungen und Schutzgasfüllung – das Uhrwerk vor Feuchtigkeit geschützt. Das verlangsamt den Alterungsprozess des Öls im Uhrwerk.

Bei der von Sinn 2001 entwickelten Diapal-Technologie werden für die Schweizer Ankerhemmung Materialpaarungen ausgewählt, die ohne Schmierung reibungslos zusammenarbeiten, was die Ganggenauig­keit der Zeitmesser erhöht. Die Temperaturresistenz­technologie wiederum macht die Uhren funktions­sicher – von der Antarktis bis zur Wüste Lut im Iran, wo bis zu 71 Grad Celsius gemessen werden. Die Tegiment-Technologie schließlich erhöht den ­Härtegrad des Basismetalls. Sogar oft getragene Uhren aus Edelstahl und Titan sehen dadurch auch nach Jahren beinahe noch aus wie neu.

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