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OFFROADER UNTER STROM

Der Boom bei den SUV-Modellen hält an. Während manche Hersteller das Wachstumssegment erst jetzt für sich entdecken, denken die einstigen Pioniere bereits an die Zukunft. Und die gehört dem Hybridantrieb.

Ein Geländewagen vor einer Boutique mitten inder Stadt? Früher noch ein Hingucker, heute längst ein alltäglicher Anblick. Kein Fahrzeugsegment wächst derzeit so rasant wie die Klasse der SUVs. Vor zehn Jahren lag ihr Anteil bei den Neuzulassungen noch bei 6,5 Prozent. Heute entscheidet sich bereits jeder fünfte Neuwagenkäufer für einen SUV oder Geländewagen. Branchenexperten wie Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center Automotive Research, sind sich sicher: Der Boom wird auch künftig anhalten.

ASIATISCHER PIONIERGEIST

Der Startschuss für das Phänomen SUV fil vor genau 25 Jahren – und zwar nicht in Wolfsburg, Sindelfigen oder Ingolstadt, sondern im fernen Japan. Im März 1991 begann der Autobauer Toyota mit der Entwicklungsarbeit für ein völlig neuartiges Modell namens RAV4. Drei Jahre später feierte dieses beim Genfer Autosalon vor begeisterten Autofans seine Premiere. Erstmals hatte ein Hersteller den Mut bewiesen, klassische Pkw-Technik mit einer Geländewagenoptik zu kombinieren. Mit dieser Mischung traf Toyota nicht nur genau den Nerv der Kunden, sondern schuf dabei gleichzeitig eine neue Fahrzeugnische, das Segment der kompakten SUVs. Seither hat Toyota weltweit mehr als fünf Millionen RAV4-Modelle verkauft.

Wie immer bei solchen Erfolgen sprangen auch andere Hersteller schnell auf den Zug auf. Das Segment ist inzwischen so wichtig geworden, dass es sich heute kaum noch ein Autobauer leisten kann, hier nicht vertreten zu sein. Selbst Luxusmarken wie Bentley oder Jaguar haben seit diesem Jahr einen Offroader im Sortiment. Eine erstaunliche Entwicklung, zumal die SUVs in den vergangenen Jahren auch viel Gegenwind abbekommen haben. Und das im wahrsten Sinne, denn mit der Aerodynamik eines Kleiderschranks bieten die hohen und breiten Modelle dem Fahrtwind jede Menge Angriffsflche. Das sorgt für einen vergleichsweise hohen Spritverbrauch und Schadstoffausstoß, ebenso wie das relativ hohe Gewicht. Um die immer strengeren Schadstoffobergrenzen der EU einzuhalten, müssen sich die Hersteller also etwas einfallen lassen. Die Zauberformel lautet: Elektrifizierung.

SPARSAM DANK HYBRIDANTRIEB

Wenn jemand in zehn Jahren in Deutschland einen SUV kauft, wird dieser „in nahezu 100 Prozent der Fälle einen Hybridantrieb haben“, ist sich Stefan Seiberth, Bereichsvorstand Gasoline Systems beim Autozulieferer Bosch, sicher. Hier konnte sich Toyota ebenfalls früh positionieren: Bereits vor knapp 20 Jahren präsentierte der Hersteller den Kompaktwagen Prius als weltweit erstes Großserienmodell mit Hybridantrieb.

Der japanische Konzern setzt konsequent auf den kombinierten Antrieb und will mittelfristig jede Baureihe mit einem Hybridmotor ausstatten. Davon profiiert jetzt auch der RAV4. Toyota hat die vierte Modellgeneration des SUV-Pioniers kürzlich grundlegend überarbeitet und dem Bestseller dabei unter anderem einen sparsamen Hybridantrieb spendiert. Das Aggregat ist bereits gut erprobt, denn es stammt aus dem Modell NX 300h der Schwestermarke Lexus.

Die Vorderachse des RAV4 treibt nun ein 155 PS starker 2,5-Liter-Saugbenziner gemeinsam mit einem Elektromotor (105 kW) an. An der Hinterachse sitzt ein weiterer Elektromotor (50 kW), der den SUV bei Bedarf in einen Allradler verwandelt. Zusammen bescheren die Antriebe dem RAV4 eine Systemleistung von 197 PS. Den Normverbrauch gibt der Hersteller mit 4,9 Liter Sprit, den CO2-Ausstoß mit 115 Gramm pro 100 Kilometer an. Mit solchen Werten hängt der RAV4 Hybrid in puncto Umwelteffiienz sogar manch herkömmliche Mittelklasselimousine ab. Effiiente Motoren sind gut fürs Image – und tragen dazu bei, dass die Erfolgsstory der SUVs auch in Zukunft weitergeht.

DAS WICHTIGSTE IM ÜBERBLICK

  1. Das SUV-Segment wächst weiterhin rasant.
  2. Der erste Kompakt-SUV war ein Japaner.
  3. In zehn Jahren werden fast alle sportlichen Geländewagen einen Hybridantrieb haben.

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